Alben sind sowas von 20. Jahrhundert

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 22. März 2007

Drüben im de:bug-Blog macht bleed sich grundsätzliche Gedanken über die Zukunft des Musikvertriebs und schlägt vor, das Album als Relikt aus der Zeit physischer Tonträger ad acta zu legen und stattdessen nur noch einzelne Tracks zu releasen. Übers Internet sind diese ratzfatz runtergeladen oder kommen per Feed-Abo auf die Platte gerauscht.

Ich mag Alben ja grundsätzlich. Aber seitdem ich kürzlich irgendwo im Zusammenhang mit Online-Musikshopping gelesen habe, dass in anderen Ländern hauptsächlich Single-MP3s geladen werden, nur in Deutschland sich (un)verhältnismäßig viele User komplette Alben ziehen, bin ich doch ins Grübeln gekommen. Dass Umdenken hierzulande etwas länger dauert, überrascht mittlerweile ja nicht mehr. Aber radikal auf einzelne Songs zu setzen, hat fast schon etwas Revolutionäres. Wobei - 12inches werden ja auch gekauft.

Vielleicht kann man auch andere Packages schnüren: drei Songs auf einmal, die sich gegenseitig ergänzen, und dazu Bonusmaterial in Form von Grafik, Text, Social Network-Komponenten oder sonstwas, am besten gleich eingebunden in eine Story. Künstler XY war gerade im Studio und hat drei tolle Songs produziert, die gibt's jetzt zum Download, für Abonnenten früher, und das sieht man dann auf der speziellen Fanplattform, wo mein Profil automatisch geupdatet wird. Ich kann da auch gleich posten, wie toll ich die Songs finde; und vielleicht darf ich sogar einen Remix machen und diesen dort veröffentlichen. Man muss sich doch bloß mal ein paar Tage hinsetzen und brainstormen. Dann kommen die ganzen Ideen doch von allein. Oder?

Blogspiel

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 20. März 2007

"Blogspiel - Blogs mit Radioanschluss" heißt eine innovative und experimentierfreudige Radiosendung auf Deutschlandradio Kultur, die jeden Samstag um 16:30 Uhr ausgestrahlt wird und - wie sich das bei diesem Titel gehört - auch als Podcast und zum Download angeboten wird. Für einen Radiosender mit einer durchschnittlichen Hörerschaft jenseits der 50 ungewöhnlich ist die Sendung und das Prinzip, userproduzierte Audioblogbeiträge zu senden, über deren Ausstrahlung die Hörer zuvor im Netz entscheiden. Im redaktionellen Teil werden daneben regelmäßig aktuelle Fragen und Entwicklungen der Blogosphäre und des Social Web diskutiert. Die Musikauswahl liegt, wenn ich das richtig sehe, in den fachkundigen Händen von mo.. Und jetzt: Die kommende Sendung am 24.03. ist ganz besonders zu empfehlen, denn darin wird die aktuelle Debatte über das angebliche Ende der Popkritik und über den Einfluss der Blogger darauf ins Visier genommen ... und kein Geringerer als yours truly wird ebenfalls kurz zu hören sein. Denn gerade eben habe ich mich mit Jana von Blogspiel via Skype sehr nett übers Musikbloggen unterhalten. Keine Ahnung, ob das wirklich einen Sinn ergab, was ich da so erzählt habe; Spaß hat es auf jeden Fall gemacht :-)

Sally (That Girl)

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 17. März 2007

Peanut Butter Wolf ist für den jüngsten Stones Throw-Podcast "Cover Me Badd" verantwortlich, der zwar auf gar keinen Fall jugendfrei ist, aber gerade deswegen absolut hilarious! Das Prinzip ist ganz einfach: Die mittlerweile bereits 19. Podcastfolge bietet 33 ultimative Coverversionen von Songs hauptsächlich aus den 80er Jahren auf. Beispiele gefällig? Die Sissy Penis Factory covert C&C Music Factory mit "Everybody Fuck Now", The Mistress lässt Tone Loc wissen: "I Got Your Wild Thing", und endlich erfahren wir auch, wer Gucci Crews Sally ist. Dazu fällt mir gerade folgende Anekdote ein: Wir fuhren einmal mit unserer Schulhandballmannschaft im Bus von einem Turnier zurück und gaben dem Busfahrer ein Mixtape zu spielen, das PBWs Podcast gar nicht so unähnlich war und u.a. eben jenes "Sally (That Girl)" enthielt. Unserer Trainer war gleichzeitig auch Englischlehrer und hat irgendwann kapiert, um was es in dem Song so geht. Wie von der Tarantel gestochen ist er aufgesprungen, hat uns zusammengestaucht, das Tape konfisziert, und für den Rest der tristen Busfahrt über die noch tristere Transitautobahn mussten wir mit der Musiksammlung des Busfahrers vorlieb nehmen. Autsch. Aber irgendwie war es das doch wert, damals.

LCD Soundsystem Remixed

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 14. März 2007

Zugegeben, ich war lange skeptisch, ob Sound of Silver, das neue Album des LCD Soundsystem, wirklich mein Ding ist und ob ich es nicht einfach mal eine Zeit lang ignorieren soll. Bin jetzt aber froh, doch reingehört zu haben, schon der erste Track "Get Innocuous" hat mich überzeugt. Insgesamt finde ich etwa die Hälfte der Songs eher unspannend, aber die anderen 50 Prozent entschädigen. Abgesehen davon möchte ich aber eigentlich auf die inoffizielle (bootlegged) Remix-Sammlung hinweisen, die jetzt von den mir unbekannten Leuten hinter musicremixed.org (this revolution can be downloaded) zum Download angeboten wird. Die Macher wollen dafür natürlich kein Geld, sondern sähen bei Gefallen gerne, dass an Oxfam oder Nordoff-Robbins Music Therapy gespendet wird. Und natürlich, dass das Original-Album gekauft wird. Klar. Zu den Remixen selber kann ich noch nix sagen, der Torrent läuft noch ... [via]

Hydrogen Advanced Drum Machine

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 13. März 2007

Gerade eben bei der Lektüre der März-Ausgabe (PDF) von freiesMagazin auf einen lesenswerten Bericht der mehrteiligen Serie über Audiosoftware für Linux gestoßen, der die virtuelle Drum-Machine Hydrogen vorstellt, und dies zum Anlass genommen, Hydrogen schnell mal zu installieren. Wollte ich schon lange mal machen. Seitdem sitze ich hier und klicke mir Drum-Patterns aus dem mitgelieferten TR-808-Drumkit zusammen. Das Programm ist wirklich total einfach zu bedienen, die Oberfläche ist äußerst übersichtlich, und insgesamt geht alles sehr intuitiv von der Hand. Ok, meine Beats holpern noch ziemlich, aber das ist nicht wirklich dem Programm vorzuwerfen ;-)

Zusätzliche Drumkits können einfach runtergeladen werden, außerdem kann man ganz einfach eigene Samples importieren - und fertige Songs exportieren. Es gibt offenbar sogar Installer für Mac OSX und Windows, so dass eigentlich jeder direkt loslegen kann. Ich kann Hydrogen uneingeschränkt empfehlen, muss jetzt aber noch weiter an meinem Beat basteln ... hoffentlich haben die Nachbarn einen gesunden Schlaf!

Funky Remixes

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 12. März 2007

Heute nur  ganz kurz: Unter funkyremixes.com entsteht gerade eine Plattform für, ja, Funky Remixes von Musik, die unter CC-Lizenz veröffentlicht wurde. Als Grundlage dienen momentan die Tracks der fast schon legendären WIRED CD. Einige Remixe können bereits angehört werden, gar nicht mal schlecht. Sollte man im Auge behalten. [via]

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