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Hustling In The Name Of

Rage Against The Machine (cc) by one_schism

Nachdem der offizielle Weihnachtssong 2009 in Großbritannien zur Überraschung aller und entegegen der Vermarktungspläne der Musikindustrie - die wollte nämlich einen Talentshow-Gewinner dort platzieren - von Rage Against The Machine kam, "Killing In The Name Of", sollen die Musikcharts jetzt schon wieder gehackt werden. Heute wie damals organisiert sich der Widerstand über Facebook. Diesmal ist der Song noch älter, stammt von Simon & Garfunkel und heißt "Ms. Robinson". Anlass ist die Affäre der Frau des nordirischen Ministerpräsidenten mit einem 19-Jährigen. Die Parallelen zum Film "Die Reifeprüfung", welcher den Song bekannt machte, sind offensichtlich.

An einer anderen Front, aber wiederum auf Facebook, ringen Fans von The Smiths und Girls Aloud um die Vormachtstellung in den Charts. Hoffentlich setzen sich hier wenigstens die alten Recken um Morrissey durch. All diese Aktionen verdeutlichen die Manipulationsanfälligkeit der Musikcharts. Während bisher vermutlich nur hinter den Kulissen die Strippen gezogen wurden, üben nun die Konsumenten ihre Marktmacht gezielt aus, um die Institution Chartsplatzierung der Lächerlichkeit preiszugeben.

Nur befürchte ich, dass sich die Musikindustrie bei der ganzen Sache ins Fäustchen lachen dürfte. Denn ob die Plattenfirmen Hunderttausende Kopien des aktuellen Girl-Band-Hits verkloppt oder eine jahrzehntealte Single aus dem Backkatalog: Verdient wird so oder so. Sowohl die Talentshow-Gewinner als auch RATM stehen nämlich bei Sony Music unter Vertrag. Es gibt sogar Spekulationen, dass das alles ein ziemlich brillanter Marketing-Stunt von Sony sein könnte. So ist es natürlich auch kein Wunder, dass die Musikindustrie lieber vierzig Jahre alte Aufnahmen von Jimi Hendrix aus dem Keller holt als neue Talente zu fördern.

Versagt haben also auf jeden Fall die vielen Tausend Facebook-User, welche die Kampagne unterstützt und die Musik gekauft haben. Denn diese hätten die Chance gehabt, aktiv dafür einzutreten, dass ein weniger populärer Musiker auf diese Weise worden wäre. Alternativ sind sie auf eine clevere PR-Idee reingefallen. Versagt haben aber auch die Medien (offline wie online), die die Geschichte einfach aufgegriffen, geglaubt und ungeprüft verbreitet haben - so es denn wirklich eine geplante Aktion war. Ich jedenfalls bin froh, mich nicht beteiligt zu haben, und pfeife auch weiterhin auf die Charts ;-)

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Trackbacks

withoutfield am : withoutfield via Twitter

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Must read! Hustling In The Name Of - @numblog http://bit.ly/6w0lsL

fALk_g am : fALk_g via Twitter

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"Versagt haben also auf jeden Fall die vielen Tausend Facebook-User" #quoteoftheday http://tr.im/KjLN

Kommentare

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idleberg am :

* widerstand durch konsum? grossartige idee!

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