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Cajus und Sepalot im Sudan

Cajus, Abbass Anoor und der Rest der Crew
© Koviljka Pajcin

Vor knapp vier Monaten verbrachte ich einige wunderbare Tage im Sudan und genoss mitten im Dezember die 35°C, während hierzulande vermutlich alle gefroren haben. Ich hielt mich hauptsächlich in der Hauptstadt Khartoum, die als die heißeste Haupstadt der Welt gilt, feierte aber auch mitten in der sudanesischen Wüste ins neue Jahre hinein, was sehr beeindruckend war. In meiner Radioshow im Februar habe ich dann jede Menge sudanesische Musik gespielt, obwohl es recht schwierig war, an aktuelle Sachen ranzukommen. Und Abbass Anoor kannte ich damals noch gar nicht. Jetzt bin ich auf ihn gestoßen, weil im Rahmen eines vom Goethe-Institut veranstalteten Symposiums die beiden Blumentöpfe Cajus und Sepalot auf hiphop-kultureller Mission ebenfalls die sudanesische Haupstadt besucht und mit Abbass und einigen weiteren sudanesischen und französischen Rappern einen Workshop veranstaltet und auch vor Publikum etwas gejammt haben. Darüber haben die beiden im Blumentopf-Blog "Topfhits" berichtet (Teil 1, 2) und auch ein Video von Abbass eingebunden.

Ich war natürlich gleich begeistert, weil ich bisher nur Emmanuel Jal als sudanesischen Rapper kannte - und der lebt schon seit längerem im Ausland. Und ich habe keine Mühen gescheut und meine Kontakte spielen lassen, um ein exklusives Foto vom Konzert zu organisieren (Thanks for the pic, Koviljka!). War bestimmt eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten. Sudan unterliegt ja einem Teilembargo durch den Westen und ist ein ständiger politischer Unruheherd - ich will euch jetzt nicht mit Details langweilen. Das Goethe-Institut, dessen Aufgabe ja unter anderem ist, internationalen kulturellen Austausch zu pflegen, lädt dankenswerterweise immer wieder deutsche Künstler in Länder ein, in denen Kultur nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich ist. Hans Nieswandt hat dies in seinem Buch Disko Ramallah am Beispiel des Nahen Ostes sehr anschaulich beschrieben. Und mir als jemandem, der ebenfalls gern solche Länder besucht, gefällt sowas naturgemäß. Wenn es mir jetzt noch gelingt, die Platte von Abbass aufzutreiben …

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