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Anwälte und DJ Mixe

DJ

In seinem Law Blog wirft Holger Kastler einen juristisch fundierten Blick auf DJ Mixe und diverse Mix-Plattformen wie Mixcloud, Soundcloud oder Let's Mix. Natürlich wirft er dabei mit Paragrafen um sich und hat eine lange Literaturliste angehängt, aber das ist ja auch gut so. Mixtapes im Internet zu veröffentlichen kann nämlich schnell ein problematisches Unterfangen werden.

Ich versuche, seinen Artikel hier kurz zusammenzufassen: Ein DJ ist zwar Urheber seines eigenen Mixes, aber selten gleichzeitig Urheber der Musik, die er mixt. Will er (oder sie) den Mix öffentlich aufführen oder verbreiten, sei es auf CD oder im Netz, muss er die Erlaubnis der Musiker oder Musikverlage einholen. Diese können dafür natürlich Geld verlangen, was sie in der Regel wohl auch tun werden - zumindest wenn es sich um Majors handelt.

Die Plattformen Mixcloud und Let's Mix haben aber ihrerseits ein Abkommen mit Verwertungsgesellschaften getroffen und zahlen Vergütungen an die Musiker, sofern eine Trackliste vorliegt. Anders sieht es bei Soundcloud aus, die kein entsprechendes Abkommen getroffen haben. Dort einen Mix einzustellen ist rechtlich also nicht zulässig. Unter anderem resultiert diese Situation daraus, dass Soundcloud in Deutschland sitzt und es offensichtlich nicht so leicht ist, mit der GEMA eine Übereinkunft zu finden wie mit Verwertungsgesellschaften in anderen Ländern.

Holger Kastler zieht folgendes Resümee:

Ja, DJs sind Urheber, allerdings nicht von den Musikstücken, die sie mixen, sondern lediglich von dem DJ Mix selbst. Zur Verbreitung und öffentlichen Zugänglichmachung eines DJ Mix bedarf es deshalb in der Regel einer vorherigen Zustimmung zur Bearbeitung der entsprechenden Werke der ursprünglichen Urheber.

Was ich mich jetzt noch frage: Ist es wirklich ok, wenn ich aus Deutschland meinen Mix zu Mixcloud nach Englang hochlade? Bin ich damit auf der sicheren Seite? Und was, wenn ich hier im Blog Mixe von externen Seiten einbinde? Herr Kastler, bitte übernehmen Sie!

[via @withoutfield und anderen] 

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Kommentare

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marvis am :

* Danke für den Link und die informative Zusammenfassung! Ich beschäftige mich mit dem Thema schon eine Weile, und als Musik-Blogger ist das für mich auch sehr relevant. Ich selber nutze play.fm zum Hosten von DJ-Sets - bisher ohne rechtliche Probleme. Nach deren Auskunft haben auch die ein entsprechendes Abkommen mit der lokalen Verwertungsgesellschaft. Für mich persönlich ist das so auch in Ordnung. Die Erfahrung zeigt aber, dass viele Hörer Downloads stark bevorzugen. Deswegen haben Seiten, die DJ-Sets (illegal) zum Download anbieten, momentan noch einen großen Vorteil. Das Risiko, rechtlich belangt zu werden, scheint tatsächlich recht gering zu sein, wenn man die Finger von Mainstream-Musik lässt.

Matthias Gutjahr am :

* Ja, play.fm ist eine weitere Alternative (aus Österreich), die ich auch schon ausprobiert habe. Ähnlich wie Mixcloud haben sie u.a. ein Abkommen mit der AKM, der österreichischen GEMA. Es stimmt vermutlich, dass kleinere Labels ein Mixtape eher als Werbung sehen, die Majors da aber anders drauf sind. Es wäre schön, wenn es in dieser Beziehung eine vernünftige Regelung geben würde. Vermutlich fällt das aber unter "Utopie".

Michael am :

* Das mit dem Ureberrecht bereitet mir auch sehr viel Kopfzerbrechen. Ich habe fertige Mixe da, Leute wollen was hören und ich muss sie noch vertrösten, weil ich mich in dem Dschungel der Urheberrechte erstmal zurechtfinden muss. Ist denn Mixcloud jetzt wirklich unbedenklich? Und falls es passiert, was kostet eine Urheberrechtsverletzung?

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