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Sammel-Alben 51/12

Zum Jahresende hin wird es schwierig, neue, hörenswerte Alben herauszusuchen. Alle sind mit Jahresrückblicken, Best-Of-Listen oder Weltuntergängen beschäftigt. Dazu noch Weihnachtseinkäufe und meine jüngste Ingress-Sucht ;-) Nicht einfach, wie gesagt, aber trotz allem möchte ich euch zwei Alben ans Herz legen.

Hiatus Kaiyote - Tawk Tomahawk

Wenn Erykah Badu das twittert, dann muss an Hiatus Kaiyote irgendwas dran sein. Die Band aus Melbourne, gegründet Mitte 2011, hat im April ihr Debütalbum "Tawk Tomahawk" auf Bandcamp veröffentlicht. Die siebenköpfige Band schüttelt spielerisch leicht Future Beats und Neo-Soul aus dem Ärmel, die Stimme von Leadsängerin Nai Palm nimmt einen sofort gefangen. Mittlerweile hat die Band vor allem in den USA, aber auch in UK und dem Rest der Welt zahlreiche Anhänger. Der Titel "Nakamarra" dürfte daher in diversen Jahresendcharts auftauchen.

Hier das komplette Album im Bandcamp Player:

Bereits vor zwei Monaten hat Wax Poetics ein Remix-Album mit dem Titel "Tawk Takeout: Tawk Tomahawk Remixed" initiiert. Das nenne ich mal eine steile Karriere.

"Sammel-Alben 51/12" vollständig lesen

Portformat - Entropy

Albumcover

Das Cover von Portformats neuem Album Entropy zeigt den Umriss eines Kopfes, der von Sternen und Galaxien ausgefüllt ist. Unendliche Weiten, die der menschliche Genius erreichen kann - oder die nur in unseren Köpfen erschaffen werden und existieren können? Oder, um Arrested Development zu zitieren:

Space ain't man's final frontier. Man's final frontier is the soul.

Der Titel, Entropy, wiederum verweist auf den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Wer sich damit auseinandersetzen möchte, sollte sich in die Wikipedia einlesen oder sich Thomas Pynchons Kurzgeschichte "Entropy" zu Gemüte führen. Damit aber genug der Theorie ;-)

Entropy ist das zweite Album, das Portformat auf Tokyo Dawn veröffentlicht hat, und wie auch der Vorgänger "The Repeat Factor" exzellent produziert. Tief im Kosmos von Hip Hop verwurzelt, aber durch Wurmlöcher mit elektronischen Welten, Dubstep-Clustern und Planeten der Klasse R&B verbunden, fliegen die 18 Tracks mit Warp-Speed durchs imaginierte All. Dazu kommen Vocals von Alicia Renee, Georgia Anne Muldrow & Dudley Perkins[1], Amalia, Colonel Red, Stan Smith, Miles Bonny, Shuanise und vieler anderer Vokalisten aus dem Tokyo Dawn-Universum.

Das sollen jetzt genug Weltraum-Wortspiele gewesen sein. Entropy klingt nämlich auch sehr down to earth, aber eben immer mit einer verträumten, spacigen Note, und reitet meist auf einem fetten Beat. Im Folgenden könnt ihr in alle Tracks schon mal reinhören:

[1]Georgia Anne Muldrow und Dudley Perkins sind ja auch beim Label SomeOthaShip(!!) sehr aktiv.

Amalia - Art Slave

Ausschnitt des Albumcovers

Von Stockholm aus sendet Amalia ihre Future Funk-Vibes in die Welt hinaus. Sie hat schon mit Jazzanova, dem Cinematic Orchestra oder zuletzt Opolopo - ebenfalls aus Schweden - zusammengearbeitet. Letzterer hat auch ihr Debütalbum Art Slave (bei Tokyo Dawn) produziert. Darauf finden sich insgesamt 15 abwechslungsreiche soulige Disconummern, Broken Beat-Floorfiller und Killer-Funk-Tunes mit starkem Einfluss des Eighties-Funk. Die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht noch an New Jack Swing? Genau. Remixe von Atjazz oder Son Of Kick runden ein wirklich gelungenes Erstlingswerk ab. Den Download gibt's schon jetzt, die CD kommt am 4. März!

Dieser Track hier ist schon auf dem TDR-Sampler "The Boogie" erschienen und auch auf Art Slave zu finden:

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