Drüben im de:bug-Blog macht bleed sich grundsätzliche Gedanken über die Zukunft des Musikvertriebs und schlägt vor, das Album als Relikt aus der Zeit physischer Tonträger ad acta zu legen und stattdessen nur noch einzelne Tracks zu releasen. Übers Internet sind diese ratzfatz runtergeladen oder kommen per Feed-Abo auf die Platte gerauscht.
Ich mag Alben ja grundsätzlich. Aber seitdem ich kürzlich irgendwo im Zusammenhang mit Online-Musikshopping gelesen habe, dass in anderen Ländern hauptsächlich Single-MP3s geladen werden, nur in Deutschland sich (un)verhältnismäßig viele User komplette Alben ziehen, bin ich doch ins Grübeln gekommen. Dass Umdenken hierzulande etwas länger dauert, überrascht mittlerweile ja nicht mehr. Aber radikal auf einzelne Songs zu setzen, hat fast schon etwas Revolutionäres. Wobei - 12inches werden ja auch gekauft.
Vielleicht kann man auch andere Packages schnüren: drei Songs auf einmal, die sich gegenseitig ergänzen, und dazu Bonusmaterial in Form von Grafik, Text, Social Network-Komponenten oder sonstwas, am besten gleich eingebunden in eine Story. Künstler XY war gerade im Studio und hat drei tolle Songs produziert, die gibt's jetzt zum Download, für Abonnenten früher, und das sieht man dann auf der speziellen Fanplattform, wo mein Profil automatisch geupdatet wird. Ich kann da auch gleich posten, wie toll ich die Songs finde; und vielleicht darf ich sogar einen Remix machen und diesen dort veröffentlichen. Man muss sich doch bloß mal ein paar Tage hinsetzen und brainstormen. Dann kommen die ganzen Ideen doch von allein. Oder?


