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Trombone Shorty beim Enjoy Jazz in Heidelberg

Trombone Shorty und seine Orleans Avenue Band brachten gestern Abend im Rahmen des Enjoy Jazz-Festivals den ausverkauften Heidelberger Karlstorbahnhof nah an den Siedepunkt.

Trombone ShortySeinen Namen Trombone Shorty bekam Troy Andrews schon als kleines Kind, das kaum die Posaune halten konnte. Mittlerweile 24 Jahre alt, ist er Star einer neuen Generation von Musikern aus New Orleans, die nach der Flutkatastrophe vor fünf Jahren mit frischer Energie und ohne Berührungsängste zeigen, dass Soul, Funk und Rhyhtm & Blues eine Zukunft haben. Mit seinen eigenständigen Interpretationen von schweißtreibendem Soul à la James Brown, bluesrockig bratzenden Gitarrenriffs und einer tighten Orleans Avenue Band hinter sich begeisterte er gestern Abend in Heidelberg das Publikum restlos.

Der Hype um Trombone Shorty ist momentan offenbar größer als ich und auch als die Veranstalter erwartet hatten. Parkplätze waren rar, und die Zuhörer drängten sich wie selten zuvor in die zum Konzertsaal umgebaute ehemalige Bahnhofshalle. Mit entsprechender Verspätung legten die Musiker los, vergeudeten jedoch keine Minute mit Aufwärmübungen. Trombone Shorty hat den Entertainer im Blut, wechselte fliegend zwischen Posaune und Trompete - und während der Zugabe sogar ans Schlagzeug - und trieb seine Band zu sportlichen wie musikalischen Höchstleistungen an.

Höhepunkte der dynamischen Show waren (überraschenderweise) das Stück Something Beautiful, das er auf seiner aktuellen Platte Backatown mit Lenny Kravitz eingespielt hat, der Funkrock-Kracher Suburbia, und die Vorführung seiner Zirkularatmungs-Künste: Weit über eine Minute lang lässt "T-Bone Shawty" durchgehend einen einzelnen brillanten Ton im Raum schweben, bis die Band wieder einsetzt, dass die Wände wackeln. Zwischendurch scheut er sich auch nicht, Shakira zu interpretieren oder sich wagemutig ins Publikum zu stürzen.

Vergleiche oder Wortspiele mit Katrina verbieten sich eigentlich, drängen sich aber auf: Trombone Shorty kam über Heidelberg wie ein Hurricane. Das Enjoy Jazz hat wieder einmal Geschick bei der Auswahl der Künstler bewiesen (und ich freue mich schon auf KRS-One am Samstag!). Wer kann, sollte heute Abend die Möglichkeit nutzen, das Konzert im Münchener Ampere zu besuchen. Am Samstag ist Trombone Shorty nämlich schon wieder daheim in Louisiana und tourt anschließend durch die Staaten und Japan. Fazit: Das Album Backatown ist schon sehr gut, aber live ist Trombone Shorty einfach grandios.

Update: Auf Facebook gibt's ein paar tolle Fotos vom Konzert, die der kanadische Fotograf Gary Crallé gemacht hat. 

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