Blip.fm

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 31. August 2008

Die Twitter-Nutzer unter euch werden vielleicht schon ein seltsames Phänomen bemerkt haben, nämlich Tweets wie diesen hier:

Zellmis Tweet

Als solche Tweets immer häufiger wurden, habe ich mich doch gefragt, was sich dahinter verbirgt. Und bin auf Blip.fm gestoßen. Blip.fm ist so etwas wie Twitter für Musik und folgrerichtig auch eng mit Twitter verknüpft. So funktioniert's: Einmal bei Blip.fm angemeldet, tippt man einfach einen Song in die Suchmaske, auf den man gerade Lust hat. Wir dieser von der Suchmaschine gefunden, kann man ihn anhören und einen kurzen Kommentar dazu hinterlassen. Und wenn man will, wird dieser Kommentar zusammen mit dem Link zum Song auch auf Twitter gepostet.

Natürlich dürfen die obligatorischen Community-Features nicht fehlen. So kann man andere "DJs" befreunden und auch anhören, was die so für Musik auswählen. Macht im Moment noch viel Spaß, weil der Dienst für mich neu ist. Ob das so bleibt, wird sich - wie immer - zeigen. Viele Twitterer sind begeistert, aber es gibt auch berechtigte Kritik daran, dass etwa der Twitterstream mit Musikmeldungen zugemüllt wird und die Songs aus durchaus dubiosen, sprich nicht-legalen Quellen stammen dürften. Ich habe jedenfalls mal gaaanz rechts unten in meiner langen Sidebar das Widget von Blip.fm eingebaut. Dort könnt ihr sehen, was ich auf Blip.fm so treibe und auch direkt die Songs anhören. Und wer auch mitmachen möchte, kann dies über diesen Link tun.

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Vertical67

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 30. August 2008

Erst heute im Klangapparat von in|ad|ae|qu|at entdeckt: Das Berlinerirische Netlabel acroplane und die Musik von Vertical67. Speziell das vorgestellte und vor knapp drei Wochen veröffentlichte Album Reflect, das auf angenehmste Weise Breakbeats, sphärische Ambient-Soundscapes und dezente jazzige Anspielungen verbindet. Einerseits eine Zeitreise ein paar Jahre zurück, andererseits aber doch durchaus moderner Sound, positiv und treibend. Ein ca. 80-minütiger Trip, der wirklich Spaß macht. Note to self: Dringend auch mal die anderen Releases auf acroplane antesten! Für das Label spricht allein schon, dass es die Klangbeispiele aller Releases über das von mir geliebte SoundCloud managet.

Update: Vertical67 hat mich heute via SoundCloud kontaktiert und darauf hingewiesen, dass acroplane ein irisches Netlabel ist. Keine Ahnung, wie ich auf Berlin kam ;-)

Fixcel Records

Geschrieben von Matthias GutjahrFreitag, 29. August 2008

Der Jazzblogger macht ernst. Frank Schindelbeck, zuständig für eins der besten deutschsprachigen Jazzblogs, für die Jazzpages, für die Radiosendung Jazzology und für wunderbare Jazz-Fotografien, hat noch lange nicht genug und ist nun dabei, ein eigenes Label zu gründen: fixcel records. Als erstes Album wird eine Produktion mit Lömsch Lehmann und Erwin Ditzner erscheinen, die gerne auch mal in trockengelegten Schwimmbecken musizieren. Sollte also eine spannende Platte werden. Die beiden zeichnen übrigens auch für die "Nullnummer" auf fixcel verantwortlich: Unter dem Titel Klingeltöne ist eine 23 Minuten kurze CD mit sagenhaften 87 Tracks zu erwerben, die sich allesamt als Klingeltöne missgebrauchen lassen. Eigentlich gar keine schlechte Idee, ein paar frische Sounds könnte mein Handy schon vertragen ;-)

Shook me all night long

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 28. August 2008

Heute kam per Newsletter die Info rein, dass die dritte Ausgabe des Shook-Magazins veröffentlicht wurde. Das wäre an sich schon einen Blogeintrag wert, würde aber spätestens bei der fünften oder sechsten Nummer langweilig. Diesmal ist das Erscheinen aber deshalb besonders erwähnenswert, weil Shook nun eine richtige Homepage mit diversen Funktionen hat (auf Basis von Wordpress; offenbar werden Blogsysteme immer häufiger für kleine CMSe verwendet); und weil Shook nun nicht mehr nur auf postalischem Wege bestellt werden, sondern einfach direkt als PDF heruntergeladen werden kann. Das gilt im Übrigen auch für die ersten beiden Hefte. Vielleicht kann man mittlerweile auf die Einnahmen über den Heftverkauf verzichten, weil die Werbung genug einbringt. Vielleicht kaufen aber dennoch ausreichend Leute das Heft, das ja sehr wertig daherkommt, so dass die Download-Strategie nicht weiter schadet.

Wie auch immer, mir kam die PDF-Version äußerst gelegen, um mir eine stundenlange, langweilige Zugfahrt angenehmer zu machen. Und ich muss sagen, dass auch der Themenmix der dritten Ausgabe wieder gelungen ist. Sehr amüsant etwa ist der ausführliche Bericht über die '88er Acid-Welle in London. Interessant auch die Features über die Begleiterscheinungen der Olympischen Spiele in Mexico 1968, über August Darnell, das Interview mit Shawn Jackson, die Plattenreviews, und und und … Die neue Shook ist also auf jeden Fall, wenn nicht die unkomplizierte Bestellung - vorausgesetzt, man hat einen PayPal-Account - dann doch zumindest den Download wert.

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HHV Selected Store, via Supercity

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 27. August 2008

So ganz taufrisch ist die News zwar nicht mehr, aber sie gibt mir die Gelegenheit auf mehrere Dinge hinzuweisen. Zunächst einmal darauf, dass ich, sollte es bei mir mit dem BarCamp Berlin 3 klappen, unbedingt versuchen will, dem Selected Store von HHV einen Besuch abzustatten. Der "alte" Laden von denen ist vielleicht authentischer, aber der neue Store sieht auf den Fotos echt äußerst lecker aus. Ganz besonders freue ich mich darüber, dass die Webseite des Selected Stores ein Blog auf Basis von Serendipity ist und daher nicht nur technisch ganz weit oben mitspielt, sondern auch ein wirklich freshes Erscheinungsbild hat. Viel Whitespace, wie der richtige Laden, und ein funky Blau. Gut gemacht!

Darauf gestoßen hat mich nebenbei bemerkt ein anderes Blog, nämlich das des Wiener Plattenlabels Supercity, gegründet von den Waxolutionists und Manvua als eine Familie, eine Homebase, eine Plattform, ein Kanal, den alle Beteiligten für sich nutzen, ohne dabei ihre künstlerische Selbstständigkeit aufzugeben. Eifrig befüllt wird das Blog von fünf Autoren, darunter auch Manuva selbst, dessen ehemaliges "Blog" noch bei mir in der Blogroll auf der rechten Seite rumhängt (und mittlerweile zu Supercity umleitet). Das erinnert mich dran, dass ich die Blogroll dringend mal wieder aktualisieren muss - verwaiste Einträge rauswerfen, dafür jede Menge spannende neue Blogs rein da.

Jan Delay live in Aschaffenburg

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 21. August 2008

Ich bin euch noch einen kurzen Bericht vom Jan Delay-Konzert am vergangenen Wochenende beim Afrika-Karibik-Festival in Aschaffenburg schuldig. Gut, dass ich mittlerweile etwas Abstand dazu habe, denn so erfreulich war das alles nicht, zumindest was die Festival-Organisation betraf. Auch wenn das Festival am Samstag schon zwei Tage alt war, hätten wir doch einen besseren Zeltplatz erwartet als eine harte, steinige, abschüssige und zu kleine Fläche an einer Wegekreuzung unter einer Brücke, und das nach mehr als einer halben Stunde Warterei. Schließlich hatten wir reserviert und dafür ordentlich zahlen müssen. Aber wir haben unsere Zelte da irgendwie hingequetscht, und zu den Dixi-Klos hatten wir es auch nicht weit :O/

Leider war das System der Getränkeausgabe auf dem Festivalgelände ebenfalls katastrophal. Nicht nur musste man sich Verzehrmarken zu fünf bzw. zehn Euro kaufen (= Schlange stehen), um mit diesen dann Bier zu je zwei Euro zu bekommen (= an einer weiteren Schlange stehen; außerdem teilt sich fünf nicht so gut durch zwei), sondern beim Erwerb eines Bieres wurde zusätzlich noch Pfand in barer Münze verlangt (= nochmal Geld rauskramen, Pfandmarken aufteilen). Es dauerte also eine knappe halbe Stunde, bis wir grundlegend mit Flüssigem versorgt waren. Die Stimmung war dementsprechend auf dem Siedepunkt ;O) Ganz erheblich zur guten Laune trugen anschließend die Bierbänke bei, die in unregelmäßigen Abständen, aber nicht gerade geringer Zahl im Zuschauerbereich verteilt aufgestellt waren. Als einige Zuschauer nämlich begannen, sich auf die Bänke draufzustellen, war die gute Sicht auf die Bühne dahin, was einige seltsame Rochaden zur Folge hatte.

Schlussendlich konnten wir aber doch Jan Delay und Disko No.1 auf der Bühne begrüßen. Und was haben die die Scheiße fett gerockt. Zwar fehlten mit einige Klassiker aus alten Sam Ragga-Zeiten, aber diverse Cover von Madonna bis Deichkind ("Remmidemmi" - ganz groß) waren mehr als Entschädigung dafür. Jan Delay ist einfach ein guter Entertainer, eine coole Sau auf der Bühne, und er weiß, wie er das Publikum auf seine Seite bekommt. Na gut, einige seiner Pointen blieben auf halbem Wege stecken, aber wir sind ja nicht kleinlich. Insgesamt konnte das Konzert den ganzen restlichen Scheiß fast vergessen machen, aber nochmal muss ich da sicher nicht hin. Zum Abschluss noch ein kleines Video vom "Freeze"-Spielchen mit Band und Publikum: