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Amazon MP3 Download

Kein Aprilscherz! Ich habe lange darauf gewartet, und nun ist der Tag gekommen, da Amazon auch in Deutschland Musikdownloads anbietet. Die Preise sind nach meinem ersten Eindruck ganz in Ordnung, momentan gibt es - vermutlich als Eröffnungsangebot - viele so genannte "Top-Alben" für weniger als fünf Euro zu kaufen. Vermutlich wird sich das bald ändern. Dennoch scheint Amazon etwas günstiger zu sein als die meisten Alternativen und bietet offenbar MP3-Dateien mit 256 kbit/s zum Download an - versehen mit einem eindeutigen Wasserzeichen, um die Verbreitung in Tauschbörsen unattraktiver zu machen.

Natürlich musste ich das gleich ausprobieren und habe mir das Album Éthiopiques - Ethio Jazz & Musique Instrumentale 1969-1974 mit vielen Songs von Mulatu Astatke in den Warenkorb gelegt. Nach dem Einloggen ging es aber nicht direkt weiter zum Checkout, sondern ich bekam überraschenderweise das Amazon-MP3-Download-Tool zur Installation angeboten. Für Ubuntu (oder Alternativ für andere Linux-Distributionen) als Debian-Paket, das sich inklusive zweier Abhängigkeiten problemlos installieren ließ. Im Anschluss musste ich etwas nach dem mickrigen Link suchen, der mich zur Zahlungsbestätigung führte, konnte dann aber den Kauf abschließen. Der Download öffenete sich wunschgemäß im Downloader und rauschte sehr flink auf meine Platte. So muss das eigentlich immer funktionieren.

Screenshot vom Amazon MP3-Downloader

In den Vereinigten Staaten und, wenn ich mich nicht irre, auch in Großbritannien hat Amazon schon viel Erfahrung bezüglich des Download-Angebots sammeln können. Das kommt uns in Deutschland nun zu Gute. Bleibt zu hoffen, dass die Preise weiterhin auf einem erträglichen Niveau bleiben und das Angebot weiter ausgebaut wird.

Automatische Musikempfehlungen

Neulich, auf dem Barcamp Berlin, hat Petar Djekic das Fraunhofer-Spinoff mufin.com vorgestellt. Ziel von mufin ist es, automatische Musikempfehlungen geben zu können, indem Audiodateien analysiert werden und ein eindeutiger "Fingerabdruck" von ihnen erzeugt wird. Anhand der so gewonnen Informationen sollen Ähnlichkeiten zwischen Musikstücken ermittelt werden, und verknüpft mit herkömmlichen Methoden wie Userbewertungen und Kaufverhalten noch genauere Ergebnisse erzielt werden.

Denn die Vorgehensweisen von Amazon oder last.fm bringen auch Nachteile mit sich. So können die Resultate gezielt verfälscht werden, oder Beatles-Fans erhalten den Hinweis, sich doch mal John Lennon anzuhören. Das ist natürlich zutreffend, neue Musik lernt man so aber kaum kennen. Petar hatte noch mehr aufschlussreiche Beispiele dafür, warum der aktuelle Stand der Dinge nicht zufriedenstellend ist.

Ich persönlich frage mich allerdings, wer aus solchen recommendation systems einen Nutzen zieht. Klar, unbekanntere Musiker erhalten dadurch die Chance, einem breiteren Publikum bekannt zu werden. Und ich als Musikliebhaber erhalte potentiell interessante Musikempfehlungen. Aber wenn ich mal genauer hinsehe, nutze ich diese kaum. Die last.fm-Ähnlichkeiten laufen bei mir automatisch in den Audio-Player hinein, und ab und an werfe ich da tatsächlich mal einen Blick drauf. Aber den Großteil der Informationen hole ich mir aus Blogs, (Internet-)Radiosendungen oder von Freunden. Möglich, dass sich das in Zukunft aufgrund höherer Qualität der automatisierten Verfahren einmal ändert, nur momentan sehe ich das für mich noch nicht. Wie sieht es bei euch aus? Schonmal ein Album bei Amazon aufgrund eines Vorschlags gekauft? Oder Fan einer Band geworden, die bei last.fm neben eurer Lieblingsband aufgetaucht ist? Würde mich wirklich mal interessieren, wo ihr eure Inspiration hernehmt ;-)

Amazon verkauft DRM-freie MP3s (beta)

Amazon hat in den USA einen MP3-Downloadshop gestartet, wie im hauseigenen Earworm's Amazon Blog bekannt gegeben wurde. Momentan befinde man sich in der Public Beta-Phase - offenbar ein Muss für jedes neue Angebot *seufz*. Angeboten werden mit 256 kbit/s kodierte, DRM-freie MP3-Dateien, die sich (nur?) mit einem Amazon-eigenen Downloadprogramm herunterladen lassen. Die Preise liegen laut Blogeintrag bei 89 US-Cent pro Lied bzw. zwischen 5 und 10 US-Dollar pro Album, was ich nach einer ersten Kurzüberprüfung bestätigen kann. Beim derzeitigen Wechselkurs ist das deutlich preiswerter als die meisten Angeobte hierzulande. Allerdings vermute ich, dass vorerst nur US-Kunden dort einkaufen können, zumindest habe ich noch nichts Gegenteiliges gelesen.

Amazon MP3 Logo

In den Kommentaren wurden schon die üblichen Forderungen laut: Freie, am besten verlustfreie Formate werden gefordert (Ogg Vorbis, FLAC), Downloads ohne Downloadmanager, Erweiterung des Angebots auf weitere Länder, Einbindung ins Amazon-Partnerprogramm. Einige dieser Wünsche wird Amazon sicher bald erfüllen, für andere sehe ich eher weniger Chancen. Der Umfang des Angebots kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn wegen des fehlenden Kopierschutzes natürlich einige Majors nicht mitmachen wollen. Amazon als Major-Player kann es durchaus gelingen, eine Konkurrenz zu iTunes auf gleicher Augenhöhe aufzubauen, wovon am Ende die Kunden profitieren würden. Ich bin gespannt, wie Amazon den Shop weiter vorantreibt und wie die Preisgestaltung aussehen wird, wenn der Shop auch in Deutschland verfügbar ist.

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