So langsam sollte ich etwas zum diesjährigen Enjoy Jazz-Festival aus den Fingern fließen lassen, schließlich läuft es bereits seit beinahe zwei Wochen. Eröffnet wurde das Festival traditionell im Heidelberger Schloss vom Charles Lloyd New Quartet, und seitdem ging noch ein Dutzend weitere Konzerte über die Bühne, unter anderem mit dem Portico Quartet und Cyminology. Bisher allerdings habe ich keinem dieser Konzerte beigewohnt, und mich beschleicht das Gefühl, dass sich das diesmal auch nicht ändern wird. Versteht mich nicht falsch, das Programm ist nicht schlecht, aber auf Anhieb ist kein Konzert dabei, für das ich alles stehen und liegen lassen würde, um nach Heidelberg oder Mannheim zu fahren.
Bei der Recherche bin ich auf folgenden Tweet gestoßen, der das Problem ziemlich auf den Punkt bringt:
Vielleicht liegt es einfach an mir, und mein Musikgeschmack verändert sich, oder es liegt am Schwerpunkt "40 Jahre ECM" - berechtigt und notwendig, aber nicht wirklich experimentell. Vielleicht ist es, auch finanziell, nicht einfacher geworden, manche Acts zu buchen, oder das Programm bewegt sich aus ähnlichen Gründen eher auf ausgetretenen Pfaden. Und natürlich macht es Spaß, Joshua Redman, Cassandra Wilson, Bobby Hutcherson oder Jan Garbarek zu hören. Aber statt dreier für den diesjährigen Mercury Prize nominierter Künstler hätte ich beispielsweise halt lieber die Preisträgerin, Speech Debelle, gesehen, und statt Guru's Jazzmatazz (auch schon 17 Jahre alt) hätte es ebenfalls etwas frischeres sein können.
Ich will jedoch nicht bloß meckern, sondern auch ein paar Termine aufzählen, die mich trotz allem ein bisschen reizen. Vijay Iyer Trio, Anouar Brahem, Erik Truffaz, Talvin Singh, Murcof und Ditzner, Lömsch feat. Jo Bartmes sind so Kandidaten, zu deren Auftritten ich eventuell doch den Weg in die Metropolregion finden werde.










auf den ersten Blick würde ich da den Grundtenor deines Artikels teilen. Einfach auch weil ECM nicht zu meinen bevorzugten Labels zählt und in diesem Jahr mit dem ECM Festival und den zusätzlich zahlreich vertretenen ECM Acts im Programm ein gewisser Overkill vorhanden zu sein scheint / schien.
Aber in der Praxis sieht's dann doch etwas anders aus. ECM ist heterogener als die (meine) Vorurteile zulassen mögen (wunderbares Mitternachtskonzert von Fresu und Towner beispielsweise, ruhig halt) und es ist natürlich der "Dreh" bei EJ, dass trotz nicht bevorzugter Schwerpunkte immer noch vieles dabei ist, was dann doch in die persönliche Richtung läuft (du hast ja einige Favoriten genannt) und immer auch einiges, was es zu entdecken gilt und der Entdeckerlust auch Freude bereitet
Eigentlich ist's ja lustig, sich nur virtuell zu begegnen aber wie sieht's aus: Doch noch Live-Kontakt bei einem der restlichen Konzerte?
Grüße Frank