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Awesome Tapes From Africa

Awesome Tapes from Africa

Immer wenn Brian Shimkovitz von einer Reise nach (West-)Afrika nach Brooklyn zurückkam, hatte er die Koffer voller Kassetten mit afrikanischer Musik. Vor fünf Jahren forschte er sogar eine Zeitlang als Musikethnologe über Hip Hop in Ghana. Wieder zuhause eröffnete er sein Weblog, Awesome Tapes from Africa. Dort stellt er seitdem regelmäßig die vielen Tapes seiner Sammlung vor.

Mittlerweile reist er als DJ und Spezialist für afrikanische Musik rund um den Globus, war auch schon öfter in Deutschland, und wird im Juli auf dem Worldwide Festival in Südfrankreich auflegen. Sagt man eigentlich "auflegen" bei Kassetten? Egal, jedenfalls hat er einen kurzen Mix produziert, in dem er sechs Tracks aus seiner Kollektion vorstellt. Die Soundqualität entspricht der von alten Tapes, aber der Kraft der Songs tut das keinen Abbruch. [via]

Bouncing Cats - B-Boys in Uganda

Nicht erst seit der Fußball-WM blogge ich gern über afrikanische Musik und musikalische Unternehmungen in unserem südlichen Nachbarkontinent. Uganda feiert, wenn ich das richtig sehe, jetzt Premiere in meinem Blog. Dafür ist das Projekt umso erstaunlicher: In diesem vom Bürgerkrieg und anderen brutalen Konflikten gebeutelten Land, genauer in der Hauptstadt Kampala, wurde 2006 das Breakdance Project Uganda gegründet. Ziel dieses Projekts war und ist es, Jugendlichen die Kultur der B-Boys nahezubringen und ihnen auf diese Weise eine Perspektive für ein besseres Leben aufzuzeigen (Videos und mehr Material hier). Der Film Bouncing Cats, dessen Trailer hier zu sehen ist, dokumentiert dieses Vorhaben und featured unter anderem Common, Mos Def, K'Naan und Crazy Legs von der legendären Rock Steady Crew. Bleibt wie immer zu hoffen, dass dieser Film auch hierzulande gezeigt werden wird.

[via @ladymasiki]

Baloji

Die Zukunft des Hip Hop liegt in Afrika. Hab ich gestern irgendwohier gelesen. Man muss aber nach ihr suchen. 

In Plattenläden nach Vinyl zu diggen ist immer etwas Besonderes und in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden. Ich finde, es ist lange überfällig, den Begriff des "Digging" auf das Internet auszuweiten - und damit meine ich nicht das gemütliche Platten-Shoppen auf Ebay. So manch einer kämpft sich stundenlang durch obskure Blogs, schwerfällige MySpace-Profile, ellenlange Soundcloud-Listen, automatisierte Last.fm-Empfehlungen und spezialisierte Musik-Nerdforen, um den neuesten heißen Scheiß zu entdecken und aus den Unmengen neuer Musik das Gute und Rare herauszufiltern. Die Jagd nach dem Neuen stellt somit auch den wesentlichen Gegensatz zum Diggen der alten Schule dar. Nicht mehr verstaubte Scheiben aus vergangenen Jahrzehnten sind gefragt, sondern brandneue, am besten noch unreleaste Tracks blaßgesichtiger, Beats bastelnder Teenager aus der walisischen Provinz. Aber das wäre ein Thema für einen eigenen Blogartikel.

An dieser Stelle soll es um Baloji gehen, einen belgischen Rapper kongolesischer Herkunft, der in Deutschland noch relativ unbekannt ist. Und nach dessen Musik man schon eine Weile diggen muss, wenn einem die Song-Beispiele auf seiner Webseite nicht mehr genügen. Als ich den Namen Baloji auf Gilles Petersons Top 10 Breakout Artists of the Year (So Far)-Liste gelesen hatte, fingen ein paar Synapsen in meinem Langzeit-Musikgedächtnis an zu glühen. Eine kurze Suche brachte mich auf sein Twitter, einen französischen Wikipedia-Eintrag, sein Blog und sein 2007er Album "Hotel Impala". Aber die neue Platte "Kinshasa Succursale" war fast nirgends aufzutreiben, verrückt. Schließlich konnte ich die 13 Tracks, die mit Konono Nº 1 als Backing-Band aufgenommen wurden, doch aus einer virtuellen Plattenkiste ziehen (jaja, ich weiß, gibt's bei iTunes, aber ihr wisst ja ...). Und was soll ich sagen: Ich bin begeistert! Der elektrifizierte Likembé-Sound der Kongolesen ist auf Dauer anstrengend, sorgt aber dafür, dass die Songs deutlich direkter zur Sache kommen als auf "Hotel Impala".

Zwei Videos von Baloji zeigen, wo es langgeht

Jan Delay live in Aschaffenburg

Ich bin euch noch einen kurzen Bericht vom Jan Delay-Konzert am vergangenen Wochenende beim Afrika-Karibik-Festival in Aschaffenburg schuldig. Gut, dass ich mittlerweile etwas Abstand dazu habe, denn so erfreulich war das alles nicht, zumindest was die Festival-Organisation betraf. Auch wenn das Festival am Samstag schon zwei Tage alt war, hätten wir doch einen besseren Zeltplatz erwartet als eine harte, steinige, abschüssige und zu kleine Fläche an einer Wegekreuzung unter einer Brücke, und das nach mehr als einer halben Stunde Warterei. Schließlich hatten wir reserviert und dafür ordentlich zahlen müssen. Aber wir haben unsere Zelte da irgendwie hingequetscht, und zu den Dixi-Klos hatten wir es auch nicht weit :O/

Leider war das System der Getränkeausgabe auf dem Festivalgelände ebenfalls katastrophal. Nicht nur musste man sich Verzehrmarken zu fünf bzw. zehn Euro kaufen (= Schlange stehen), um mit diesen dann Bier zu je zwei Euro zu bekommen (= an einer weiteren Schlange stehen; außerdem teilt sich fünf nicht so gut durch zwei), sondern beim Erwerb eines Bieres wurde zusätzlich noch Pfand in barer Münze verlangt (= nochmal Geld rauskramen, Pfandmarken aufteilen). Es dauerte also eine knappe halbe Stunde, bis wir grundlegend mit Flüssigem versorgt waren. Die Stimmung war dementsprechend auf dem Siedepunkt ;O) Ganz erheblich zur guten Laune trugen anschließend die Bierbänke bei, die in unregelmäßigen Abständen, aber nicht gerade geringer Zahl im Zuschauerbereich verteilt aufgestellt waren. Als einige Zuschauer nämlich begannen, sich auf die Bänke draufzustellen, war die gute Sicht auf die Bühne dahin, was einige seltsame Rochaden zur Folge hatte.

Schlussendlich konnten wir aber doch Jan Delay und Disko No.1 auf der Bühne begrüßen. Und was haben die die Scheiße fett gerockt. Zwar fehlten mit einige Klassiker aus alten Sam Ragga-Zeiten, aber diverse Cover von Madonna bis Deichkind ("Remmidemmi" - ganz groß) waren mehr als Entschädigung dafür. Jan Delay ist einfach ein guter Entertainer, eine coole Sau auf der Bühne, und er weiß, wie er das Publikum auf seine Seite bekommt. Na gut, einige seiner Pointen blieben auf halbem Wege stecken, aber wir sind ja nicht kleinlich. Insgesamt konnte das Konzert den ganzen restlichen Scheiß fast vergessen machen, aber nochmal muss ich da sicher nicht hin. Zum Abschluss noch ein kleines Video vom "Freeze"-Spielchen mit Band und Publikum:

Afrika Karibik Festival

Plakat 2008Gleich geht's los auf das Afrika Karibik Festival in Aschaffenburg, wo heute Abend Jan Delay mit Disko No. 1 auftritt. Wenn das Wetter so bleibt (und das tut es!), wird das ein schöner Abend. Ich erwarte eine große Party am Rande Bayerns. Jetzt noch schnell Isomatte und Schlafsack zusammengerafft, ein paar Getränke eingepackt, dann steht dem Spaß nichts mehr im Wege. Die andern drängeln schon, während ich hier noch blogge …

Vom Titel, der Afrika und Karibik beinhaltet, sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen: Nur einer der Künstler, die heute auftreten, ist in der Karibik geboren, lebt aber schon seit zwanzig Jahren in Deutschland. Der Rest kommt aus Berlin, Hamburg, München oder immerhin Frankreich, soweit ich das sehe. Überhaupt scheint Afrika irgendwie gar nicht vertreten zu sein, ich erwarte größtenteil Reggae-Patois-Jah-Gepraise. Aber vielleicht irre ich mich ja auch, also genug der Vorurteile. Hinter weiß man immer mehr. Außerdem: "Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran" ;-)

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