Actress - R.I.P

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 25. April 2012

Actress Vinyl

Mit seinem 2010er Album "Splazsh" hat Darren Cunningham aka Actress beeindruckt, jetzt hat er mit R.I.P (erschienen auf Honest Jon's) nachgelegt.

Wie von vielen erwartet ist es ein schwieriges Album geworden. Ein Album, das einen in sich hineinsaugt, das sich aber gleichermaßen gegen direktes Verstandenwerden sträubt. Erst wenn man sich auf die verschlungenen Pfade, die Magie der Zwischentöne, das irritierende Flackern und den wärmenden Bass genussvoll einlässt, entfaltet sich langsam das ganze, prachtvolle Spektrum von R.I.P.

A suite of electronic laments, tone structures and dreamtime rhythms, with a conceptual arc taking in death, life, sleep and religion.

...heißt es in der Albumbeschreibung des Labels. Wolverhampton muss ein dunkler Ort sein. Aber dank Actress gibt es dort Hoffnung auf Licht. Und mit R.I.P einen Anwärter auf das Album des Jahres.

ACTRESS from 254⚡FOREST on Vimeo.

Und ja, die Actress-Vinyl war heute in der Post. Ich höre den ganzen Tag nichts anderes. Auch reinhören? [Video via nutriot]

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The Byrds and The Bee(Gee)s

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 24. April 2012

Die Startseite von The Byrds and The Bee(Gee)s

Eine der knuffigeren Webanwendungen, die auf die öffentliche Schnittstelle von Spotify zugreifen, heißt "The Byrds and The Bee(Gee)s". Wer dabei spontan an die Sechziger und Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts denken muss, liegt schon ganz richtig. Die App ist im Zuge des Rethink Music Hackathons in Boston entstanden. Rethink Music ist eine Konferenz, die sich mit der Zukunft der Musik(industrie) beschäftigt.

Das Blog evolver.fm hat gestern die Preisträger des Hackathons bekanntgegegeben und schreibt über "The Byrds and The Bee(Gee)s":

This app humorously explains how you, I, and anyone else came to be, through a musical approach to “the talk” parents give children about the so-called birds and the bees. Enter a birthday and this web app figures out when you might have been conceived, presents some information about what life was like on that day, and generates a Spotify playlist based on what your parents could have been listening to.

Also: Gib einfach dein Geburtsdatum ein (und kreuze an, ob dein Vater damals smooth war[?]), und schon berechnet die Anwendung, welche Musik deine Eltern in der Nacht deiner Zeugung gehört haben könnten. Dazu wird eine Spotify-Playlist ausgespuckt, die Spotify-Nutzer auch gleich anhören können. Da ich die Plattensammlung meiner Eltern recht gut kenne, bezweifle ich zwar, dass die folgende Playlist stimmt, aber der Vollständigkeit halber - bitteschön ;-)

Wieder ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich mit relativ geringem Aufwand sehr hübsche Anwendungen bauen lassen.

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José James singt Billie Holiday

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 14. April 2012

Billie Holiday

Ich war ja gestern Abend im Kino, um mir "Sing! Inge, Sing!" anzusehen, den sehr interessanten Dokumentarfilm über die beinahe in Vergessenheit geratene deutsche Jazzsängerin Inge Brandenburg. In den 1950ern und 1960ern wurde sie häufig als deutsche Billie Holiday bezeichnet (und Caterina Valente galt vielen als deutsche Ella Fitzgerald[!]), erlangte aber natürlich nie deren Status. Apropos Billie Holiday .. ich hoffe, ihr verzeiht mir die holprige Einleitung ;-)

Billie Holiday zählt zu den bedeutendsten Jazzsängerinnen überhaupt und hat auch nach ihrem Tod im Jahr 1959 wahrscheinlich auf alle, die ihr nacheiferten, einen Einfluss gehabt. Das gilt auch für José James, der einige Titel von Billie Holiday neu eingesungen und in die Soundcloud hochgeladen hat: Yesterday I Had the Blues: The Music of Billie Holiday [via bklyn]

Youssoupha

Geschrieben von Matthias GutjahrFreitag, 13. April 2012

Ausschnitt aus dem Albumcover

Ja, ich höre gern französischen Hip Hop - nicht ständig, aber immer mal wieder. Die Lyrics stehen dabei zwangsläufig eher im Hintergrund, weil ich den Rap nicht schnell genug parsen kann und mit außerdem mittlerweile selbst der passive Wortschatz abhanden gekommen ist. Aber auch musikalisch braucht sich Hip Hop aus Frankreich ja nicht zu verstecken. Meine neueste Entdeckung: Youssoupha.

Geboren in Kinshasa (in der heutigen DR Kongo, vgl. auch Baloji), flüchtete er vor dem Bürgerkrieg nach Frankreich und wuchs in der Pariser Banlieu auf. Dort begann auch seine Karriere als Rapper, die momentan mit seinem neuen Album "Noir D****" einen (kommerziellen) Höhepunkt erreicht hat: Platz 3 in den französischen Charts.

Gut, der Track "Dreamin'" ist unerträglich, und auch an anderen Stellen wirkt die Platte etwas zu glatt, aber alles in allem ist Youssoupha da eine wirklich gute Hip Hop-Platte gelungen. Und wahrscheinlich sind die Texte auch gut ;-) Im folgenden Video gibt's zumindest "Untertitel" für diejenigen unter uns, denen Mitlesen beim Verstehen hilft:

Youssoupha - Menace de mort from Seb CHA on Vimeo.

"Youssoupha" vollständig lesen

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Embeddable Widgets allüberall

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 11. April 2012

Screenshot von http://toma.hk

Spotify bietet seit heute ein Widget an, mit dessen Hilfe sich Songs, Alben und ganze Playlisten auf der eigenen Webseite einbetten lassen. Wer auf den Spotify Play Button klickt, kann sich die "eingebettete" Musik direkt anhören - vorausgesetzt, er oder sie hat den Spotify Player installiert. Ohne Desktop-Applikation keine Musik.

Das haben auch die findigen Programmierer des Tomahawk Players erkannt - über diesen sozialen Musikplayer habe ich ja schon gebloggt -, und @sydlawrence hat prompt eine Lösung entwickelt.

Today there was a lot of buzz about Spotify's embeddable play button. There is a lot to like about it, but the one thing most people seemed to take issue with was that it only worked if you had Spotify installed and were in a region of the world where Spotify is actually available. So, based on the work we already did recently on toma.hk, @sydlawrence has now gone and made it embeddable too.

Das funktioniert momentan mit einzelnen Songs und am besten, wenn man Tomahawk installiert hat. Aber auch ohne Softwareinstallation ist es in vielen Fällen möglich, den Track abzuspielen: dann nämlich, wenn er bei Diensten wie SoundCloud frei abspielbar zur Verfügung steht. Probiert es doch einfach mal aus (und berichtet ggf. unten in den Kommentaren über die Resultate). Bitteschön, handverlesene Testexemplare:

Übrigens hatten viele von euch, als ich vor einem knappen Jahr den Tomahawk Player zum ersten Mal vorstellte, angemerkt, dass der Player ohne Spotify Premium-Account wenig Spaß mache. Möglichweise ist jetzt der Zeitpunkt, Tomahawk eine zweite Chance zu geben? Was Tomahawk so toll macht, und wie ihr mich dort als Kontakt hinzufügen könnt, steht in meinem Blogbeitrag beschrieben.

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Quantic & Alice Russell

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 11. April 2012

Alice Russell & Will "Quantic" Holland

Quantic und Alice Russell haben mit Quantics Band The Combo Bárbaro ein neues, ein großes Album eingespielt. "Look Around The Corner" ist auf Tru Thoughts erschienen, und wenn ihr bei Spotify seid, könnt ihr das Album hier im Blog unten gleich anhören.

Am 8. Mai 2012 sind die beiden samt Combo im neuen Frankfurter Zoom Club (Ex-Sinkkasten) zu sehen. Michael Rütten wird dazu vor- und nacher die schwarzen Scheiben drehen. Auf die renovierte Location bin ich außerdem auch mal gespannt, der Sinkkasten besaß zwar seinen eigenen Charme, aber war nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

PS: Wer kann mir sagen, wo ich den Track "Something Better" finde, der nicht auf dem Album ist, den aber Gilles Peterson in seiner ersten Sendung auf BBC Radio 6 am vergangenen Wochenende gespielt hat?

Update: Dank eurer Hinweise (special thx to Moritz!) habe ich noch einmal reingehört und weiß ich nun, dass Gilles den 5. Track des Albums, "I'll Keep My Light In My Window", gespielt hat. Direkt davor lief "There's Something Better" von Free Life (1979). Am besten hört ihr euch die beiden Tracks nacheinander an ;-)