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Your Soul And Mine

Foto vom Future Music Camp

Wie bereits geschrieben, war ich am Wochenende beim Future Music Camp 2011 (fmc2011) in der Popakademie in Mannheim. Der Zweiten Barcampregel folgend versuche ich, meine Eindrücke der zwei Tage hier wiederzugeben, auch wenn sich das fmc2011 als ein Mix aus dem relativ jungen Barcamp-Ansatz und klassischen Konferenzelementen wie Expertenvorträge, Workshops oder Technologie-Showcases sah. Die Barcamp-Sessions beschränkten sich daher auf die beiden Nachmittage.

Vorab ein paar Worte zur Organisation: Das Orga-Team hat gute Arbeit geleistet, für mich war es eine runde Veranstaltung. Zwar musste ich am Freitagmorgen lang auf meinen ersten Kaffee warten (schlechter Start), aber das blieb auch schon das einzige größere Ärgernis. Etwas schade fand ich auch, dass es nur zwei Session-Slots pro Tag für jeweils sechs Sessions gab - von 24 Sessions konnte man also an maximal vier teilnehmen. Dadurch verpasste ich viele interessante Themen, die zeitgleich behandelt wurde. Das ist natürlich ein klassisches Barcamp-Problem, wurde aber hier besonders deutlich. Gut fand ich, dass flexibel auf den Wunsch einiger "alter Barcamp-Hasen" reagiert und die wichtige Vorstellungsrunde eingeschoben wurde. So bekamen alle Teilnehmer einen guten Überblick darüber, wer die anderen Camper waren.

Nun aber zu den Inhalten: Die Talks und Showcases des ersten Tages hat Florian Junk in seinem Blog gut beschrieben, im Großen und Ganzen teile ich seine Meinung. Bemerkenswert fand ich ein paar neue Features und erhellende Eindrücke von tape.tv; und startnext, eine deutsche Crowdfunding-Plattform, nutzt nicht etwa PayPal (Amazon Payments gibt's noch nicht in Deutschland), sondern FidorPay aus Gründen, die mir Matthias Kröner von der Fidor Bank twitterte. Klingt nachvollziehbar. Zu den Sessions am Freitag kann ich nicht so viel sagen, da ich früher wegmusste und deshalb nur den Anfang der ersten Runde mitbekam. Auch die abendliche Party musste ich ausfallen lassen.

Nikhil Shah von Mixcloud auf dem Future Music Camp

Der Samstag begann mit der Nachricht des Todes von Gil Scott-Heron nicht besonders schön, aber als ich in der Popakademie ankam, wurde ich von den Klängen Herons empfangen. Nikhil Shah von Mixcloud hatte schnell reagiert und eine kurze Hommage an den einflussreichen Künstler in seinen Vortrag eingebaut. Überhaupt hat er meinen Eindruck bestätigt, dass Mixcloud von coolen Leuten gemacht wird. Ich nutze den Dienst ja schon lange und gern. Weniger überzeugend fand ich die Vorstellung von Songpier, einer noch ganz jungen Plattform zur Künstlervermarktung auf Smartphones. Gerade erst in der Public Beta, gab es noch nicht viel zu sehen, und seltsamerweise ist die Webseite des Dienstes (noch) nicht für mobile Endgeräte optimiert!? Songpier werde ich mir aber in den nächsten Tagen noch einmal genauer ansehen und dann wahrscheinlich auch drüber bloggen - stay tuned.

Überhaupt habe ich den Eindruck, dass momentan wieder viele spannende neue Dienste die Bühne betreten, und sich dadurch ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Einige davon zeigte Martyn Davies, mit dem ich mich danach noch nett unterhielt, in seinem Vortrag "Music, the City & You". Ähnliches versuchte ich auch in meiner Session zu vermitteln, der ich den etwas sperrigen Titel "Eine kurze Geschichte des Musikhörens auf dem Computer" gegeben habe. Danke an alle Teilnehmer meiner Session für die aufschlussreichen Anmerkungen und Diskussionen. Ich wollte auch selbst Neues aus der Session mitnehmen, und das hat geklappt. Meine Präsentation werde ich in den kommenden Tagen in einem gesonderten Blogbeitrag online stellen, ich bitte um etwas Geduld.

Mit am wichtigsten ist während eines Barcamps die Gelegenheit, viele interessante Menschen kennenzulernen, sich mit Fachleuten über vieles auszutauschen und einfach gemeinsam eine gute Zeit zu haben. Ich habe einige bekannte und viele neue Gesichter getroffen, viel dazugelernt und einige vielversprechende Projekte gesehen. Das eine oder andere wird mit Sicherheit irgendwann hier im Blog auftauchen. Mich beruhigt, dass es zwischen den vielen Teilnehmern der Musikindustrie auch ein paar andere gab, die ähnlich ticken wie ich. Natürlich interessiert mich auch die Sichtweise der anderen, mit manchen komme ich aber einfach auf keinen gemeinsamen Nenner.

Besonders daneben fand ich den Zwischenruf eines der zahlreich anwesenden Musikbusiness-Studenten während der Vorstellungsrunde, der einen Teilnehmer, der sich für Creative Commons stark macht, als "Schmarotzer" bezeichnete. Auch wenn das nur augenzwinkernd gemeint gewesen sein sollte, verdeutlicht mir das doch einige Punkte: Er hat offenbar nicht begriffen, worum es bei Creative Commons geht; das Musikbusiness(-Studium) ist halt irgendwie BWL mit einem speziellen Schwerpunkt; und eine gewisse Arroganz scheint bei einigen aus der Musikindustrie dazuzugehören. Aber, wie gesagt, das waren Einzelfälle. Insgesamt war die Atmosphäre doch sehr angenehm.

Der Samstag war, analog zum so genannten "Qualitäts-Sonntag" anderer Barcamps, der bessere Tag auf dem fmc2011. Vielleicht lag das aber auch nur am Wetter ;-) Jedenfalls habe ich vor, im nächsten Jahr wiederzukommen, falls es ein fmc2010 in Mannheim geben wird.

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Kommentare

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junk_f am :

* Hi Matthias, wie ich sehe hast du den "weiten" Rückweg gut gemeistert. Als einer der Teilnehmer kann ich deine Eindrücke definitiv bestätigen. Ich fand sowohl die Planung und Organisation als auch das Camp sehr interessant und gut. Vielleicht sollte man für ein FMC2012 einen dritten, reinen Barcamp-Tag, integrieren, da hier meiner Meinung nach vor allem für die Teilnehmer der größte Lernerfolg besteht. Schade fand ich jedoch die Einstellung einiger Anwesender. Vergleichbar mit deiner Anekdote zu dem CreativeCommons-Witz merkte man, dass viele der Anwesenden von ihrem Gedankengut in der Musikbranche feststecken. Nur wenige haben meiner Meinung nach bis jetzt verstanden, dass auch die Musikbranche ihre Schnittstellen in andere kulturelle Bereiche erweitern muss, um noch in Jahren existent zu bleiben.

Matthias Gutjahr am :

* Hi Florian, danke für deinen Kommentar, und schön, dass wir uns auf dem Camp kennenlernen konnten! Zu deinem Vorschlag mit dem dritten Tag, den ich sehr gut finde: Es gibt auch Veranstaltungen wie die DroidCon/das DroidCamp, wo Konferenz und Barcamp an aufeinander folgenden Tagen stattfanden. Allerdings hat die Konferenz dann, soweit ich weiß, Geld gekostet. Es sind also verschiedene Lösungen denkbar, allerdings sollte auch die "Freizeit" zwischen den Talks/Sessions nicht zu knapp bemessen sein, damit man auch entspannt miteinander quatschen kann. Bin gespannt, wie es im nächsten Jahr weitergeht.

Musikpirat am :

* Also ich glaube nicht, dass allzuviele Nicht-Studenten wegen der Konferenz gekommen waren. Und das lag bestimmt nicht am Preis. :-P

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