42. Deutsches Jazzfestival

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 20. Oktober 2011

Banner Deutsches Jazzfestival 2011

Traditionell in der so genannten deutschen "Jazzhauptstadt" Frankfurt am Main findet vom 27. bis zum 30. Oktober das Deutsche Jazzfestival statt. Die vom Hessischen Rundfunk organisierte Veranstaltung steht 2011 ganz im Zeichen des legendären New Yorker Labels impulse!. Denn das von Creed Taylor ins Leben gerufene Label, auf dem einst John Coltrane seine Musik veröffentlichte, feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Dazu heißt es im Festivalprogramm:

Kein anderes Jazz-Label verkörpert die Aufbruchstimmung und die Experimentierfreude der 60er Jahre so beispielhaft wie „Impulse!“-Records. Unter dem wegweisenden Motto „The New Wave In Jazz“ veröffentlichte das 1961 gegründete Label mehr als 15 Jahre lang das Avancierteste, was der Jazz zu bieten hatte. Es waren Visionäre wie Sonny Rollins, Charles Mingus, Albert Ayler, Keith Jarrett, Archie Shepp und Pharoah Sanders, die bei „Impulse!“ ihre ersten großen Erfolge feierten. Vor allem aber ein Künstler prägte die Identität des Platten-Labels und sicherte ihm seinen lang anhaltenden Einfluss: John Coltrane.

Spielfreude und Experimentelles rücken beim diesjährigen Festival also in den Mittelpunkt. Und das Programm kann sich wirklich sehen lassen - im doppelten Sinne: Denn wer keine Tickets für das Festival hat, kann sich fast alle Konzerte live im Radio anhören oder sogar im Livestream ansehen! Unter www.jazzfestival.hr2-kultur.de oder bei Arte unter liveweb.arte.tv werden die Videostreams angeboten. Aber zurück zum Programm.

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Von 1991: Halbstündiges Feature über Acid Jazz

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 19. Oktober 2011

Titel des Video-Features über Acid Jazz

Vor 20 Jahren war Acid Jazz ein ganz heißes Ding, vor allem in England. Legendäre Clubs wie das Dingwalls, wo Patrick Forge und Gilles Peterson die "Talkin Loud And Saying Something"-Nächte veranstalteten, wo Bands wie die Galliano, Incognito, James Taylor Quartet oder US3 spielten, wo Jazz und Funk auf Hip Hop auf elektronische Tanzmusik traf, spielen im Schöpfungsmythos des Acid Jazz eine zentrale Rolle. Auch Paul Bates ging oft ins Dingwalls. Er hatte eine Filmproduktionsfirma gegründet und nahm ab und zu seine Sony DXC 3000 mit auf die Parties.

Dabei entstanden die Aufnahmen von Gigs der Brand New Heavies, Mark "Snowboy" Cotgrove, Steve Williamson und Bukky Leo. Pauls Kumpel Tony Williams interviewte währenddessen Paul Bradshaw, Gilles Peterson, Eddie Pillar und weitere Acid Jazz-Protagonisten der ersten Stunde. Paul schnitt sein Material mit den Interviews zusammen und produzierte ein halbstündiges Feature. Vor kurzem hat er es ins Internet gestellt. 1991, die frühen Tage des Acid Jazz: Die Jungs sahen alle aus wie typische englische Weißbrote ;-)

Was allerdings dieser Mission Impossible-Mittelteil soll, ist mir immer noch nicht ganz klar ... [übrigens via Lefto das ganze]

Elektronischer Improvisationsrausch

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 17. Oktober 2011

Wesseltoft/Schwarz auf dem Enjoy Jazz 2011 in Mannheim

Bugge Wesseltoft und Henrik Schwarz. Es heißt ja, da hätten sich zwei gefunden. Und in der Tat ließen die beiden gestern Abend in der Mannheimer Alten Feuerwache ihrer Spielfreude freien Lauf. Wesseltoft, zunächst klassisch am Flügel, traktierte sein Rhodes später experimentierfreudig mit Hieben, um ihm knarzende Brummschleifen zu entlocken, und wechselte schließlich ganz aufs iPad. Schwarz auf der anderen Seite kauerte nicht bloß hinter seinem Macbook mit Ableton Live, sondern drehte auch simultan Knöpfchen, griff in die Tasten und machte irgendwas mit einer Wasserflasche und einem Drumstick. Fragt nicht.

Bisweilen hielten die Zuschauer den Atem an, so fragil wirkten manche der repetitiven Melodien, die nach und nach aber mehr Energie aufbauten und sich dann in einer akuten Soundexplosion entluden. Andere Songs wie Schwarz' Klassiker "Leave My Head Alone Brain" groovten so heftig housig, wie man es von der Musik des Wahl-Berliners auch erwarten durfte. Nur spielten die beiden eben alles live, improvisierten schonmal drauflos, nahmen Umwege, malten Schnörkel, swingten unbekümmert und fanden am Ende problemlos wieder ins Ziel. Es stimmt also, da kommt zusammen, was zusammen gehört.

Schön auch, dass das Duo zwei Stunden lang fast ohne Pausen musizierte, da hat sich meine Anfahrt zum Enjoy Jazz gleich doppelt gelohnt. Mehr und viiiiel schönere Fotos hat Frank geschossen und auf Metropoljazz veröffentlicht.

Enjoy Jazz-Mini-Tour

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 13. Oktober 2011

Enjoy Jazz-Logo

Morgen starte ich meine persönliche Mini-Tour zum Enjoy Jazz-Festival im Rhein-Neckar-Delta. Schon vor elf Tagen hatte Erik Truffaz das Festival mit Miles Davis-Songs eröffnet. Heute Abend spielen übrigens die großartigen The Bad Plus. Und morgen, ja morgen werden die acht Söhne des Phil Cohran, besser bekannt als Hypnotic Brass Ensemble, die Mannheimer Feuerwache zum Brennen bringen (Feuerwache, brennen, ihr versteht?). Auf die Jungs freue ich mich ganz besonders, weil ich sie letztes Jahr in Frankreich schon etwas näher kennenlernen durfte!

Am Sonntag setze ich meine Tour fort beim gemeinsamen Auftritt von Bugge Wesseltoft und Henrik Schwarz. Der norwegische Pianist und der deutsche Laptop-Producer haben aktuell das Album "Duo" am Start, das sich schon gut anlässt. Ich vermute aber, dass sich die Kollaboration der beiden erst live so richtig entfalten kann. Auch wenn die Tracks zum Teil etwas ruhiger daherkommen: Hoffentlich ist die Feuerwache nicht bestuhlt ;-)

Zum Abschluss (für mich, das Festival läuft ja noch bis 18. November) sehe ich mir am Montag einen weiteren Norweger an, den Trompeter Nils Petter Molvær. Er tritt im Trio mit Gitarre und Drums auf, speist noch elektronisches Gefrickel ein und hat mit "Baboon Moon" ein Album im Gepäck, auf dem er (endlich) wieder zu Hochform aufläuft und es auch mal richtig krachen lasst. Seinen düsteren Markenzeichen-Ambient-Sound hat er natürlich immer noch perfekt drauf, aber die Gitarren-Soundwände tun seiner Musik hörbar gut.

Das werden anstrengende Tage, aber ich freue mich schon drauf und werde hinterher bloggen, wie es war. Wenn von euch jemand dort ist, gebt doch einfach Bescheid; vielleicht können wir vor- oder nachher noch kurz plauschen.

Weitere Infos zum Enjoy Jazz findet ihr natürlich auf der Festivalwebseite, im Festivalblog oder bei metropoljazz.de

Mad-Hop Vol. 3

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 8. Oktober 2011

Cover-Ausschnitt von Mad Hop Vol.3

Das schlackert und pusht untenrum ganz ordentlich, was uns die auf Mad-Hop Vol.3 versammelten Produzenten auf die Ohren geben. Mad-Hop Vol. 3, das ist ein Sampler mit 21 wonky, glitchy, basslastige Hip Hop-Tracks, die auch mal ins abstrakt-dubsteppige abgleiten. Unter anderem mit dabei: Pixelord, Tilman Ehrhorn, B-Ju und jede Menge Cats aus England, Frankreich, den US of A, Russland, Ungarn usw. Truly international. Finde ich genau den richtigen Sound für einen chiligen Abend nach einem ansonsten ziemlich verspulten Tag. [via Blogrebellen und Good Netlabels]

Zum Pay what you like-Download


Das Teaser-Video wäre an dieser Stelle eigentlich überflüssig, aber es ist auch sehr cool, so dass ich es euch auf keinen Fall vorenthalten möchte:

Dubstep-Parties in Mainz und Wiesbaden

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 6. Oktober 2011

Flyer für die Dubstep-Parties in Mainz und Wiesbaden

Je nachdem, wen man fragt, ist das Genre Dubstep mindestens 9-10 Jahre alt. Aber der Sound aus dem Londoner Süden kam in Deutschland nie so richtig an, sieht man mal von einigen fleißigen Foren und Blogs ab, die Dubstep schon seit langem pushen. Will man zu dieser Tiefbass-lastigen Musik feiern gehen, wird's also schwierig - auch in Wiesbaden und Mainz. Doch langsam tut sich etwas.

Im Wiesbadener Schlachthof veranstalten die Darmstädter Dubstepper von Chrome! bereits seit Juli 2010 regelmäßig ihre Dubstep-Parties, zu denen sie auch Gast-DJs einladen. Nächster Termin ist der 4. November 2011 mit audite aus Leipzig.

Flexomat und Pandem von Chrome! sind auch im Mainzer Kulturcafé mit von der Partie, wenn am 22. Oktober 2011 die Premiere von 30Hz über die Bühne geht. Dahinter stecken die Jungs von Jump Up The Bassline, darunter Tinkerman und Track Smith, die einige vielleicht schon u.a. als DJs der Hip Hop Culture-Radioshow auf Radio Rheinwelle kennen.

Habt ihr noch mehr Tipps? Wo können Freunde des Wobble-Basses in Mainz, Wiesbaden und Umgebung noch hingehen? Am besten einfach hier in die Kommentare posten.

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