Joy Denalane at GPWW

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 19. Mai 2007

Höre gerade die neue Worldwide-Sendung von Gilles Peterson mit Joy Denalane als Studiogast. Joy, deren aktuelle Platte Born and Raised ich übrigens uneingeschränkt empfehlen kann, plaudert sehr sympathisch mit GP über ihr deutschsprachiges Soulalbum Mamani, über die Zusammenarbeit mit Common ("Go"), Lupe Fiasco ("Change") und James Poyser, und über ihren Onkel Hugh Masekela. Außerdem performt sie drei Songs live in session, von denen ihr einen ("Let Go") auch auf Video ansehen könnt, worauf Gilles auch in seinem Blog hinweist. Ein Augen- und Ohrenschmaus!

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DigiWax und Co.

Geschrieben von Matthias GutjahrFreitag, 18. Mai 2007

Die Meldung ratterte in den letzten Tagen über alle Newsticker und durch viele Musikblogs: Das britische Funk-Soul-Hip Hop Label First Word Records legt ausgewählten Vinyl-Releases einen Code bei, mit dessen Hilfe sich die Tracks auch auf die heimische Festplatte herunterladen lassen. Der geneigte DJ hat so best of both worlds zur Hand, z.B. von der neuen kidkanevil 12″. Andere Labels, etwa Saddle Creek, gehen den selben Weg. Bin mal gespannt, ob die neue Strategie tatsächlich was bringt oder als bloßer Marketing-Gag verpufft.

Mangel an Dynamik

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 17. Mai 2007

Nein, die Überschrift bezieht sich nicht auf meine Blogfrequenz in letzter Zeit (es gibt einfach zu viel anderes zu tun), sondern auf ein Phänomen, das in der Popmusik in den vergangenen 10-20 Jahren immer mehr Veröffentlichungen zu einem matschigen Brei zermalmt. Man kennt das bereits aus den Best-of-80s-90s-und-von-heute-Radiosendern, die jeden Musiktitel so brutal laut ausstrahlen, dass alle sich völlig gleich anhören. Abgesehen davon laufen da rund um die Uhr sowieso nur die gleichen Stücke, und die herkömmliche Radioübertragung unterliegt gewissen technischen Beschränkungen. Aber warum Veröffentlichungen auf CD, vor allem die von Rock-Bands, immer "gleicher" klingen? Kommt das nur mir so vor, oder ist das objektiv so und gar ein Auslöser der Krise der Popkritik?

Diese Fragen lassen sich vielleicht mit einem Blick auf den ausufernden Einsatz von Dynamikkompression klären. Die Einebnung des Dynamikverlaufs macht hörbare Unterschiede zwischen Instrumenten weitgehend zunichte. Die Musik klingt zwar lauter, bisweilen brachialer, aber die "Seele" geht verloren. Bei elektronischer Musik mag das weniger ins Gewicht fallen, sind die Klänge selbst ja schon elektronisch bzw. digital erzeugt und daher "künstlich", so dass die Kompression hier sogar als Stilmittel eingesetzt werden kann. Aber dass ein cleaner Sound bei vielen Aufnahmen der bessere Weg wäre, zeigt dieses kurze Video (thx, CDM):

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Das Hafeneck-Blog

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 13. Mai 2007

Mainzer kennen das Hafeneck als gemütliche Eckkneipe mit nettem Publikum, in der man auch den kleinen, großen und größeren Hunger stillen kann, im Sommer gerne auch draußen (wer es nicht kennt, sollte das baldigst nachholen). Die Webseite des Hafeneck wurde kürzlich renoviert und auf ein WordPress-Blog umgestellt, in dem zukünftig vermutlich spannende Interna aus der Kombüse veröffentlicht werden. Außerdem kann man sich per Feed über Veranstaltungen auf dem Laufenden halten, z.B. Lesungen, Konzerte oder Fußball im DSF ;-)

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Sage Francis

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 10. Mai 2007

Anfang dieser Woche habe ich viel Zeit auf den Autobahnen Nieder- und Oberbayerns verbracht, was immerhin den Vorteil hat, dass man Zündfunk hören kann. Die Sendung hat bekanntlich eine große und treue Fanbase und vereint großen Musiksachverstand unter ihren Redakteuren. Daher wundert es nicht, dass als Album der Woche Human The Death Dance von Sage Francis ausgewählt wurde, dem aus Rhode Island stammenden Slam Poet und Underground HipHopper, der nach seinem Debüt auf anticon. nun sein bereits zweites Album auf Mr. Bretts Punklabel Epitaph releast.

Dass Sage Francis seine ersten Meriten im Spoken Word-Umfeld gesammelt hat (wie etwa auch Saul Williams), wird auf der Platte schnell deutlich, und auch die frühere Zusammenarbeit mit Kool Keith, Aesop Rock oder Brother Ali hat sich bezahlt gemacht. Die Beats sind klasse, die Bandbreite der Songs reicht Old School über Delta-Blues bis zu Piano-Balladen. Im Mittelpunkt stehen aber immer die Stimme und die messerscharfen Lyrics. Sehr kritisch werden Politik oder Musikbiz auseinandergenommen, aber auch vor der Auseinandersetzung mit der eigenen Karriere weicht Sage Francis nicht zurück. Der Flow stimmt, zuhören fällt leicht, und mal ehrlich, wie kann man den Mann bei solchen Zeilen nicht mögen: She dangled that carrot, then asked me, "what would Bukowski do?" / don't go there, he'd make you his Mom / and then completely lie about it in a book later on (watch video; kommt der eine oder andere bekannt vor?). Effing brilliant.

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North Sea Jazz Festival 2007

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 9. Mai 2007

Gestern wurde endlich das wie immer umfangreiche Lineup für das diesjährige North Sea Jazz Festival bekanntgegeben. Schon in den vergangenen Jahren hatte ich immer wieder mit dem Gedanken gespielt, nach Rotterdam (früher: Den Haag) zu fahren. Insbesondere, weil sich das Festival allerlei moderne Spielarten mit einverleibt hat und in den über 100 Konzerten nicht allein auf "klassischem" Jazz beharrt. Letzteren mag ich selbstverständlich auch sehr gern, aber je größer die Vielfalt desto lieber ist mir das Festival. Diesmal sieht es nun tatsächlich so aus, als würden wir Mitte Juli ein nettes Wochenende in den Niederlanden verbringen, die Planung ist jedenfalls schon übers Alpha-Stadium hinaus ;O)

Ich liste hier der Einfachkeit halber mal einige der Gründe für den Festivalbesuch per Namedropping auf: Amon Tobin; Amy Winehouse; Antibalas; Cinematic Orchestra; E.S.T.; Fanfare Ciocarlia; Infinite Livez; Jamie Lidell; Joe Zawinul Syndicate; Kieran Hebden & Steve Reid; Kindred Spirit Ensemble; Maceo Parker; Medeski, Scofield, Martin & Wood; Nils Petter Molvaer/Bill Laswell Group; Ojos de Brujo; Rednose Distrikt; Richard Galliano Tangaria Quintet; Sleepwalker; Sly & The Family Stone; Snoop Dogg; The Roots; Tomasz Stanko Quartet; Yasmin Levy. Das komplette Programm findet ihr hier: Freitag, Samstag, Sonntag. Wer von euch fährt auch hin? Man könnte sich dort ja mal treffen.

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