Die Zeit war reif für Bajka. Reif, ein eigenes Album aufzunehmen und bei ChinChin Records zu veröffentlichen. Liest man sich Bajkas Diskografie durch oder wirft einen Blick in die eigene Musiksammlung, dann wird diese Tatsache umso deutlicher. Sie lieh Beanfield ihre Stimme für "The Season", krönte Radio Citizens "The Hop", sang wunderbar für Bonobo oder Aaron Jerome und ist auf diversen Jazzman-EPs aus meiner Plattenkiste zu hören. Und nun "In Wonderland", ein Albumtitel, der unweigerlich an Lewis Carroll erinnert, nicht nur wegen des aktuellen Kinofilms.
Denn vor dem Film war das Buch, und auf Alice folgte "The Hunting Of The Snark", die unglaublich seltsame Jagd auf ein mysteriöses Wesen namens snark. Nachzulesen ist diese fantastische Ballade unter anderem beim Project Gutenberg oder hier bei Scribd. Nachzuhören ist sie auf eben dieser neuen Produktion von Bajka, "In Wonderland". Ein Konzeptalbum also, und eins voller Poesie.
Bajkas unverwechselbar soulige Stimme wird umrahmt vom entspannt funky Groove, die der Bassist Jerker Kluge, der Pianist Daniel Regenberg und der Drummer Philipp Bernhardt hinlegen. Immer steht Bajka im Mittelpunkt der Kompositionen, die mal jazzig improvisiert daherkommen, mal schnulzig mit Streichern untermalt, aber nie cheesy oder banal. Carrolls Verse in modernen Nujazz-Sound einzubetten, gelingt mit einer spielerischen Leichtigkeit, sie sich durch alle elf Stücke zieht und so viel abwechslungsreicher ist als übliche Lounge-Massenware. Ein komplexes Werk, bei dem man genau zuhören sollte, das man aber durchaus auch im Hintergrund genießen kann.
Mich als bekennenden Bajka-Fan hat natürlich auch "In Wonderland"
absolut für sich eingenommen. Wer sich aber ein eigenes Bild machen möchte: Hörproben gibt es hier bei ChinChin Records.



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