Der Pitchfork-Effekt

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 31. August 2006

Pitchfork ist ein US-amerikanisches Online-Musikmagazin, das bereits vor zehn Jahren als Fanzine der Alternative Rock- und Indieszene gegründet wurde. Mittlerweile, so schreibt Dave Itzkoff in Wired, habe Pitchfork einen sehr gewichtigen Einfluss auf die Musikverkäufe zumindest in Nordamerika. Obwohl oder gerade weil dort oft eher obskure Musik ebenso obskur rezensiert wird, habe man sich eine große Fangemeinde aufbauen können und befinde sich teilweise auf einer Augenhöhe etwa mit dem großen Rolling Stone. Interessant für Musikblogger wie mich fand ich in diesem Artikel vor allem dies:

Pitchfork is being nibbled at by tiny MP3 blogs [...]. Though none of these diary-like blogs may ever have enough traffic to challenge Pitchfork, there may come a day when every niche audience has a blogger that speaks directly to it. "The only way we would be in trouble," says Jason Dietz, music editor at Metacritic.com, "is if there's so many people posting their opinions on the Web that people totally stopped caring about what professional critics have to say. Which may have already happened."

Na, ich glaube nicht, dass wir schon soweit sind, aber wir bewegen uns definitv in diese Richtung. Metacritic ist ja schön und gut, wertet aber nur Besprechungen aus professionellen Quellen aus. Noch gibt es keine ernsthafte Konkurrenz, die Kritiken aus Weblogs aggregiert, thematisch zusammenfasst und ein Durchschnittsrating erstellt, aber es gibt bereits erste Ansätze. Und je mehr sich Structured Blogging bzw. Microformats durchsetzen und verbreiten (und das werden sie tun), desto wahrscheinlicher wird es, dass ein derartiger Dienst entsteht. Und alle werden ihn nutzen: Blogger wie Konsumenten. Der Service kritX ist ein Anfang, aber kratzt vermutlich auch erst an der Oberfläche der Möglichkeiten. Ähm, hat nicht zufällig jemand Zeit, Lust und das nötige Startup-Kapital für einen derartigen Service? :-)

Wu Orleans

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 29. August 2006

Von dj BC war hier schon einmal die Rede, als er Beatles und Beastie Boys zu einem Mashup zusammenmixte. Das Thema seines neuesten Mashups lautet The Wu Tang Clan Visits New Orleans, und der WTC trifft dort auf Fats Domino, Dr. John, Louis Armstrong und diverse Brass Bands. Weil New Orleans nunmal ein riesiger (äh...) Pool großartiger Musik ist, konnte BC auch viel stimmiger die passenden Stücke für seine Mashups auswählen, was die Qualität noch etwas höher geschraubt hat. Tracks wie "Mardi Gras Drunkies", "Beneath Dumaine Street" oder "When The Meth Comes Marchin' In" machen jedenfalls richtig viel Spaß. Einige Stücke könnt ihr auf der Page zu Wu Orleans vorhören. Das ganze Album gibt's als BitTorrent-Download unter diesem Link.

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Podparade

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 28. August 2006

Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir als vielleicht zwölfjährige Stöpsel jeden Sonntagabend den wöchentlichen Radiohitparaden auf SWF3, HR3 oder RPR gelauscht und auch mal für unsere Lieblinge abgestimmt haben. Aus heutiger Sicht lief da ein schwer erträglicher Charts-Mix, aber gut, die Zeiten waren andere und wir waren noch zu jung, um das alles zu wissen ;-) Aber ebenso wie Top-10-Listen in Weblogs scheinen auch Musik-Charts eine ganz eigene Faszination auszuüben, so dass es möglicherweise sogar nahe lag, das Konzept für Podcasts bzw. podsafe Musik zu übernehmen. Schon seit 36 etwa einstündigen Folgen haben sich Norman, Roger und Mike von der Podparade dieser Aufgabe angenommen. Und sie tun das ziemlich professionell, schrecken aber vor gelegentlichen Experimenten wie einer Live-Zusammenschaltung per Skype nicht zurück. Sehr angenehm das alles. Die vorgestellte, handverlesene Musik ist ebenfalls von überraschender Qualität, stilmäßig geht es quer durchs Beet; zumindest momentan ist aber Elektronisches oder Hip Hop nicht vertreten. Das mag Absicht oder Zufall sein, mit der musikalischen Sozialisation der Macher zusammenhängen, oder daran liegen, dass die entsprechenden Szenen sich lieber woanders präsentieren. Aber wer sich zutraut, die eigene Musik dem "Mainstream" gegenüberzustellen, der sollte nicht zögern. Die KonFerenz hat es schon getan, und man darf gespannt sein, wie die Podparade-Hörer abstimmen. Selbstverständlich gibt's die Podparade auch als Podcast.

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Aranjuez Guitar Quartet

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 27. August 2006

Now how effing brilliant is that? [via]

Video at YouTube

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Folklore im Garten 2006

Geschrieben von Matthias GutjahrFreitag, 25. August 2006

Und wieder einmal steht ab heute Abend das Folklore im Garten-Festival im Wiesbadener Schlosspark Freudenberg auf dem Programm. Das "Folklore" startet mit einem bunten Mix vieler Musikstile, und das Drumherum der vielen Infostände und Leckereien, Aktionen und Performances macht einen großen Teil der besonderen Atmosphäre dieses mittlerweile 30jährigen Festivals aus. Musikalisch wartet aus meiner Sicht vor allem der Samstag mit diversen Highlights auf, als da wären:

The Sweet Vandals aus Madrid, die großartig erdigen Funk spielen, machen morgen den Anfang, traten im Mai bereits in Berlin auf und ließen das damalige Konzert mitschneiden. Florian "Party-" Keller präsentiert das fast 90-minütige Liveset in seiner Radioshow auf samurai.fm. Ich denke, das vermittelt einen guten Eindruck darüber, was uns am Samstag erwartet. Sweat, sweat, sweat!

Weiter geht es dann mit Nicole Willis & The Soul Investigators, über die ich ja bereits gebloggt habe. Bei MySpace gibt's ein paar Songs zur Einstimmung.

Und schließlich werden Mouse On Mars, die ich im März bereits live gesehen und gehört habe, den Schlosspark rocken. Bin gespannt, wie das außerhalb eines Clubs funktioniert. Wobei, ich hab sie auch schon einmal auf einem großen Festival gesehen, da ging es auch gut ab!

Einzig das Wetter bereitet mir jetzt noch Sorge, es sollte sich bis morgen Abend doch ein wenig bessern ...

Majestic 12 - Alone Again

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 22. August 2006

Googlet Sucht man per Internetsuchmaschine nach "Majestic 12", dann erhält man seitenweise Treffer zu einem geheimen UFO-Kommittee der USA aus den 1940er Jahren. Das dürfte sich bald ändern, zumindest wenn es nach Carlos Bess und Paulisa Moorman geht. Die beiden haben den geschichtsträchtigen Namen nämlich für ihr neues, gemeinsames Projekt gewählt: Majestic 12 veröffentlichen im Herbst ihr erstes Album mit dem passenderweise geheimnisvollen Titel "For Majic Eyes Only". Überraschend ist daran auf den ersten Blick, dass die Scheibe auf dem Mannheimer Beats Around The Busch-Label erscheint, das u.a. Xavier Naidoo mitgegründet hat. Die Connection offenbart sich erst bei genauerem Hinsehen: Carlos Bess ist ein Mann mit Vergangenheit und zahlreichen Goldenen und Platin-Schallplatten, die er sich als Produzent für den Wu-Tang-Clan verdient hat. Und RZA hat bekanntlich schon mit Xavier Naidoo zusammengearbeitet, der M12 prompt als Toursupport engagierte. Soviel als Background-Info; zwei 12″es sind bereits erschienen: Superstar (mit einem dominanten Sample von Nightmares On Wax' "Nights Interlude", glaube ich) und Alone Again, die sich mittlerweile in heavy rotation auf meinem Plattenteller dreht (siehe etwas verwackeltes Foto). Und was soll ich sagen: Der Trüby Trio-Remix von "Alone Again" ist ein echter Kracher! Als Teaser gibt es im Netz den IMHO etwas schwächeren Fink-Remix:

Direktdownload


Danke an Sebastian für das Vinyl!

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