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Alben sind sowas von 20. Jahrhundert

Drüben im de:bug-Blog macht bleed sich grundsätzliche Gedanken über die Zukunft des Musikvertriebs und schlägt vor, das Album als Relikt aus der Zeit physischer Tonträger ad acta zu legen und stattdessen nur noch einzelne Tracks zu releasen. Übers Internet sind diese ratzfatz runtergeladen oder kommen per Feed-Abo auf die Platte gerauscht.

Ich mag Alben ja grundsätzlich. Aber seitdem ich kürzlich irgendwo im Zusammenhang mit Online-Musikshopping gelesen habe, dass in anderen Ländern hauptsächlich Single-MP3s geladen werden, nur in Deutschland sich (un)verhältnismäßig viele User komplette Alben ziehen, bin ich doch ins Grübeln gekommen. Dass Umdenken hierzulande etwas länger dauert, überrascht mittlerweile ja nicht mehr. Aber radikal auf einzelne Songs zu setzen, hat fast schon etwas Revolutionäres. Wobei - 12inches werden ja auch gekauft.

Vielleicht kann man auch andere Packages schnüren: drei Songs auf einmal, die sich gegenseitig ergänzen, und dazu Bonusmaterial in Form von Grafik, Text, Social Network-Komponenten oder sonstwas, am besten gleich eingebunden in eine Story. Künstler XY war gerade im Studio und hat drei tolle Songs produziert, die gibt's jetzt zum Download, für Abonnenten früher, und das sieht man dann auf der speziellen Fanplattform, wo mein Profil automatisch geupdatet wird. Ich kann da auch gleich posten, wie toll ich die Songs finde; und vielleicht darf ich sogar einen Remix machen und diesen dort veröffentlichen. Man muss sich doch bloß mal ein paar Tage hinsetzen und brainstormen. Dann kommen die ganzen Ideen doch von allein. Oder?

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#thelastbeat.com am : Das Ende des Albums? Eine Analyse.

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Kommentare

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Gabriel am :

* Das Alben überholt sind und "die Masse" sich lieber nur einzelne Tracks kauft mag für den Massenmarkt auch richtig sein, schließlich halten die Alben selten was die "Hitsingle" versprochen hat. Aber: wann immer der Künstler seine Arbeit am Album eben als Arbeit an einem Gesamtkunstwerk verstanden hat (und ich glaube schon, dass das noch viele so machen) sollte man das auch honorieren. Um mal ein paar Beispiele zu nennen, die meiner Meinung nach absolut nur als Album im ganzen funktionieren: DJ Kozes fliegende Rammelwolle, A Hawk and a Hacksaw, The Avalanches... Deshalb sollte man beides tun: einzelne Tracks wirklich auch als solche veröffentlichen (als 12" und MP3 eben) und Alben so produzieren dass sie "ein" Werk werden (z.B. die Tracks ineinander mischen, interludes bauen die wirklich zu Verbindungsstücken werden) und auch als solche nicht nur auf Platte/CD mit feinem Artwork veröffentlichen, sondern eben auch ein digitales Artwork für das MP3-Paket (z.B. als kleine Flashanwendung, mit Videos, Hintergrundinfos und natürlich Links ins Web zur dortigen Plattform zum Künstler/Album/Label mit Kommentarfunktion, Remix-Contest usw.). So haben wir uns das zumindest vorgenommen... ;-)

Matthias am :

* Klar, wenn ein Künstler so ein "Konzeptalbum" machen möchte, sollte das auch möglich sein. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass gerade in der elektronischen Musik die Produktionsweise eine andere ist, als wenn eine klassische Rockband "sich für ein paar Wochen im Studio einschließt", um ein neuen Album einzuspielen. Heute werden ständig neue Beats ausprobiert, Remixe gemacht, Tracks produziert. Manche sammeln dann mehrere Jahre an Material an, dass dann irgendwann als Album rauskommt. Wo doch mehrere Releases in kürzeren Zeiträumen viel sinnvoller wären.

Gabriel am :

* Um das mal auf die elektronische Musik einzugrenzen: wenn ein Künstler einen "für sich stehenden" Track produziert und veröffentlicht ohne dabei an einen größeren Zusammenhang zu denken, wird er das in aller Regel als 12" tun. Da kommen dann auch die von dir angesprochenen Remixe drauf und gut ist. Nichts destotrotz kann er abgesehen davon auch ein Album produzieren und sollte da dann auch anders herangehen (was aber nicht ausschließt, dass er den Einzeltrack da mit reinnimmt, wenn er sich in das "große Ganze" einfügt). Das wäre meine Idealvorstellung (Parov Stelar praktiziert das offensichtlich so, Skeewiff veröffentlich in der Regel nur 12"s und wenn sich dann was angesammelt hat noch eine CD mit den Tracks der letzten Monate für "Nicht-Schallplatten-Käufer"). Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt zu bedenken: nicht jeder produzierte Track taugt auch als 12", ist so gut, dass er als Einzelwerk gegenüber der Fülle an Veröffentlichungen bestehen kann. Das heißt aber noch lange nicht, dass er nicht "gut" ist. Da bieten sich Alben eben auch als "Vehikel" an, mit dem diese Kleinode an den Hörer gebracht werden können. Jeder wird schon mal erlebt haben, dass man bestimmte Tracks erst nach mehrmaligem Hören im Albenzusammenhang so richtig zu schätzen gelernt hat. Und auch die "B-Seiten-Tracks" kennen dieses Schicksal. Die wären ja dann in deinem Konzept auch obsolet, oder? Ich möchte auf jeden Fall betonen, dass man auch bei der Produktion elektronischer Musik oft nicht nur den nächsten Track im Auge hat, sondern oftmals parallel mehrere entwickelt und das Album auch immer die Möglichkeit bietet ein neues Konzept für die Produktionsweise, die Instrumentierung, die Atmosphäre etc. zu entwickeln. Aber man sollte in der Tat überlegen, wie man das dann für die digitale Welt adäquat veröffentlichen kann.

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