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Automatische Musikempfehlungen

Neulich, auf dem Barcamp Berlin, hat Petar Djekic das Fraunhofer-Spinoff mufin.com vorgestellt. Ziel von mufin ist es, automatische Musikempfehlungen geben zu können, indem Audiodateien analysiert werden und ein eindeutiger "Fingerabdruck" von ihnen erzeugt wird. Anhand der so gewonnen Informationen sollen Ähnlichkeiten zwischen Musikstücken ermittelt werden, und verknüpft mit herkömmlichen Methoden wie Userbewertungen und Kaufverhalten noch genauere Ergebnisse erzielt werden.

Denn die Vorgehensweisen von Amazon oder last.fm bringen auch Nachteile mit sich. So können die Resultate gezielt verfälscht werden, oder Beatles-Fans erhalten den Hinweis, sich doch mal John Lennon anzuhören. Das ist natürlich zutreffend, neue Musik lernt man so aber kaum kennen. Petar hatte noch mehr aufschlussreiche Beispiele dafür, warum der aktuelle Stand der Dinge nicht zufriedenstellend ist.

Ich persönlich frage mich allerdings, wer aus solchen recommendation systems einen Nutzen zieht. Klar, unbekanntere Musiker erhalten dadurch die Chance, einem breiteren Publikum bekannt zu werden. Und ich als Musikliebhaber erhalte potentiell interessante Musikempfehlungen. Aber wenn ich mal genauer hinsehe, nutze ich diese kaum. Die last.fm-Ähnlichkeiten laufen bei mir automatisch in den Audio-Player hinein, und ab und an werfe ich da tatsächlich mal einen Blick drauf. Aber den Großteil der Informationen hole ich mir aus Blogs, (Internet-)Radiosendungen oder von Freunden. Möglich, dass sich das in Zukunft aufgrund höherer Qualität der automatisierten Verfahren einmal ändert, nur momentan sehe ich das für mich noch nicht. Wie sieht es bei euch aus? Schonmal ein Album bei Amazon aufgrund eines Vorschlags gekauft? Oder Fan einer Band geworden, die bei last.fm neben eurer Lieblingsband aufgetaucht ist? Würde mich wirklich mal interessieren, wo ihr eure Inspiration hernehmt ;-)

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Kommentare

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b@ss am :

* Prinzipiell sehe ich Dein bisheriges Vorgehen, über Blogs / Internet /Freunde (!) neue Inspirationen und gute Tipps für neue Musik zu erhalten und zu entdecken als die beste und "natürlichste" Art an. So halte ich es bisher auch. - Eine große Ausnahme muss ich allerdings machen: Ich habe Dzihan & Kamien über last.fm entdeckt. Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Ich weiß nicht, wie lange ich sonst auf diese Weltklasse-Musik hätte verzichten müssen... Über Amazon erfährt man vielleicht auch relativ zeitnah, wenn es etwas neues von diesem oder jenem Künstler gibt. Das wiederholt dann aber auch meist nur die Lektüre, die ich in "richtigen" Magazinen (JazzThing) vorher schon erfahren habe. Mein Fazit: Über Blogs, die mir sympathisch sind und mir deshalb auch geschmackstechnisch kompetent und kongruent erscheinen, nehme ich eher Hinweise und Tipps an als über Amazon oder Last.fm. Aber: es gibt auch Zufallsfunde (ja, über Last.fm), denen ich dann an anderer Stelle (z.B. beim CD-Dealer meines Vertrauens) intensiver nachgehe. Dieser kennt mich seit Jahren und weiß meist schon, wenn ich im Türrahmen stehe, was mein Musikherz gerade jetzt begehrt. Ungelogen. (Danke, Tom, an dieser Stelle -nicht nur für den literweise leckersten Espresso - sondern auch für Deine hellseherischen Fähigkeiten). Die persönliche Vermittlung der Begeisterung für Musik ist und bleibt unschlagbar.

Matthias Gutjahr am :

* Och, dZihan & Kamien hätte ich dir auch empfehlen können ;-) Aber im Ernst, vereinzelt ist mir das möglichweise auch schon passiert, nur fällt mir spontan kein Fall ein. Will es aber auch nicht ausschließen. Es ist ja schon so, dass dort, bei last.fm, immer wieder unbekannte Namen auftauchen. Nur klicke ich dann selten darauf, weil der Name allein eben relativ nichtssagend ist und weil mich dieser Klick dabei unterbrechen würde, was ich eigentlich gerade tun möchte. Und ein Plattendealer des Vertrauens ist natürlich Gold wert. Leider fehlt mir der momentan, Mainz ist nicht gerade reich bestückt mit Plattenläden, die meine Musik führen.

Stylewalker am :

* Also allein für einen Player sind verschiedene Ähnlichkeitssysteme interessant. Etwas mehr Abwechslung als die oft naheliegenden user-tags fände ich gut. Aber bei dem Last.FM-Artist-radios habe ich schon gute Sachen entdeckt. Einer der mir gerade einfällt ist http://www.lastfm.de/music/Parson gefunden über Scuba, glaube ich. Heute habe ich wieder bei Soundcloud sehr gute Sachen gefunden. DOrt finde ich gute Songs vor allem über Favoriten oder Kommentare von Leuten, die ich für ihren Geschmack respektiere. Und dann gibts da ja auch noch Konzerte, Festivals oder Parties, die musikalisch sehr inspirierend sein können, morgen (29.10.) zum Beispiel ist das Releasekonzert von Ofrin im Glashaus. http://ofrin.de/. Die sind sehr gut, vor allem live.

Matthias Gutjahr am :

* Musikempfehlungen in den Kommentaren des *eigenen* Blogs sind natürlich unschlagbar :-) Bei SoundCloud stöbere ich ebenfalls sehr gern und bin auch eher geneigt, mal in einen Track reinzuhören, was an der ansprechenden Präsentation liegen mag. Was die user-tags und ähnliches angeht, stimme ich dir zu, die finde ich schon lange nicht mehr hilfreich; zumindest nicht im musikalischen Bereich.

czz am :

* nun ja : ich habe jetzt in eindreiviertel jahren 301 musik- empfehlungen gegeben : da ich ausschlich konkrete mp3s oder strams einbinde , kommen natürlich nur creative- commons- produktionen in frage . last.fm habe ich daher längst wieder abgewürgt und suche eher das netlabelboard auf , schaue bei networked music review & pitchfork vorbei und dann ... gibt's eine kilometerlange netlabelliste , wo sich immer die eine oder andere nette release findet . und natürlich blogs wie NUMB : neue impulse , neue wege finden sich am ehesten im blog Ihres vertrauens - - - auf automatische aufdrängungen reagiere ich grundsätzlich stur : solche bücher kaufe ich ja auch bei amamzon konsequent nicht !

Matthias Gutjahr am :

* Ja, zum Klangapparat scrolle ich immer wieder gerne runter ;-) Da finden sich desöfteren außergewöhnliche Töne, die sonst beinahe nirgends gewürdigt werden. Netlabels sind bei mir ebenfalls ein Thema und werden über diverse Feeds usw. abgegrast. Klappt eigentlich ganz gut, wobei man dafür mal einen Aggregator bauen könnte - falls es den nicht schon gibt. Und bei Büchern bin ich genauso picky wie bei Musik, wenn nicht noch mehr. Da zählt vor allem das word of mouth.

Erdge Schoss am :

* Eindeutig, werter Herr Gutjahr, Empfehlungen in Blogs. Wobei Ausnahmen dann und wann die Regel bestätigen, aber eben Ausnahmen bleiben. Wo wir gerade dabei sind: Kennen Sie Viktor Vaudeville, den (selbsternannten) King des Happy Fado? Herzlich Ihr Erdge Schoss

Matthias Gutjahr am :

* Herr Schoss, Empfehlungen in Blogs sind ja quasi persönliche Empfehlungen. Das haben sie allem Automatischen voraus. Und Vaudeville lobt man in einschlägigen Kreisen aufs Höchste!

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