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Elektronischer Improvisationsrausch

Wesseltoft/Schwarz auf dem Enjoy Jazz 2011 in Mannheim

Bugge Wesseltoft und Henrik Schwarz. Es heißt ja, da hätten sich zwei gefunden. Und in der Tat ließen die beiden gestern Abend in der Mannheimer Alten Feuerwache ihrer Spielfreude freien Lauf. Wesseltoft, zunächst klassisch am Flügel, traktierte sein Rhodes später experimentierfreudig mit Hieben, um ihm knarzende Brummschleifen zu entlocken, und wechselte schließlich ganz aufs iPad. Schwarz auf der anderen Seite kauerte nicht bloß hinter seinem Macbook mit Ableton Live, sondern drehte auch simultan Knöpfchen, griff in die Tasten und machte irgendwas mit einer Wasserflasche und einem Drumstick. Fragt nicht.

Bisweilen hielten die Zuschauer den Atem an, so fragil wirkten manche der repetitiven Melodien, die nach und nach aber mehr Energie aufbauten und sich dann in einer akuten Soundexplosion entluden. Andere Songs wie Schwarz' Klassiker "Leave My Head Alone Brain" groovten so heftig housig, wie man es von der Musik des Wahl-Berliners auch erwarten durfte. Nur spielten die beiden eben alles live, improvisierten schonmal drauflos, nahmen Umwege, malten Schnörkel, swingten unbekümmert und fanden am Ende problemlos wieder ins Ziel. Es stimmt also, da kommt zusammen, was zusammen gehört.

Schön auch, dass das Duo zwei Stunden lang fast ohne Pausen musizierte, da hat sich meine Anfahrt zum Enjoy Jazz gleich doppelt gelohnt. Mehr und viiiiel schönere Fotos hat Frank geschossen und auf Metropoljazz veröffentlicht.

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Kommentare

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Harricot am :

* Arg. Wieder zu spät ins Programm geguckt. Klingt, als hätte ich da gestern ein großartiges Konzert verpasst. Damit werde ich heute wohl direkt weiter machen, denn in einer Stunde betritt Nils Petter Molvær die Bühne und ich bin schon anderweitig verabredet. Immerhin mit einer Ohren- und Augenzeugin des gestrigen Events. Lege ich also die "Khmer" auf und lasse mir von gestern berichten.

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