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Jeder Song eine App

Screenshot eines Songpier-Demos

Die "App" ist ein Phänomen des Smartphone-Zeitalters. Zu Hunderttausenden können "Apps" aus den Shops von Apple, Google, Nokia, Amazon und anderen heruntergeladen werden. Die meisten dieser Miniprogramme für Mobiltelefone erledigen dabei nur eine einzige, sehr spezielle Mini-Aufgabe. Es gibt Apps für fast jeden erdenklichen Zweck. Dass es diese Spezialisierung und Fragmentierung von Software natürlich schon vor den mobilen Anwendungen gab - sei's drum.

Gerade entdecken auch Musiker und die Musikindustrie die App für sich. Waren bislang gekaufte Klingeltöne der Renner auf vielen Handies, sollen sie langsam von Apps abgelöst werden. Von vielen kleinen Musikapps, eine App pro Song. Das ist die Vision hinter Songpier, einem deutschen Startup aus der Nähe von München, das sich momentan noch in der Betaphase befindet. Auf dem Future Music Camp in Mannheim wurde Songpier vorgestellt, in drei Schritten können Musiker ihre App (eine so genannte Webapp, die auf den meisten Phones laufen soll) erstellen. Zusätzlich zur Musik lassen sich Songlyrics oder Visualisierungen anzeigen und Freunde in Sozialen Netzwerken benachrichtigen.

Und auch Björk, die Großmutter aller isländischen Musikelfen, wird ihr nächstes Album "Biophilia" als Sammlung von Apps veröffentlichen. In einer virtuellen 3D-Galaxie sollen die einzelnen Musikstück-Apps um das Album-Gestirn kreisen und mit Zusatzfeatures wie Lyrics, Visualisierungen, Remix-Tools und Game-Elementen aufwarten. Hört sich ziemlich aufwändig an und dürfte auch entsprechende Produktionskosten haben, ist also nur etwas für Megastars.

Aber diese Apps scheinen Trends zu bestätigen: Zum einen wird am Download einzelner Songs mehr verdient als über komplette Alben, gerade auf mobilen Endgeräten; Speicherplatz und Bandbreite spielen dabei sicher auch eine Rolle. Zum anderen verlagert sich Musik momentan in Richtung Cloud, und Apps weisen ja ebenfalls das Merkmal auf, dass sie - einmal gekauft - immer wieder nachinstalliert werden können. Die weitere Entwicklung sollte bereits in den kommenden Monaten mehr Aufschluss darüber geben, wie die Single-Song-Apps angenommen werden.

"Songcover" zu Björks Crystalline

Tónlist

Zehn Tage Island haben gerockt. Sowohl Reykjavík als (einziges) urbanes Zentrum der Insel mit viel Hipster Life - Boutiquen, Cafés mit freiem WLAN, Clubs usw. - als auch vor allem die atemberaubende Natur mit ihren Gletschern, Geysiren, Wasserfällen und endlosen Weiten:

Gletscherblick am Skaftafell

Natürlich habe ich mich auch ein wenig nach neuer isländischer Musik umgesehen und umgehört, was erstmal nicht so einfach ist, weil die Isländer sehr darauf bedacht sind, alles in ihrer eigenen Sprache auszudrücken. Musik heißt dementsprechend tónlist. Die scheint aber fast jeder der 316.000 Einwohner zu machen, wenn man bedenkt, wie viele isländische Bands man doch kennt. Neben den international bekannten Acts wie Björk, Sígur Rós, GusGus, den Sugarcubes und vielleicht noch meinen heimlichen Favoriten Múm gibt es auch in Island die übliche Chartsmusik, außerdem viele ganz gute, aber doch auch relativ ähnliche klingende Gitarrenbands, die möglicherweise auch hierzulande bald bekannter werden. Die Isländer vermarkten ihre Musik halt ziemlich gut.

Dennoch fand ich es, vielleicht auch wegen der Sprachbarriere, recht schwierig, Musiker ausfindig zu machen, die hier ins Blog passen würden. Da ich die Beschreibungen eben oft nicht verstehen konnte, musste ich häufig auf die MySpace-Seiten der Künstler zurückgreifen, was prinzipiell auch ok war. Aber eben auch zeitaufwändig, ich wollte ja auch noch was vom Urlaub haben. Dennoch, letztendlich, nach langer Rede hier zwei Tipps ;O)

"Tónlist" vollständig lesen

Kreatives auf dem Coachella-Festival

(cc) by feverblue

Das Coachella-Festival in Indio, Kalifornien, ist eines der populärsten Open Airs in den USA und vergangenes Wochenende über die Bühne gegangen. Neben den großen Headliner-Acts waren unter den 122 Bands auch kleinere Acts wie Amy Winehouse, Konono No.1 oder Spank Rock zu finden. Soweit alles normal. Die Bilder, die in den beiden BoingBoing-Postings zum Coachella zu sehen sind, sind aber ungewöhnlich. Darauf sind nämlich jede Menge nerdige Technikspielereien zu sehen, etwa Steampunk-Apparaturen (wobei "Steam" hier wörtlich zu nehmen ist), riesige Pyro-Skulpturen, Hotshot the Robot, ein Piratensender fürs Festivalgelände, und als Fortsetzung auf der Bühne coole Tochscreen-Interfaces zur Sound-Manipulation beim Auftritt von Björk. Alles äußerst kreativ und fantasievoll. Ich war seit drei, vier Jahren auf keinem großen Festival mehr, aber hierzulande beschränkt sich das Rahmenprogramm im Wesentlichen auf Getränke- und Würstchenbuden, Wasserduschen und maximal einen Bungee-Turm. Oder hat sich da in den letzten Jahren auch etwas geändert? Hat jemand entsprechende Erfahrungen und/oder Tipps?

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