Bouncing Cats - B-Boys in Uganda

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 17. Juni 2010

Nicht erst seit der Fußball-WM blogge ich gern über afrikanische Musik und musikalische Unternehmungen in unserem südlichen Nachbarkontinent. Uganda feiert, wenn ich das richtig sehe, jetzt Premiere in meinem Blog. Dafür ist das Projekt umso erstaunlicher: In diesem vom Bürgerkrieg und anderen brutalen Konflikten gebeutelten Land, genauer in der Hauptstadt Kampala, wurde 2006 das Breakdance Project Uganda gegründet. Ziel dieses Projekts war und ist es, Jugendlichen die Kultur der B-Boys nahezubringen und ihnen auf diese Weise eine Perspektive für ein besseres Leben aufzuzeigen (Videos und mehr Material hier). Der Film Bouncing Cats, dessen Trailer hier zu sehen ist, dokumentiert dieses Vorhaben und featured unter anderem Common, Mos Def, K'Naan und Crazy Legs von der legendären Rock Steady Crew. Bleibt wie immer zu hoffen, dass dieser Film auch hierzulande gezeigt werden wird.

[via @ladymasiki]

Der letzte Schrei

Geschrieben von Mittwoch, 16. Juni 2010

Fans lesen lieber Blogs

In den USA hat sich die Musikkritik mittlerweile fast vollständig ins Internet verlagert. Für Bands ist es wichtiger, auf dem Internetportal Pitchfork positiv erwähnt zu werden, als im Spin-Magazin. Blogs und Webseiten erfreuen sich größter Beliebtheit. Musiker können berühmt werden, ohne jemals auf der Titelseite eines Magazins gewesen zu sein. Hype wird über Facebook, Twitter und andere Social Media generiert. Sie haben den Musikzeitschriften den Rang abgelaufen, und diese verschwinden vom Zeitschriftenmarkt.

via taz.de

In der taz findet seit einigen Wochen eine Debatte über den Status Quo und die Zukunft der Musikkritik statt. Lesenswert der aktuelle Beitrag der US-amerikanischen Bloggerin und Journalistin Geeta Dayal. Haben deutsche Musikzeitschriften noch Relevanz? [via @PBBMarx]

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Uwu-Lena-Schland

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 15. Juni 2010

Die Fußball-WM und Lena verkaufen zurzeit beinahe alles. Das hat sich wohl auch Tagesspiegel-Redakteur Michael Rosentritt gedacht, als er die Analyse "Deutschland kickt, wie Lena singt" anstellte. Das hatte aber auch die Münsteraner Studenten-Fun-Band Uwu Lena gemerkt, die Lenas Beitrag zum Eurovision Song Contest zu "Schland o Schland" umgetextet hatte. Diese Version wurde über Youtube und andere Social Media-Kanäle so rasant populär, dass Universal Music, das die Rechte am ESC-Siegerlied "Satellite" besitzt, sich gezwungen sah einzuschreiten bzw. Anwälte einschreiten zu lassen. Was die zu erwartenden Proteste auf Facebook und Twitter nach sich zog.

Nun ist Tausendsassa Stefan Raab aber nicht nur Autor eines weiteren Lena-Songs und, nebenbei bemerkt, auch Inhaber der Wortmarke "Schland", sondern auch ein cleverer Kopf mit einer sensiblen Spürnase für Trends und deren Vermarktung. Und er hat in seiner bisherigen Laufbahn wohl entscheidend zur Popularisierung nicht ganz ernst gemeinter Songs und Coverversionen beigetragen. Ich stelle daher einfach mal die Behauptung auf, dass Raab das (kommerzielle) Potential des Uwu Zela-Songs sofort erkannt hat.

Damit scheint Raab auch die Plattenbosse überzeugt zu haben. Er hat denen vermutlich erstmal klarmachen müssen, dass es sehr viel intelligenter ist, den Song selbst zu verkaufen als zu versuchen, ihn vom Erdboden wegzuklagen. Oder hat Universal die Anwälte von allein zurückgepfiffen? Jedenfalls hat die Plattenfirma eine Drehung um 180 Grad vollzogen und veröffentlicht die Single in drei Tagen ganz offiziell. If you can't fight 'em, buy 'em. Eine Win-Win-Situation sozusagen!?

Vielleicht merkt die Musikindustrie ja, dass Remixen gar nicht so böse ist. Und dass sie bei Fanvideos nicht immer der Verbots-, Abmahn- und Anwaltskeule schwingen sollte, sondern sich für die Kreativität öffnen sollte. Für Uwu Lena stellte sich die Situation andererseits wohl so dar, dass sie entweder mit Universal kooperieren oder aber den Song einstampfen konnten. Nach der Entscheidung für den Plattenmulti dürften sie zumindest für drei, vier Wochen deutschlandweit sehr bekannt werden und auch den einen oder anderen Euro dazuverdienen. Für eine Studentencombo eine tolle Sache. Und Universal hat sogar was für das eigene Image getan.

Ich behaupte nicht, dass wir hier Zeuge eines Paradigmenwechsels werden. Dafür ist die Lage rund um Urheberrechte, Remixe, Sample-Clearing, Lizenzgerangel, Musik-Kopien mittlerweile zu verfahren. Aber in der Tat könnte Kooperation statt Inkrimination einen teilweisen Ausweg aus der Misere aufzeigen. Cory Doctorow übrigens beschreibt diese Möglichkeit anhand eines anderen Beispiels (Disney) ganz anschaulich in seinem neuesten Roman Makers. Ist zwar Fiktion, aber vielleicht gar nicht so weit entfernt von der Realität.

Auf die Zwölf: The Missing Show

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 15. Juni 2010

Die New Urban Music Show #012 ist aus diversen Gründen Ende April nicht auf Soulsender.de gesendet worden. Hauptsächlich waren es terminliche Gründe, wegen derer ich die Sendung nicht rechtzeitig vorbereiten konnte. Damit meine mit Begeisterung zusammengebastelte Playlist für die Show nicht in der Schublade liegen bleibt, habe ich die pure Musik ohne Moderation einfach so mal aufgenommen und bei Mixcloud hochgeladen. Die nächste Sendung wird übrigens am Sonntag, dem 20. Juni 2010, um 22 Uhr auf http://www.soulsender.de/ ausgestrahlt.

Cover art based on a photo under a CC license by Kevin Dooley.

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Blumentopf WM-Raportage Australien

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 14. Juni 2010

Das war mal wieder ein WM-Start der deutschen Nationalmannschaft ganz nach meinem Geschmack. Zugegeben, Australien war kein ernstzunehmender Gegner, aber auch gegen die Socceroos muss man erstmal vier Kisten machen. Dieses Resultat sticht jedenfalls aus den restlichen Ergebnissen heraus, und das ist gut fürs Selbstvertrauen. Blumentopf sehen das ähnlich.

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Blumentopf WM-Raportage 2010 - Teil 1

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 13. Juni 2010

Drüben bei itsrap.de waren sie mit der Ankündigung etwas schneller, aber traditionell darf hier der Hinweis auf die RAPortagen der Blumentöpfe nicht fehlen. In diesem Jahr gibt's sogar einen Vorbericht zu ersten Spiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Australien. Ich werde langsam schon nervös, mache mir gegen die Aussis aber keine allzu großen Sorgen. Check it out (ähem)!

Einen heiteren Nachbericht zum zweiten Spieltag der WM hat thelastbeat-Macher Eikman aufgeschrieben. Mehr gibt's zu den gestrigen Spielen nicht zu sagen!