Robert Glasper Experiment Live Bootlegs

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 26. Februar 2012

Der US-amerikanische Jazzpianist Robert Glasper ist bekannt für seine Genre-übergreifenden Live-Shows, Kompositionen, Interpretationen und Kollaborationen. Häufig wird sein Klavierspiel von einem Hip Hop-Beat angetrieben, und Glasper scheut sich auch nicht, mit Rappern wie Mos DefYasiin Bey, Bilal, Phonte, Pete Rock, Q-Tip, Lupe Fiasco, Shafiq Husayn oder gar Kanye West zusammen aufzutreten. Der Fusion von Jazz und Hip Hop hat er in den letzten Jahren neues Leben eingehaucht.

Auf seinem in Kürze erscheinenden Album Black Radio beweist Glasper einmal mehr seine Vielseitigkeit, indem er u.a. Erykah Badu oder Meshell Ndegeocello mit dabei hat und "Smells Like Teen Spirit" neu interpretiert. Na gut, letzteres hätte er sich vielleicht sparen können, aber sei's drum. Vermeintliche musikalische Grenzen sprengt momentan niemand besser als Glasper. Das beweist auch dieses Mixtape auf Soundcloud, das 13 Songs von verschiedenen Auftritten Glaspers (in allerdings höchst unterschiedlicher Soundqualität) zusammenbringt.

Was freue ich mich schon auf Robert Glasper live im Théâtre de la Mer im Juli auf dem Worldwide Festival!

Sing! Inge, Sing!

Geschrieben von Matthias GutjahrFreitag, 24. Februar 2012

Inge Brandenburg

Inge Brandenburg war eine deutsche Jazzsängerin, die bis heute nur wenigen Fans und Fachleuten bekannt ist. In den Fünfziger und Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts galt sie als eine der besten, wenn nicht sogar die beste westdeutsche Jazzsängerin. Leider wurde ihr großes Talent als Jazz singende Frau zu dieser Zeit kaum gewürdigt.

Ende der 1950er Jahre als beste europäische Jazzsängerin gefeiert, vom Time Magazin mit Billie Holiday verglichen, auf Händen getragen von den Musikern – und ignoriert und (erfolglos) auf Schlager reduziert von der deutschen Plattenindustrie.

Ihr Lebensweg verlief von Kindheit an ähnlich schwierig und tragisch wie der anderer großer Sängerinnen zur gleichen Zeit. Inge Brandenburg starb 1999 verarmt und weitgehend in Vergessenheit geraten - doch jetzt erinnert ein Film an diese außergewöhnliche Frau: Sing! Inge, Sing! von Marc Boettcher ist ein knapp zweistündiges Porträt und ein Hommage an eine der besten deutschen Jazzsängerinnen.

Der Soundtrack zum Film enthält 22 ihrer besten Jazz-Aufnahmen, von "The Man I Love" bis "Non, Je Ne Regrette Rien". Der Film läuft zurzeit in ganz Deutschland in kleinen Programmkinos, unter anderem dieses Wochenende in Heidelberg im Karlstorkino und am 13.04. und 18.04.2012 im Murnau-Filmtheater in Wiesbaden. Save the date!

Danke an Metropoljazz für die Erinnerung. Ich wollte nämlich schon seit längerem auf diesen Film hinweisen ;-)

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Anthony Drawn

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 23. Februar 2012

Coverausschnitt

Schon vor vier Wochen wollte ich über Anthony Drawn schreiben, einen Produzenten aus der Nachbarstadt Mainz, der gerade sein "physikalisches" Debut A Beautiful Fragile Balance auf dem kleinen, feinen Sichtexot-Label herausgebracht hat. Jetzt bin ich gerade wieder darauf aufmerksam geworden.

Denn vor kurzem ist im Dead Magazine ein ausführliches Interview mit Anthony Drawn erschienen. Er spricht über die Features mit Teknical Development von Obba Supa und Joshua Keyes, und er spricht natürlich auch über seine Musik. Ihm ist

die Atmosphäre sehr wichtig, eine melancholisch angehauchte Stimmung, die sich durch das ganz Album zieht. Ich fange eigentlich immer mit Klangflächen oder Harmonien an. Synthies rumspielen oder mal ein Vocalsample… Drums kommen fast immer am Ende.

Wer atmosphärische Synths und bassgetriebene Beats mag (und wer tut das nicht), sollte sich die Platte zumindest mal anhören. Danke an Progolog.de für den Tipp!

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Jazzanova like a band

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 22. Februar 2012

Crowdfunding-Flyer

Seit 15 Jahren prägen Jazzanova wie kaum andere den Sound des NuJazz, auch wenn es in die letzten Jahren eher ruhig um die Berliner geworden ist. Zuletzt gab es aber auch wieder Lebenszeichen von ihrem Sonar Kollektiv-Label. Und im Mai sollen dann die Funkhaus Studio Sessions als Platte erscheinen.

Als wenn das noch nicht genug wäre, wird nun außerdem der Film Jazzanova like a band produziert. Die Aufnahmen haben freier.eckert in den letzten drei Jahren auf der ganzen Welt gedreht, die sind im Kasten. Aber für die Fertigstellung des Film (geplant für Anfang 2013) und den Soundtrack werden noch 70.000 €(!) benötigt. Weil das kein ganz kleiner Betrag ist, haben die Filmemacher eine Crowdfunding-Aktion bei Inkubato gestartet.

Ich habe hier im Numblog schon öfter über Crowdfunding-Projekte geschrieben und bin gespannt, ob dieses ebenso erfolgreich verlaufen wird wie die anderen. Sehen würde ich diesen Film nämlich schon ganz gern ;-) [via nutriot]

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RBLLN.TV: Heute geht es los!

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 21. Februar 2012

RBLLN.TV Logo

Die Berliner Blogrebellen zünden die nächste Stufe auf dem Weg zur Weltherrschaft: Heute Abend um 21 Uhr wird die Pilotsendung von RBLLN.TV live ins Netz gestreamt. pEtEr und Walter hosten die zweistündige Show ab sofort jeden Dienstagabend und haben hochkarätige Gäste angekündigt: In den kommenden Wochen werden DJ MQ, Tanith, René Walter (Nerdcore) und viele weitere zu Gast sein.

Auf RBLLN.TV, wo jetzt alle kommenden Termine stehen, werden jeweils eine halbe Stunde vor Beginn des Streams der Audio-/Video-Player und die zugehörige Twitterwall sowie das IRC-Widget (Chat auf blogrebellen@freenode) angezeigt.

Ich freue mich schon wie Bolle auf die Show heute Abend! Schaltet bitte alle ein unter RBLLN.TV!.

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Just Music '12 Jazzfestival in Wiesbaden

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 19. Februar 2012

Just Music 2012

Die bunten Plakate sind überall in Wiesbaden zu sehen: Am kommenden Wochenende, also am 24. und 25. Februar 2012, findet zum siebten Mal das Just Music Festival in der hessischen Landeshauptstadt statt. Bei dem internationalen Jazzfestival im Kulturforum am Dern'schen Gelände gehen an zwei Tagen sechs Konzerte und ein Ensembleworkshop mit Sebastian Gramss über die Bühne.

Gramss ist es auch, der das Festival am Freitagabend eröffnet mit seiner Makropolyphonie, einem Doppeltrio-Konzert vom Pablo Held Trio und Fossile 3. Darauf folgt der deusche Pianist Uwe Oberg, und Julie Tippetts & Keith Tippett aus England beschließen den ersten Festivaltag.

Am Samstag, nach dem Workshop-Konzert, werden die grandiosen Mostly Other People Do The Killing das Wiesbadener Publikum mit ihrem "terrorist be-bop" herausfordern. Zum Abschluss huldigen Monk's Casino, bestehend aus Alexander von Schlippenbach und der Berliner Band Die Enttäuschung, der Musik des großen Jazz-Pianisten und -Komponisten Thelonious Monk.

Auf der Webseite der Stadt Wiesbaden heißt es zum diesjährigen Programm:

Im siebten Jahr ist das Festival immer noch jung, ungestüm und mit Lust auf musikalisches Risiko präsentiert es sich auch diesmal.

Kann man so stehen lassen. Veranstalter des Festivals sind übrigens die Kooperative New Jazz / ARTist Wiesbaden und der JazzArchitekt Raimund Knösche, der sich auch um die Konzerte im Klangwerk Mitte kümmert. Schön, dass so ein kleines, feines Festival in Wiesbaden stattfindet und auch darüber hinaus wahrgenommen wird.

Als kleines Schmankerl vorab gibt's hier ein Video von Mostly Other People Do The Killing - Evans City: