Anfang dieser Woche habe ich viel Zeit auf den Autobahnen Nieder- und Oberbayerns verbracht, was immerhin den Vorteil hat, dass man Zündfunk hören kann. Die Sendung hat bekanntlich eine große und treue Fanbase und vereint großen Musiksachverstand unter ihren Redakteuren. Daher wundert es nicht, dass als Album der Woche Human The Death Dance von Sage Francis ausgewählt wurde, dem aus Rhode Island stammenden Slam Poet und Underground HipHopper, der nach seinem Debüt auf anticon. nun sein bereits zweites Album auf Mr. Bretts Punklabel Epitaph releast.
Dass Sage Francis seine ersten Meriten im Spoken Word-Umfeld gesammelt hat (wie etwa auch Saul Williams), wird auf der Platte schnell deutlich, und auch die frühere Zusammenarbeit mit Kool Keith, Aesop Rock oder Brother Ali hat sich bezahlt gemacht. Die Beats sind klasse, die Bandbreite der Songs reicht Old School über Delta-Blues bis zu Piano-Balladen. Im Mittelpunkt stehen aber immer die Stimme und die messerscharfen Lyrics. Sehr kritisch werden Politik oder Musikbiz auseinandergenommen, aber auch vor der Auseinandersetzung mit der eigenen Karriere weicht Sage Francis nicht zurück. Der Flow stimmt, zuhören fällt leicht, und mal ehrlich, wie kann man den Mann bei solchen Zeilen nicht mögen: She dangled that carrot, then asked me, "what would Bukowski do?" / don't go there, he'd make you his Mom / and then completely lie about it in a book later on
(watch video; kommt der eine oder andere bekannt vor?). Effing brilliant.



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