Das Trio Daniel Brandt (perc), Jan Brauer (syn) und Paul Frick (p) aus Köln, Wiesbaden und Berlin, erweitert zum Ensemble mit Violine, Cello, Posaune, Tuba, Harfe und diversen Perkussionsinstrumenten, hat schon live im Berghain gespielt und bringt im November das Album "You Make Me Real" auf !K7 heraus. Die Mischung von Klassik, Jazz und elektronischer Clubmusik ist komplex, geht aber erstaunlich gut nach vorne. Seht und hört selbst:
Neue Geschäftsmodelle für Musik
Geschrieben von • Dienstag, 7. September 2010
Diese Woche ist Berlin Music Week, die Konferenz all2togethernow (a2n) ist ein Teil davon, und das a2n_camp ist wiederum ein Teil der Konferenz. Dieses Camp hat gestern in der Kulturbrauerei stattgefunden. Ich konnte es nur aus der Ferne verfolgen über Video-Streams und Twitter. Vieles war so naja, aber dann gab es doch wieder einige Highlights, die ich allerdings nicht live sehen konnte. Ich kann ja nicht den ganzen Tag vor der "Glotze" sitzen
Hoffentlich werden die Videos bald zum nachträglichen Ansehen angeboten.
Interessant fand ich vor allem die immer wiederkehrenden Diskussionen zum Thema Geld verdienen mit Musik im Internet. Die Bandbreite reichte von Creative Commons über Twitter-Workshops für Musiker bis zu neuen Geschäftsmodellen. Eins dieser vielleicht gar nicht mehr ganz so neuen Geschäftsmodelle heißt Freemium. Darüber hat Stefan Peter Roos - vermutlich wie immer treffend und präzise - referiert und nun seine Slides zur Verfügung gestellt:
Außerdem hat Marcel Weiß of netzwertig- und neunetz-Fame passend zur all2gethernow ein neues Blog namens neumusik.com gestartet, das sich mit dem "neuen Musikbusiness" befassen will (dort habe ich auch die Slides gefunden). Ich zitiere
Das Internet verändert die Musikbranche. neumusik.com begleitet die Entwicklungen, Trends und neuen Möglichkeiten in der Musikwelt. Wir stellen Webdienste für Musiker und Webdienste für Musikfans vor, beleuchten die sich verändernden Aufgabenfelder für Labels und betrachten die neuen Geschäftsmodelle für Musiker.
Ansatzweise gab es auch hier im Blog schon Artikel dazu, aber eben nur am Rande. Ich bin gespannt, wie es bei neumusik weitergeht und wünsche viel Erfolg!
While I was away ...
Geschrieben von • Mittwoch, 2. Juni 2010Freunde, so ein paar Tage Urlaub können gut tun. Weit weg von all dem Internet-Gedöns in einem kleinen Dörfchen in der Sächsischen Schweiz, in dem es nicht einmal Handy-Netz gab. Einfach nur die Natur genießen (na gut, und Geocachen), das hat schon was. Im Anschluss noch etwas Platten shoppen in Dresden und Freunde (und ein Fußballspiel und die geniale Ausstellung von Olafur Eliasson) besuchen in Berlin. Herrlich.
Währenddessen ist die Zeit natürlich nicht stehengeblieben, und der Output guter Musik ist ebensowenig versiegt. Daher sei an dieser Stelle auf einiges Hörenswertes hingewiesen, z.B. Release #062 auf 12rec: Monokle & Galun mit In Frame. Recht poppig und mit astreinen Beats kommt das Werk des Duos daher, die Grundstimmung ist eher ruhig, post-rockig, aber abwechslungsreich und nie langweilig. Unbedingt recommended, weil Netaudio und einfach gut. Show them some love!
UpMyAlley geht in die nächste Runde der Beatnicks-Reihe. Volume 3 versammelt Tracks von fLako & Berghem, Powell, O.Boogie, Desto, Rez und Ki En Ra. Wieder einmal ein Burner, wie ihr selbst hören könnt:
Und wer es gern dubbiger mag, für den hat die Sendung Tunes auf Bunch.TV das Kölner Konzert von Dub Spencer & Trance Hill feat. Umberto Echo auf Video mitgeschnitten. 32 Minuten aus dem Gig der Züricher Band mit dem Münchner Mischer Umberto Echo an den Reglern könnt ihr ansehen und -hören, Teil 1 gleich hier:
Das waren nur ein paar Highlights der letzten Tage. Die Zeit steht nicht still. Wenn es jetzt langsam mal wärmer wird und der Musiknachschub weiter so toll läuft, steht einigen tollen Sommerwochen eigentlich nichts mehr entgegen.
Lost and Sound
Geschrieben von • Sonntag, 24. Mai 2009
Schon Anfang des Jahres bekam ich überraschend ein Päckchen vom altehrwürdigen Suhrkamp-Verlag. Darin befand sich das Buch "Lost and Sound. Berlin, Techno und der Easyjetset" von Tobias Rapp, der lange Musikredakteur der taz war und jetzt beim Spiegel für Pop zuständig ist. Auf der Rückseite des Taschenbuchs ist eine Tagcloud abgedruckt, die auf einen Blick erfassbar macht, um was es in diesem Bändchen geht: Von Afterhour über Bar 25, Berghain, Minimal und Ricardo Villalobos bis hin zum Zustand der Zwischennutzung zeichnet Rapp einen Zustandsbericht der Berliner Clublandschaft gegen Ende der nuller Jahre.
Man merkt dem Buch an, das Rapp schon lange als Journalist arbeitet. Er beleuchtet das Phänomen der international so anziehenden Berliner Clus von allen Seiten, spricht mit DJs, Ravern, Club- und Hostelbesitzern und der Clubbeauftragten des Berliner Senats (ja, die gibt es wirklich). Er wird nicht müde zu erwähnen, welchen Stellenwert die Berliner Clubmeile für den Tourismus in Zeiten der Billigflieger hat. Und er spannt dramaturgisch nett einen Bogen von Mittwoch zu Mittwoch, diesem Wochenrhythmus oder Ausgehzyklus, in dessen Mitte sich die Exzesse des Wochenendes und die Afterhours in mittlerweile legendären Berliner Locations befinden.
In "Lost and Sound" fügen sich die vielen singulären Phänomene des Nachtlebens, die geheimnisumwitterten Legenden aus den Clubs, dem Berghain, der Panoramabar, der Bar 25, und die eigenen Erlebnisse aus durchgemachten Nächten zu einer großen Perspektive - und plötzlich wird dem Leser so einiges klar, was er vielleicht zuvor schon wusste, bloß nicht einordnen konnte. Denn es gibt so viele Aspekte, die zeigen, warum Berlin Feierwütige aus der ganzen Welt anzieht, die sich übers Internet mit Informationen eindecken und so die Szene mitunter besser kennen als mancher Einheimische; warum Berlin für viele DJs Lebensmittelpunkt geworden ist, wenn auch nur für einige Zeit; warum überhaupt in Berlin nach der Wende das entstehen konnte, was nun ist.
Mir hat das Lesen jedenfalls sehr viel Freude bereitet, für alle musik- und feierinteressierten Berliner ist das Buch sowieso Pflichtlektüre. Die charmante Idee, das Werk abzurunden mit der Vorstellung von 20 prägenden Platten des Berliner Sounds (Villalobos, Nathan Fake, Booka Shade, Âme, Efdemin, Koze …) macht es möglich, den Soundtrack zum Lebensgefühl nebenher mitlaufen zu lassen. Auch wenn ich wirklich nicht der beste Kenner von Minimal (oder Techno oder House oder whatever) bin, muss ich gestehen, dass Berlin der Welt viele tolle Platten geschenkt hat.
Ein einziger Kritikpunkt am Buch sei erlaubt: Beim Durchlesen nervt, dass manche Aspekte redundant aufgezählt werden, etwa die wirtschaftliche Bedeutung der Clubs für die Stadt. Bisweilen stolpert man auch über Feststellungen, die zwei Seiten vorher eigentlich schon abschließend behandelt wurden. Dann wirkt das in sich sonst so schlüssig gegliederte Buch wie eine unachtsam zusammengestellte Ansammlung unabhängiger Kolumnen. Andererseits lassen sich die einzelnen Kapitel des Buches gerade deshalb auch völlig unabhängig voneinander lesen, wenn man es nicht wie ich einfach von vorne bis hinten am Stück verschlingt. Ich kann ich also guten Gewissens eine uneingeschränkten Lesebefehl aussprechen!
Orientation.biz
Geschrieben von • Montag, 2. Februar 2009
Akuma beschreibt sich selbst als Online-Musikdienst für hochwertige MP3s zu fairen Preisen
. Zumindest die Qualität der Musikdateien, die mit 320 kBit/s codiert sind, kann überzeugen; was faire Preise sind, muss wohl jeder mit sich selbst ausmachen. Jedenfalls wurde akuma.de erst 2006 gegründet und bot anfangs hauptsächlich Titel von Indies an, mittlerweile hat man aber auch z.B. EMI im Angebot. Der Shop beinhaltet einige Community-artige Features wie etwa Künstler-Bewertungen, Kommentarfunktionen oder Tagging. Das Ganze wird betrieben von der H² media factory GmbH aus Hamburg, die auch die Computer-Newsseite Netzwelt publiziert.
Soviel vorab zu den trockenen Fakten des Shops. Akuma beherbergt seit Oktober 2008 allerdings auch ein eigenes Label namens akuma recordings. Die erste und bisher einzige Veröffentlichung ist das dritte Album der deutsch-türkischen Formation Orientation, über die ich vor zweieinhalb Jahren schon einmal geschrieben habe. Auf dem neuen Album Orientation.biz wirbeln die Berliner wieder Funk, Hip Hop, Lounge Jazz, Reggae und orientalische Melodien umeinander, wobei die meisten Songs auf türkisch gesungen bzw. gerappt sind. Die Ballade "Schlaflos" bildet die Ausnahme, braucht sich aber hinter dem Rest der Scheibe nicht zu verstecken. Stimmungsmäßig kommt Orientation.biz eher ruhig und relaxt daher. Die Live-Shows der Band sollen in krassem Kontrast dazu stehen (einen Eindruck davon vermittelt YouTube). Die Qualität der zehn Tracks schmälert das allerdings in keinster Weise, im Gegenteil strahlt die Musik kraftvolle Souveränität im Umgang mit den vielfältigen musikalischen Einflüssen aus, die hier verarbeitet werden.
Fazit: Wer auf soulful, funky Grooves mit etwas so genanntem weltmusikalischen Einschlag steht, sollte Orientation.biz auf jeden Fall probehören oder versuchen, einen der raren Live-Auftritte zu erleben. Ein bisschen verwunderlich ist allerdings, dass die Domain orientation.biz als SEO-Parking-Seite dahinvegetiert und nicht aktiv von der Band zur Vermarktung genutzt wird
Aber sei's drum.
[We Are...] Throwing Stones!
Geschrieben von • Samstag, 18. Oktober 2008Ein kurzer Hinweis noch für alle Berliner und Berlin-Besucher an diesem Wochenende, bevor ich gleich todmüde ins geliehene Bett falle und morgen viel zu früh noch ebenso todmüde aufs Berliner BarCamp wanke, dessen Welcome-Party großartig und mit Mengen kostenloser Getränke verbunden sein soll. Leider ohne mich, aber morgen im St. Oberholz bin ich natürlich dabei.
Und im Anschluss geht es dann hoffentlich ins Lovelite zur in der Überschrift angekündigten Veranstaltung. Karl Hector & The Malcouns werden sich live die Ehre geben und schweißtreibenden Soul und Afrofunk zelebrieren. Daneben sind weitere illustre Namen wie Onyx Ashanti, Mixed Moods und m.path.iq mit von der Partie. Also wenn ich schon Mr Sruff am Sonntag Abend in Heidelberg verpasse, kann ich vielleicht wenigstens ein paar meiner fellow Barcamper überzeugen mitzukommen. Und wer kommt sonst noch?


