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eMusic-Abo gecancelt

Im Herbst 2006 hatte ich mich bei eMusic angemeldet und konnte seither für monatlich knapp 17 Euro 65 Tracks in guter MP3-Qualität herunterladen. Neben dem beinahe unschlagbar günstigen Angebot - die meisten anderen Shops verlang(t)en das Vierfache - überzeugte mich damals die Auswahl interessanter Labels, die sonst so gut wie nirgends auf einer einzigen Plattform versammelt waren. Damit ist nun (vorerst) Schluss.

Im Bereich des Online-Musikshoppings hat sich seitdem nämlich einiges getan. Das neue Napster ist definitv eine Überlegung wert, last.fm bietet ganze Alben der Majors mehr oder weniger kostenlos an, und die kleinen, feinen unabhängigen Labels konzentrieren sich zunehmend auf andere, spezialisiertere Vertriebskanäle von ithinkmusic über Beatport und Bleep bis zu Dancetracks Digital und Clickgroove. Das macht sich bei eMusic insofern bemerkbar, als dass viele Labels zwar immer noch dann und wann einen Release einstellen, aber bei weitem nicht alles und oft erst Wochen oder Monate nach dem eigentlichen Release-Date. Da war die Versuchung häufig zu groß, woanders shoppen zu gehen.

Was eMusic nach wie vor interessant macht, ist zum einen der sehr umfangreiche Backkatalog in Sachen Jazz. Außerdem werden seit einiger Zeit englischsprachige Audiobooks angeboten, was vermutlich auf Kosten der Musik ging, aber für die eine oder den anderen sicher ganz praktisch ist (auch wenn die Preise dort nicht so günstig sind wie bei der Musik). Zusätzlich gibt es noch viele redaktionelle Zusatzinformationen, aber die brauche ich eigentlich überhaupt nicht. Von daher ist die Kündigung für mich der einzig logische Schritt. Jetzt gilt es erstmal, die anderen Angebote zu sondieren. Wo kauft ihr denn momentan ein bzw. mit welchem Dienst habt ihr gute Erfahrungen gemacht?

Internetradio 2.0

last.fm und Pandora stellen anhand von Ähnlichkeiten zwischen Musikstücken radio-ähnliche Streams zusammen, die den Benutzerwünschen mehr oder weniger genau entsprechen. Während last.fm Informationen darüber sammelt und auswertet, was tausende User auf ihrem Rechner hören, werkelt im Hintergrund von Pandora eine ausgeklügeltes Software, die Abhängigkeiten von Musikstücken feststellt. Seit Anfang des Jahres schießen ähnliche Dienste wie Pilze aus dem Boden. Sie heißen Finetune (nicht zu verwechseln mit Finetunes), Seeqpod oder Beatport Player (nicht zu verwechseln mit dem Traktor Beatport Player) und verfolgen durchaus unterschiedliche Ansätze.

Finetune arbeitet ähnlich wie Pandora: Man gibt den Namen eines Künstlers oder einer Band ein, und erhält einen entsprechenden Stream zurückgeliefert. Es gibt auch vorgefertigte Stationen, Suchfunktionen und die Möglichkeit, Kommentare abzugeben. Und natürlich können die Musikstücke bei Gefallen auch gleich via iTunes gekauft werden, ansonsten ist der Dienst kostenlos. Ein erster Test verlief eher ernüchternd. Zwar wird mit fast zwei Millionen Tracks geworben, diese stammen aber größtenteils von den Majors. Neuentdeckungen wird man auf diese Weise kaum machen können.

Seeqpod ist irgendwie nicht so richtig auskunftsfreudig, scheint aber ähnlich zu arbeiten wir The Hype Machine oder elbo.ws. Weltweit werden offenbar Podcasts und Musikblogs abgegrast und die dort geposteten Tracks in der eigenen Datenbank abgelegt. Diese lässt sich nun durchsuchen, Treffer können gleich angehört oder an eine Playlist angehängt werden. Zusatznutzen sind Artistinfos oder Links zu Videos und Klingeltönen. Der Dienst ist als beta gekennzeichnet, und das merkt man auch deutlich. Die Suchergebnisse sind nicht gerade zahlreich und führen öfter mal zu toten Links.

Der Beatport Player ist ein direktes Marketinginstrument für den in Kreisen elektronischer Musik bekannten und beliebten Downloadshop Beatport. Playlisten können nach Genre, Label oder Künstler zusammengeklickt werden und speisen sich natürlich aus dem Shopangebot. In diesem Rahmen klappt das auch gut, vorausgesetzt der Flashplayer ist installiert. Für einen MP3-Shop und dessen Kunden ein äußerst interessantes Feature, für alle anderen eine nette Spielerei.

Noch mehr Online-Musik-Anwendungen beschreibt Dan Taylor in seinem Blog. Vielleicht sind da ja noch ein paar Perlen zu finden.

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