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Eine kurze Geschichte des Musikhörens auf dem Computer

Screenshot meiner Präsentation auf dem Future Music Camp

Meine Session auf dem Future Music Camp 2011 in der Popakademie in Mannheim trug diesen doch etwas sperrigen Titel: "Eine Geschichte des Musikhörens auf dem Computer". Mir ist keine kürzere und bessere Beschreibung eingefallen, deshalb muss die Welt nun damit leben. In der Essenz ging es bei meiner Session darum, 18 Jahre nach Veröffentlichung des MP3-Formats zu überlegen, auf welchem Wege wir uns digitale Musik besorgen und anhören.

Der Schwerpunkt meiner Präsentation lag auf Download-Shops, Musik-Playern, Filesharing, Sozialen Netzwerken, Streaming und der Cloud. In der Diskussion kamen aber auch Themen wie Wasserzeichen in der Musikproduktion, Preisgestaltung verschiedener Shops, Aufmerksamkeitsökonomie und Nutzungsverhalten auf. Vielen Dank für den interessanten Input an alle Teilnehmer!

Meine These ist, und da waren wir uns nicht ganz uneinig, dass sich Musik immer mehr in die Cloud verschiebt, dass wir also Musik zunehmend nur noch streamen, ohne sie lokal und auf Dauer zu besitzen. Das tun wir gemeinsam mit unserem Netzwerk, also unseren realen wie virtuellen "Freunden" (z.B. über turntable.fm oder den MuMu Player). Gerade stellt Steve Jobs auf der WWDC 2011 unter anderem Apples neue iCloud vor. Apple hat dafür Verträge mit allen vier Majors (in den USA) abgeschlossen - und in Deutschland beschwert sich Simfy darüber beim Bundeskartellamt.

Es ist also jede Menge Bewegung drin in Sachen Musikstreaming aus der Cloud. Hier im Blog wird das auch in Zukunft ein Thema bleiben. Wenn ich es schaffe, werde ich meine Präsentation von Zeit zu Zeit aktualisieren.

Wie sieht es denn bei euch aus: Streamt ihr Musik, oder habt ihr lieber alles auf Festplatte/CD/Vinyl? Ist der Mix entscheidend? Wird Musik bald ubiquitär erhältlich sein? Und wie können Musiker dann noch Geld damit verdienen? Und welche epochalen Daten fehlen noch in meiner Timeline?

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Kommentare

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Chris am :

* Also ich mag es überhaupt nicht musik aus der cloud zu hören, wenn dann brauch ich das auf jeden fall in irgendeiner form auch auf eigenen datenträgern, sei is digital oder vinyl. bei einer cloud (einem clouddienst) weiss man ja nie, wie lange welche musik noch verfügbar ist, und was wenn man mal wieder diese oder jenige musik hören will aber nicht mehr da ist?

Matthias Gutjahr am :

* Das ist auch das Problem bei vielen dieser Dienste: Wer sein Abo kündigt, verliert Zugriff auf viel Musik, persönliche Playlisten usw. Ich wüsste nicht, dass man die bei irgendeinem Dienst exportieren könnte.

Thomas am :

* erwaehnenswert waere vielleicht noch, dass es vor mp3 bereits diese ganzen trackerformate (.mod, .xm, .it, ...) gab und auch abseits des internets in mailboxen (BBS) bereits eine lebendige tauschcommunity existierte. die meisten netlabels mitte der 90er releasten nur musik im trackerformat, erst so ab '97 wurde dann langsam auf mp3 umgestellt.

Matthias Gutjahr am :

* Thx für den Tipp, das ist natürlich absolut richtig. Vielleicht füge ich das noch ein. Ich hatte mich bloß für MP3 als "Aufhänger" entschieden, weil das Format gerade "volljährig" geworden ist ;-)

Junk_f am :

* Ich persönlich bin aus zwei Gründen gegen einen reinen Cloud Computer, wie z.B. das Google Chromebook. Zum einen sind Daten auf meinen Festplatten sicherer als in der Cloud, zweitens hat man auch mal in Pusemuckel oder auf fast jeder zweiten Bahnstrecke keinen Empfang. Hab ich keinen Empfang, habe ich keine Cloud und daher auch keine Daten, kann also direkt mit Bleistift und Block verreisen. Nichts desto trotz finde ich gestreamte Musik sehr sinnvoll. Dank Mixcloud oder Soundcloud kann ich auf dem Balkon, am See oder auch im Urlaub Musik hören, die mir gefällt, ohne alles was mich irgendwie interessiert auf meinen Datenträgern zu haben. Ich habe glaube ich 4.000 mp3 Dateien auf meinem Rechner. Wie oft höre ich diese knapp zwei Wochen an Musik? Genau, so selten, dass ich eigentlich alles löschen und nur noch Musik streamen könnte.

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