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Der Himmel voller Bembelfische

Jan Delay & Disko No. 1

Die Jahrhunderthalle Höchst hat in den fünfzig Jahren ihres Bestehens sicher schon so einiges erlebt, aber ob sie jemals schon so ein buntes Festival was das Lüften sehen durfte?

Ich war am Samstag da, und dieser eine Tag war vollgestopft mit tollen Eindrücken und netten Begegnungen (Shouts ganz besonders an Mo - nach all den Jahren!). Gleich zu Anfang durften wir eine Zeitreise von 700 Jahren fast-forward in die Zukunft antreten und einen Blick zurück auf die Menschheit des Jahres 2012 werfen, der Zeit vor dem Big Change. Hört sich unglaublich an? War es auch!

Gleiches gilt für das Vinyl Rally-Projekt, über das ich schon gebloggt hatte. Die Rennbahn ist wirklich groß und macht einen Höllenlärm (= Riesenspaß!). Überhaupt haben wir alle paar Meter eine neue Welt betreten. So abwechslungsreich kann also ein Festival sein, das mehr als nur Musik bietet und noch nicht vom Kommerz beinahe erstickt wird. Über dem aber Heliumballons in Form von Bembelfischen (ja, nicht Babelfische, sondern eben Fische in Bembelgestalt - oder Bembel in Fischgestalt) schweben.

Sehr beeindruckend war auch die Performance Chouf Ouchouf der Groupe acrobatique de Tanger. Von den akrobatischen Künsten der zwölf jungen marokkanischen Artisten in den Bann gezogen verpasste ich sogar die LSD Lecture von Jacques Palminger. Man kann auch auf einem Festival der kurzen Wege nicht alles haben. Hier ein kurzer Videoausschnitt von Chouf Ouchouf:

Musik haben wir aber natürlich doch noch gehört: Jan Delay bewies einmal mehr , das er ein begnadeter Entertainer und eine Rampensau ist; und seine Band Disko No.1 hat einfach den Funk. Das sorgte für beste Stimmung bei anbrechender Dämmerung. Kurz nach Mitternacht dann ein weiterer Höhepunkt: James Blake ließ das Dach der Jahrhunderthalle für eine kurze, aber intensive Stunde erzittern. Und schließlich fand sich noch ein letztes Häufchen Unentwegter zu Hudson Mohawke ein, der aus allen Glitch-Hop-Rohren feuerte, wobei die vertrackten Sounds wie Querschläger durch die Halle peitschten. Nicht für alle einfach zu verkraften, hatte ich den Eindruck ;-)

Schade, dass sich die Publikumsresonanz in Grenzen hielt, da ist noch Platz nach oben. Andererseits war das Lüften auf diese Weise ein äußerst relaxtes Festival: Es gab weder lange Schlangen am Bierstand, noch Gedränge vor den Bühnen. Überall fanden sich Sitzplätze zum Chillen, das EM-Viertelfinale wurde im Foyer der Halle übertragen, und auf den Hallen-Toiletten (keine Festivaltypischen Dixie-Häuschen) half entspannende Music for Bathrooms and Toilets beim Entleeren der Blase ;-)

Ein bisschen konstruktive Kritik muss auch sein: Die Getränkestände haben dann doch etwas zu früh geschlossen, und das Essensangebot war trotz der vielen unterschiedlichen Stände etwas einfallslos. Bratwurst, Pommes & Co. müssen zwar auch sein, aber mehr Ausgefallenes wie die sehr leckeren Couscous-Gerichte hätte es schon sein dürfen. Dafür war der Service aber immer freundlich und hat sich auch für Extrawünsche Zeit genommen.

Fazit: Sollte es zu einer Neuauflage des Lüften Festivals kommen, ist den Veranstaltern und auch den Frankfurtern zu wünschen, dass ein paar mehr Leute kommen. Denn die, die nicht da waren, haben ganz eindeutig viel verpasst!

PS: Falls mir jemand ein Foto eines Bembelfischs zur Verfügung stellen könnte, würde ich mich sehr freuen!

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