Quantic Soul Orchestra in Frankfurt

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 24. März 2008

Noelle Scaggs und das Quantic Soul Orchestra

Gestern Abend im Frankfurter Sinkkasten: Will Hollands Quantic Soul Orchestra feat. Noelle Scaggs. Großartiges Konzert, als das Eis erstmal gebrochen war. Hätte ruhig noch deutlicher länger gehen können, und ich persönlich hätte gern mehr Material von den ersten beiden Platten zu hören bekommen. Aber die Mischung aus Soul, Funk, Salsa und Cumbia hat auch ordentlich eingeheizt, das Publikum war begeistert, und Michael Rütten und Jan Hagenkötter als DJs haben den Abend perfekt abgerundet. Warum spielen solche Bands eigentlich nicht öfter hier?

You move nothing if you don't move yourself!

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 20. März 2008

Tatsächlich ist es schon wieder über ein Jahr her, dass Mark de Clive-Lowe und Bembe Segue im Mainzer Red Cat zu Gast waren. Die Soulparlor-Crew steht ja mittlerweile dermaßen für Qualität, und so ist es kein Wunder, dass es den Jungs wieder einmal gelungen ist, einen großen Gig klarzumachen. Ich will keine großen Worte verlieren; diejenigen, die Bescheid wissen, werden am 29. März vor Ort sein … alle anderen sind dringendst eingeladen. Don't miss it!

Flyer

By the way: Der Flyer ist ja sowas von geil!?!

2bo4 - Junkyard Gods

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 16. März 2008

Two Banks Of Four, 2 Banks Of 4, oder einfach 2bo4? Die Londoner Nu-Jazz "Supergroup", bestehend aus Dillip Harris aka Demus und Robert Gallagher aka Earl Zinger, die mit City Watching und Three Street Worlds schon zwei bahnbrechende Alben veröffentlicht hat, erfindet sich neu. Zumindest was das Label (jetzt Sonar Kollektiv) und die Schreibweise des Namens (jetzt also 2bo4) angeht. Musikalisch ist das Duo auch beim dritten, heiß ersehnten Longplayer Junkyard Gods den eigenen Qualitätsansprüchen treu geblieben. So gut wie jeder Song umfängt den Hörer wie eine dichte, atmosphärisch geladene Wolke und transferiert seine ganz eigene Stimmung auf dessen Sensorium. Diese zum Teil filigran ausgearbeitete Präzision der Kompositionen war schon auf den ersten beiden Platten ein herausragendes Merkmal des 2bo4-Sounds. Dazu gehört auch die fachkundige Auswahl des Gastpersonals, diesmal der Sängerin Valerie Etienne, die auch schon Galliano oder Matthew Herbert ihre Stimme lieh. Diese Platte gehört in den Schrank jedes Nu-Jazz-Fans — nur schade, dass es sie nicht auf Vinyl geben wird.

Budabeats Netlabel

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 15. März 2008

Budabeats LogoAnfang dieses Jahres wurde in Ungarns Hauptstadt ein Netlabel mit dem schönen Namen Budabeats gegründet, das sich Jazz, Funk und Hip Hop in allen Spielarten widmen möchte, Freestyle also. Außerdem haben sich die Labelbetreiber zum Ziel gesetzt, die ungarische Netlabelszene zu pushen. Dass aller Anfang normalerweise schwer ist, hat Budabeats einfach ignoriert und gleich mal zwei tolle Releases vorgelegt, die ganz weit oben mitspielen.

Eastern Block CoverRelease Nummer 1 ist die augenzwinkernd Eastern Block genannte EP des ungarischen Producers Kovacs. Darauf mischt er gekonnt mal swingenden, mal knarzenden Jazz mit Electronica und Samples und erzeugt eine dichte, cinematische Stimmung, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die sechs Tracks gibt es hier zum Download.

Der zweite Release umfasst ebenfalls sechs Stücke des jungen niederländischen Producers Crookram alias Chris Angelovski. Auf 19/76 geht es deutlich grooviger, funkiger zur Sache, knackige Hip Hop-Beats und rockende Dancefloor-Filler sind eher Crookrams Sache. Es geht aber auch ruhiger wie im Track &Hostile&, der an alte Ninja Tune-Zeiten erinnert. Zum Download hier entlang.

Direct Note Access

Geschrieben von Matthias GutjahrFreitag, 14. März 2008

Okay, okay, es wird echt mal wieder Zeit zu bloggen. Diese Woche war einfach zuviel los, und wenn mal nicht, dann war ich zu faul ;-) Diese Woche ist aber auch Musikmesse in Frankfurt, und ich bin mal wieder nicht rüber nach Frankfurt gefahren. Wozu auch, im Internet erfährt man das Wichtigste ja auch so. Zum Beispiel im Media Systems Blog, beim 12inchgod, bei #thelastbeat, oder bei Tanith. Das Thema schlechthin, über das alle sprechen, ist sicherlich das revolutionäre Feature von Celemonys Melodyne: Direct Note Access. Seht selbst:

Der Hammer, oder? Die Software hat das Potential, Musikproduktion wirklich zu revolutionieren. Interessant wird es sicher vor allem, wenn man an die Grenzen der Software geht, um ganz neue Effekte zu kreieren. Spannende Sache jedenfalls.

Kunsthalle Mainz

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 8. März 2008

Eigentlich wollte ich längst über die Eröffnung der Kunsthalle Mainz am vergangenen Wochenende gebloggt haben, aber es hat ja auch lange genug gedauert, bis Mainz endlich ein Museum für zeitgenössische Kunst bekommen hat, da darf ich mir auch etwas Zeit lassen. Dazu kommt, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte, denn ich hätte sicher einige schöne Bilder schießen können. So müsst ihr euch mit einem Foto begnügen, dass ich zwei Wochen vor der Eröffnung gemacht habe (mehr Fotos hier).

Kunsthalle Mainz

Die Eröffnungsausstellung war gar nicht schlecht, auch wenn es ein paar Exponate mehr hätten sein dürfen. Unter dem Thema Alle Zeit der Welt waren die Arbeiten von Jens Risch, Jürgen Krause und Christian Borchert für mich persönlich am interessantesten. Noch spannender war allerdings die Architektur der Kunsthalle, die in das ehemalige Kessel- und Maschinenhaus des Zollhafens eingezogen ist. Zusätzlich wurde ein um 7° geneigter Turm hinzugefügt, dessen Inneres ebenfalls durchgängig schräg steht. Nicht nur die Wände, sondern auch der Fahrstuhl widersetzen sich der Vertikalen — ein starkes, gelungenes Experiment.

Ich hoffe sehr, dass die Kunsthalle in Mainz ein Erfolg wird, dass sich die zukünftigen Ausstellungen mit der starken Konkurrenz im Rhein-Main-Gebiet mithalten können, und dass Mainz in künstlerischer Hinsicht etwas belebt wird. Nur mit historischen Museen ist es nämlich doch ziemlich langweilig. Außerdem sieht das angeschlossene 7° Café so aus, als könne man da gut ab und zu einen Kaffee trinken gehen.

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