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Die Bandcamp-App für Fans

Bandcamp, die von vielen unabhängigen Musikern gern genutzte Vermarktungs-Plattform mit Online-Shop, wird offenbar kontinuierlich erweitert. Nachdem zuerst auf die Bedürfnisse der Künstler geachtet wurde, stehen mittlerweile Features für Fans im Fokus.

Bandcamp für Fans

Alle meine Erwerbungen (kostenlose Downloads as well as Einkäufe) landen in meiner Collection. Das klappt gefühlt nicht immer, vielleicht weil ich nicht immer im gleichen Browser eingeloggt bin, aber die meisten Sachen sind da.

Außerdem kann ich in meinem persönlichen Bereich Wunschlisten erstellen und mich mit Freunden verknüpfen. Meine Musik kann ich dort direkt im Browser abspielen, was ein ziemlich neues Feature sein dürfte.

Update: Gerade kam die Frage auf, wie man überhaupt einen Fan-Account bekommt. Bandcamp schreibt dazu: "So how do you get a Bandcamp fan account? Easy: buy something, support an artist, and we'll invite you." Ihr müsste also erst Musik bei Bandcamp kaufen und haltet dann irgendwann eine Einladung mit dem Fan-Account. Sorry, war mir nicht mehr bewusst, weil ich meinen Fan-Account schon eine ganze Weile habe.

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The Byrds and The Bee(Gee)s

Die Startseite von The Byrds and The Bee(Gee)s

Eine der knuffigeren Webanwendungen, die auf die öffentliche Schnittstelle von Spotify zugreifen, heißt "The Byrds and The Bee(Gee)s". Wer dabei spontan an die Sechziger und Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts denken muss, liegt schon ganz richtig. Die App ist im Zuge des Rethink Music Hackathons in Boston entstanden. Rethink Music ist eine Konferenz, die sich mit der Zukunft der Musik(industrie) beschäftigt.

Das Blog evolver.fm hat gestern die Preisträger des Hackathons bekanntgegegeben und schreibt über "The Byrds and The Bee(Gee)s":

This app humorously explains how you, I, and anyone else came to be, through a musical approach to “the talk” parents give children about the so-called birds and the bees. Enter a birthday and this web app figures out when you might have been conceived, presents some information about what life was like on that day, and generates a Spotify playlist based on what your parents could have been listening to.

Also: Gib einfach dein Geburtsdatum ein (und kreuze an, ob dein Vater damals smooth war[?]), und schon berechnet die Anwendung, welche Musik deine Eltern in der Nacht deiner Zeugung gehört haben könnten. Dazu wird eine Spotify-Playlist ausgespuckt, die Spotify-Nutzer auch gleich anhören können. Da ich die Plattensammlung meiner Eltern recht gut kenne, bezweifle ich zwar, dass die folgende Playlist stimmt, aber der Vollständigkeit halber - bitteschön ;-)

Wieder ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich mit relativ geringem Aufwand sehr hübsche Anwendungen bauen lassen.

Music Smasher

Screenshot von Music Smasher mit Suchergebnissen zum Begriff Dimlite

Mit der wachsenden Anzahl der Musik-Streaming-Angebote wächst auch die Unsicherheit, welcher der Dienste der richtige für mich ist. Eine der wichtigsten Fragen ist die nach dem Musikkatalog. Finde ich meine Lieblingsmusik eher bei Rdio oder bei Simfy, oder soll ich lieber auf Spotify warten? Das herauszufinden ist mühsam und langwierig. Music Smasher schickt sich nun an, diesen Prozess zu vereinfachen.

Kurz gesagt: Music Smasher ist eine Art [Metasuchmaschine](http://de.wikipedia.org/wiki/Metasuchmaschine Wikipedia), die (momentan) sieben große Anbieter nach musikalischen Suchbegriffen durchforstet und das Ergebnis anschaulich darstellt. Nicht alle dieser sieben Dienste (Rdio, Spotify, Grooveshark, Soundcloud, MOG und Bandcamp) sind Streaming-Dienste, und knapp die Hälfte sind in Deutschland gar nicht verfügbar.

Außerdem fehlen einige Anbieter, die aber selbst daran schuld sind: Sie bieten Entwicklern wie Matt Montag, der Music Smasher programmiert hat, keine Schnittstelle (API) zur Abfrage von Songinformationen an. Von Simfy beispielsweise wird ein API schon seit mindestens einem knappen Jahr erwartet:

Aber vielleicht wird Music Smasher in Zukunft ja um weitere Services erweitert. Die App ist jedenfalls ein weiteres Beispiel dafür, wie Offenheit gegenüber Dritten Vorteile schaffen kann - für Nutzer und Anbieter. Voraussetzung ist natürlich, dass die angebotenen Inhalte stimmen. Und ob sie stimmen, kann ich mithilfe von Apps wie Music Smasher, das übrigens auf dem Music Hack Day in San Francisco entstanden ist, leicht selbst herausfinden. [via evolver.fm]

Jeder Song eine App

Screenshot eines Songpier-Demos

Die "App" ist ein Phänomen des Smartphone-Zeitalters. Zu Hunderttausenden können "Apps" aus den Shops von Apple, Google, Nokia, Amazon und anderen heruntergeladen werden. Die meisten dieser Miniprogramme für Mobiltelefone erledigen dabei nur eine einzige, sehr spezielle Mini-Aufgabe. Es gibt Apps für fast jeden erdenklichen Zweck. Dass es diese Spezialisierung und Fragmentierung von Software natürlich schon vor den mobilen Anwendungen gab - sei's drum.

Gerade entdecken auch Musiker und die Musikindustrie die App für sich. Waren bislang gekaufte Klingeltöne der Renner auf vielen Handies, sollen sie langsam von Apps abgelöst werden. Von vielen kleinen Musikapps, eine App pro Song. Das ist die Vision hinter Songpier, einem deutschen Startup aus der Nähe von München, das sich momentan noch in der Betaphase befindet. Auf dem Future Music Camp in Mannheim wurde Songpier vorgestellt, in drei Schritten können Musiker ihre App (eine so genannte Webapp, die auf den meisten Phones laufen soll) erstellen. Zusätzlich zur Musik lassen sich Songlyrics oder Visualisierungen anzeigen und Freunde in Sozialen Netzwerken benachrichtigen.

Und auch Björk, die Großmutter aller isländischen Musikelfen, wird ihr nächstes Album "Biophilia" als Sammlung von Apps veröffentlichen. In einer virtuellen 3D-Galaxie sollen die einzelnen Musikstück-Apps um das Album-Gestirn kreisen und mit Zusatzfeatures wie Lyrics, Visualisierungen, Remix-Tools und Game-Elementen aufwarten. Hört sich ziemlich aufwändig an und dürfte auch entsprechende Produktionskosten haben, ist also nur etwas für Megastars.

Aber diese Apps scheinen Trends zu bestätigen: Zum einen wird am Download einzelner Songs mehr verdient als über komplette Alben, gerade auf mobilen Endgeräten; Speicherplatz und Bandbreite spielen dabei sicher auch eine Rolle. Zum anderen verlagert sich Musik momentan in Richtung Cloud, und Apps weisen ja ebenfalls das Merkmal auf, dass sie - einmal gekauft - immer wieder nachinstalliert werden können. Die weitere Entwicklung sollte bereits in den kommenden Monaten mehr Aufschluss darüber geben, wie die Single-Song-Apps angenommen werden.

"Songcover" zu Björks Crystalline

Musik-Apps für Android, Part I: Ethereal Dialpad

Mein Nokia E 60 ist ein kleines Brikett, hässlich aber WLAN-fähig, und deshalb war es auch lange Jahre mein treuer Begleiter. Vor ein paar Wochen habe ich mich nun entschieden, es in seinen wohlverdienten Ruhestand zu schicken und es durch ein moderneres Gerät zu ersetzen. Und da ich, wie sich eventuell herumgesprochen hat, eine gewisse Antipathie gegenüber den Produkten mit dem Apfel hege - Steve Jobs bestätigt mich gerade in letzter Zeit immer wieder darin -, ist es ein Android geworden, genauer ein HTC Desire. Privacy-Bedenken hin oder her, ich möchte mir nicht von einem grauhaarigen Choleriker vorschreiben lassen, was für Bildchen oder Filme ich mir auf meinem Taschencomputer ansehe, oder dass Musik mit Explicit Lyrics schlecht für mich sei.

Apropos Musik. Zugegebenermaßen gibt es fürs iPhone einige nette Musik-Apps, und was bisher auf dem iPad zu sehen war, könnte bald Einzug in die DJ-Booths halten. Android ist noch deutlich jünger und hat folglich noch nicht so viel musikalisches zu bieten. Ganz ohne musikalische Spielzeuge müssen wir Android-User dennoch nicht auskommen. In loser Folge möchte ich hier einige interessante Apps vorstellen. Den Anfang macht

Ethereal Dialpad

Market-Link als QRCodeDie App Ethereal Dialpad von Adam Smith ist ein Synthesizer mit Echtzeiteffekten, der über die Touchoberfläche des Android-Phones gesteuert wird.

Für iPhone-Besitzer dürfte das nichts Weltbewegendes sein, aber unter Android steht Ethereal Dialpad noch ziemlich allein da. Immerhin vier verschiedene Oberflächen (dialpads) animieren zum Ausprobieren, im Menü lassen sich Effekte hinzufügen und einige grundlegende Einstellungen vornehmen. Zurzeit sind folgende Einstellungen verfügbar:

  • Pitch Quantizer (Tonhöhe)
  • Oktaven
  • Delay
  • Flanger
  • Soft envelope (Hüllkurven)
  • Soft timbre (Klangfarbe)
  • Duett

Die Sounds lassen sich sehr intuitiv erzeugen, um z.B. halbwegs brauchbare Melodieläufe hinzubekommen, bedarf es aber schon einiger Übung. Ebenfalls vorgesehen ist die Möglichkeit, über den Market weitere Dialpads herunterzuladen; leider wurden während meiner Tests (noch) keine gefunden.

Bei Create Digital Music wird die App detailliert (auf Englisch) beschrieben, und der Entwickler selbst erzählt etwas von den Hindernissen bei der Programmierung von Ethereal Dialpad. Problematisch scheint vor allem das Fehlen eines soliden Sound-Frameworks für die Entwicklung von Android-Apps zu sein. Aber ich denke, je mehr ähnlich gelagerte Apps geschrieben werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein solches Framework irgendwann dabei abfällt.

Ich vermisse außerdem die Funktion, die eigenen Kreationen aufnehmen und ggf. auf einer Plattform sharen zu können. Aber zumindest das Recording sollte über den Kopfhörerausgang auf externen Geräten funktionieren.

Die App lief auf meinem Desire stabil und flüssig. Ethereal Dialpad ist kostenlos im Android Market verfügbar. Sterne gibt's bei mir nicht, aber ein Fazit: Es macht Spaß und wird nicht so schnell, dem Android-Phone mit Ethereal Dialpad Töne zu entlocken. Für einen "vollwertigen" Einsatz als Instrument fehlen allerdings noch ein paar Funktionen. Man darf aber gespannt sein, ob und wie sich die App weiter entwickelt.

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