Hip Hop verbieten! Sofort!

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 26. Juli 2011

Hip Hop Graffiti

Während die selbsternannten "Sicherheitsexperten", allen voran der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Uhl, hierzulande die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung fordern, weil die Anschläge in Norwegen "in Wahrheit [...] im Internet geboren" wurden, während diese Leute also allergröbsten Unsinn verzapfen, wird der wahre Hintergrund der Tat leider völlig ignoriert. Dabei wäre es ein Einfaches, die wichtigen Informationen aus dem Manifest "2083 - A European Declaration Of Independence" zu extrahieren, das der Attentäter Anders Behring Breivik selbst verfasst, teilweise aber auch plagiiert hat.

Wie das Philadelphia City Paper dankenswerterweise recherchiert hat, ist nämlich der Hip Hop an allem Schuld! Schließlich sei Breivik, wie er selbst schreibt, als Jugendlicher selbst dem Hip Hop zugetan gewesen und habe als Folge dessen Straftaten begangen. Er habe beispielsweise durch Taggen und Graffiti einen Sachschaden von selbst geschätzten 700.000 Euro verursacht. Außerdem hätten viele seiner damaligen Freunde wegen Hip Hop angefangen, Haschisch und Marihuana zu konsumieren. Überhaupt stammten etwa ein Drittel aller norwegischen Drogensüchtigen aus der Hip Hop-Szene. Ich zitiere im Folgenden die beiden wichtigsten Originalpassagen:

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A Tribute To Amy Winehouse

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 24. Juli 2011

Das trübe Wetter an diesem Wochenende trägt nicht unbedingt dazu bei, die ebenso trübe Stimmung aufzuhellen, also bleibe ich lieber drinnen, koche mir eine heiße Schokolade und bastle einen kleinen Mix in Gedenken an Amy Winehouse. "Fuck Me Pumps" war der erste Song, den ich 2003 von ihr gehört habe. Damals stand ihr der große Durchbruch noch bevor, aber auch ihre ganzen Eskapaden, die von der britischen Schmierpresse genüsslich ausgebreitet wurden. Wenigstens gehen diese Zeitungen gerade (hoffentlich) auch zugrunde. Amys Potential war jedenfalls vor acht Jahren schon deutlich. Leider wird sie es nie mehr ausschöpfen können.

Mit "Back To Black" kam 2006 dann der große Erfolg, aber damals ging es gesundheitlich schon bergab mit ihr. Ein Jahr später fuhr ich erwartungsfroh in die Niederlande aufs North Sea Jazz Festival, aber ihren Auftritt dort sagte Amy in letzter Minute ab. Man machte sich so seine Gedanken. Sie versuchte immer wieder, gegen ihre Sucht anzukämpfen, was aber zusehends misslang und immer hoffnungsloser rüberkam. Sie wollte ihren eigenen Weg gehen, letztlich gaben aber Sucht und Krankheit diesen Weg vor. Gestern starb Amy Winehouse aus bislang ungeklärter Ursache.

Foto: Amy Winehouse, cc-by von Fionn Kidney

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David Rodigan beim Sónar Festival

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 23. Juli 2011

David Rodigan cc-by-nc-sa asselbande

Das Set von David Rodigan war eins der Highlights auf dem Worldwide Festival. Rodigan ist nicht nur einer der bewandertsten Reggae- und Dancehall-DJs weltweit, er ist selbst einer der größten Fans dieser Musik, er predigt den Offbeat live und im Radio und lehrt die Wurzeln des Sounds. Dabei sieht man es Rodigan, dem 60-jährigen weißen Briten mit dem schütteren Haar auch auf den zweiten Blick nicht an, dass er bei Sound Clashes die etabliertesten Soundsystems "vernichtet". Der Mann ist ein Phänomen.

Und er hat viele Geschichten zu erzählen, so geschehen vor kurzem bei Gilles Petersons Worldwide auf BBC Radion 1. So geschehen auch auf dem Worldwide Festival und auch auf dem Sónar in Barcelona. Letzteres Set haben dankenswerterweise die Leute von Boiler Room und der Red Bull Music Academy mitgeschnitten. Im Prinzip war seine Botschaft bei beiden Festivals die selbe. Das mag vielleicht etwas anstrengend sein beim Zuhören, weil er viele Songs nur kurz anspielt. Aber wer sich auf seine Stories einlässt, wird sehr gut unterhalten.

Den Mitschnitt gibt es auch als reines Audio auf Soundcloud, so toll ist die Videoqualität ja nicht. Falls ihr die Gelegenheit habt, Rodigan live zu sehen, nutzt sie unbedingt. Bis dahin hört seine Radiosendung oder eben mindestens das hier verlinkte Set.

Foto: David Rodigan, cc-by-nc-sa von asselbande.

form & Dr. Eck: format C:

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 19. Juli 2011

Cover von format C:

Mich als Linuxnutzer hat ein "format C:" bisher nicht gejuckt, aber das ändert sich mit diesem gleichnamigen Free-Release von form aka form prim aka Ficko-Mastermind. Eloquenter, nachdenklicher Rap mit zwei zwinkernden Augen, geremixt von Dr. Eck. form macht schon seit geraumer Zeit die andere Rheinseite (aka Mainz) unsicher und auch sonst ein voll knorke Typ.

Der Neunträcker ist heute auf Duzz Down San aus der schönen Statutarstadt Salzburg erschienen und ein Pflichtdownload für Freunde guten, deutschen Hip Hops. Eben diesen nimmt form in Tracks wie "Metzgerei in der Hood" oder "Fremdscham im eigenen Land" aufs Korn und seziert ihn genüsslich. Lasst euch das nicht entgehen!

Hier geht's zu HQ-Download, und reinhören könnt ihr natürlich gleich hier: 

FreeMixter: Free! Music! Contest 2011 gestartet

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 17. Juli 2011

Logo des Wettbewerbs

Nach dem großen Erfolg 2009 und im letzten Jahr veranstalten der Musikpiraten e.V. auch 2011 wieder einen Free! Music! Contest (FMC). Der internationale Wettbewerb rund um freie, unter Creative Commons lizenzierte Musik steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Kanadierein Allison Crowe, die ihre Musik seit langem auch bei Jamendo zum freien Download anbietet. Den Gewinnern winken neben der Veröffentlichung ihrer Titel auf dem Contest-Sampler und einem Live-Auftritt (in Wiesbaden?!) Sachpreise im Wert von über 1000 €.

FreeMixter

Es gibt 2011 einige wichtige Neuerungen zu beachten. Im Fokus stehen diesmal Remixe und die Plattform ccmixter.org. ccMixter ist eine ziemlich coole Plattform zum Teilen von Samples, Audiospuren und Remixes unter Creative Commons-Lizenz, die ich hier im Beitrag über paniq schon einmal lobend erwähnt habe. Der Plan ist, dem nächsten FM-Sampler eine Remix-CD beizufügen. Contest-Beiträge können also geremixt werden, weil mindestens eine Spur auch auf ccMixter hochgeladen werden muss. Durch diesen Schwerpunkt soll ein weiterer Vorteil von Creative Commons verdeutlicht werden: Aufwändige Sample-Lizenzierungen entfallen, Remixer können aus einem großen Pool von Audiomaterial schöpfen.

Lizenzwechsel

In den vergangenen Jahren durfte die Contest-Musik weder weiterverarbeitet noch kommerziell verwendet werden. Nun soll dies durch die Wahl von CC-BY und CC-BY-SA ermöglicht werden. Das wird möglicherweise dem einen oder anderen Künstler nicht gefallen, aber ich finde diesen Ansatz richtig. Für die Inhalte meines Blogs habe ich mir anfangs auch kommerzielle Nutzung verbeten, seit einiger Zeit steht rechts unten aber auch CC-BY. Kann man diskutieren, ich find's aber völlig richtig so.

Details

Alle wichtigen Einzelheiten zum FMC findet ihr hier, Musiker können sich hier anmelden (bis zum 31.07.). Ich bin gespannt auf die hoffentlich zahlreichen Beiträge. Wahrscheinlich sitze ich dieses wie letztes Jahr mit in der Jury, also gebt euch Mühe ;-)

Wettbewerbs-Logo CC-BY-SA by PhyrWorx, bearbeitet von René Walter.

Worldwide 2011, Baby!

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 14. Juli 2011

James Blake auf dem Worldwide Festival 2011

Wer hier jetzt massiven Content vom Worldwide Festival 2011 erwartet, hat natürlich recht, muss sich aber noch etwas gedulden. Bin gerade erst zurückgekommen und muss mich noch etwas akklimatisieren. Außerdem müssen Gedanken, Foto- und Videofootage sortiert, neue Kontakte in den jeweiligen Netzwerken und Plattformen hergestellt werden, schließlich trifft man in Sète ja alle paar Meter alte und neue Bekannte (bis auf Peter, der aber auch da war).

Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Es war mal wieder super, das Wetter hat mitgespielt, die Musik war vom Feinsten. Premiere: DJs im Théâtre de la Mer mit dem besten Sound, den ich seit Langem gehört habe. Am nächsten Abend hat James Blake uns ebendort die noch vom Strand feuchten Haare trockengefönt. Den Boiler Room-Live-Broadcast vom Beach habt ihr ja sicher alle geschaut, ne? Gibt's den als Recording irgendwo?

Apropos Beach: Jeremy Sole und Rich Medina haben es am Samstag gekillt, und der 14-stündige Sonntagsmarathon am Strand ist sowieso immer der krönende Abschluss, wobei Brandt Brauer Frick live das Sahnehäubchen auf der Krone waren. Nicht ganz unerwähnt bleiben sollte auch die "Supergroup" Flying Lotus & Dorian Concept & Richard Spaven, die unterm Leuchtturm megamäßig gerockt haben. Tja, die Location dort auf der Mole wird es wohl im nächsten Jahr nicht mehr geben.

Eine Bewegtbild-Zusammenfassung der ersten vier Tage hat Lefto gedreht, der nicht nur mit seiner Kamera scheinbar überall war, sondern an beinahe an jedem Tag auch aufgelegt hat. Der Mann ist eine Party-Machine und sowas wie die gute Seele des Festivals. Hier das Video zu Tag 1:

Bleibt mir noch ein fettes Dankeschön an meine Partycrew (ihr wisst, dass ihr gemeint seid) und an alle anderen zu sagen, die mit mir gefeiert haben! Wir sehen uns in 2012!

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