Skip to content

Bust All Majors? Srsly?

Bust All Majors-Grafik

Seit gestern macht eine vermeintlich witzige Aktion die Runde, die sich über die nervigen Sperren der ContentmafiaMusikindustrie lustig macht. Ihr wisst schon, "Dieses Video ist in ihrem Land nicht verfügbar" auf YouTube und anderen Seiten. Mich stört auch, dass ich viele Inhalte einfach nicht ansehen kann, aber trotzdem ist die Aktion Bust all major labels ziemlich daneben.

Kurz zur Funktionsweise: Blogbetreiber bauen ein kleines Javascript in ihre Seite ein, das von der Seite bustallmajors.com geladen wird. Ruft nun ein Besucher das Blog auf, wird seine (des Besuchers) IP-Adresse an bustallmajors.com übermittelt. Dort wird mittels einer whois-Anfrage an whois.ripe.net  abgefragt, ob die Domain (des Besuchers) zu Sony, EMI, Universal, Warner oder zur GEMA gehört. Falls das so ist, also der Besucher des Blogs beispielsweise in einem Büro von EMI sitzt und von dort aus im Internet surft, wird ein Overlay über das Blog gelegt. Folge: Der EMI-Mitarbeiter kann sich die Seite nicht mehr richtig ansehen. So die Idee hinter der Chose.

Während die Aktion auf Twitter eine virale Lawine auslöst, reagieren einige (etablierte) Blogs verhalten. Manche zweifeln daran, dass so etwas überhaupt funktioniert, andere halten die Aktion für einen Hoax. Die Skepsis rührt vor allem daher, dass hinter Bust all major labels die Nerdindustries GbR aus Hamburg sitzt, die Produkte zum Monitoring von Online-Kampagnen herstellt und vertreibt. Zu ihren Kunden gehören unter anderen große Agenturen wie BBDO, Saatchi & Saatchi und Jung von Matt (über die darf sich jeder gern selbst eine Meinung bilden).

Nun ist es ja ganz offensichtlich Kerngeschäft von Firmen wie Nerdindustries, auch im Social Media-Bereich Aufmerksamkeit zu erzeugen und damit umgehen zu können. So gesehen ist ihnen mit dieser Aktion ein richtiger Coup gelungen, wenn sie auch mit dem Ausmaß momentan etwas überfordert scheinen. Ein wenig von dieser Aufmerksamkeit dürfte immerhin auch für die eigentliche Problematik der Contentsperren abfallen.

Ich habe mir mal die TOP 100-Internetdienstanbieter angesehen, über die im letzten Monat Besucher hier ins Blog gelangten. Von den oben genannten Majors ist keiner dabei, lediglich Jung von Matt ist zweimal dabei. Das Blockierskript hätte also nie angeschlagen, selbst wenn ich es eingebaut hätte. So gesehen ist die Aktion ein ziemlicher Fail! Außerdem lässt sich die "Sperre" recht einfach umgehen.

Allerdings wären die IP-Adressen sämtlicher Besucher an Nerdindustries übertragen worden, wenn ich das richtig sehe. Und das sollten sich alle, die das Skript auf ihre Seite setzen, mal vor Augen führen. Stichwort Datensparsamkeit. Weist ihr eure Besucher denn auch alle darauf hin, dass ihr dieses Skript auf eurer Seite habt?

Des Weiteren ist IMHO das Skript selbst problematisch - abgesehen davon, dass der Quellcode schlimm aussieht; keine besonders gute Werbung für die Produkte von Nerdindustries. Denn die ständigen whois-Abfragen könnten gegen die Nutzungsbestimmungen der RIPE Datenbank. Diese Datenbank ist dafür gedacht, die Koordination unter Netzwerkbetreibern zu erleichtern, Betrugsfällen nachzugehen oder Reverse DNS-Abfragen zu machen - aber nicht, um in großen Ausmaß persönliche Daten abzufragen. Korrigiert mich bitte, wenn ich damit falsch liege. Bei Netzpolitik sieht man das übrigens ganz ähnlich!

Überhaupt ist das Problem der Contentsperren ja komplexer, als es ein Stinkefinger ausdrückt. Denn GEMA und YouTube schaffen es einfach nicht, sich darauf zu einigen, wieviel Geld YouTube an die GEMA zu zahlen hat. Die Videos selbst werden aber im Auftrag der jeweiligen Labels gesperrt. Aber lest euch dazu für den Anfang einfach mal die Kommentare zum Netzpolitik-Artikel durch.

Wie so häufig in letzter Zeit (vgl. Wir sind Helden u.ä.) sind solche Hypes also mit Vorsicht zu genießen. Denn sie dienen im Endeffekt meist den Interessen derer, die vordergründig "bekämpft" werden sollen. Also bitte, rennt nicht wie die Lemminge hinter jedem Trend her, sondern hinterfragt erstmal, was da eigentlich passiert. Medienkompetenz und so. Sonst gibt's irgendwann wirklich noch den Internetführerschein ;-)

PS: Es gibt tatsächlich schon Leute, die damit begonnen haben, die IPs der Majors zu sammeln, um ein "richtiges" Blockierskript zu schreiben.

Rap Charts und Song Charts

3 MCs and 1 DJ

Eins gleich vorweg: Hier geht es nicht um die Hitparade. Hier geht es um trockene Statistik, um Diagramme, die auf einen Blick den Inhalt eines ganzen Songs erklären. Glaubt ihr nicht? Dann schaut doch mal, was ich schon vor Monaten entdeckt, aber nie gebloggt habe: rap represented in mathematical charts and graphs. Hab mich wirklich weggeschmissen vor Lachen damals, zumal alle Schaubilder mit den entsprechenden YouTube-Videos verlinkt sind.

Etwas später bloggte ich über Wu-Tang Clan auf einen Blick, also Schaubilder, die den Wu-Tang Clan erklären. Nun kommt es aber noch besser: Ein ganzer Flickr-Pool voller song charts. Ist gar nicht so einfach, immer hinter den Song zu kommen, der sich hinter dem Diagramm verbirgt. Leider bin ich zu faul, mir gerade selbst was zu überlegen, daher hier nur ein paar Beispiele. Welche Titel werden von den folgenden Charts dargestellt (ist nicht wirklich schwer)? Habt ihr bessere?

"Rap Charts und Song Charts" vollständig lesen

Bahama Village - Only Give You Answers

Ursprünglich lautete der Titel dieses Eintrags Milltown, County Kerry - Around, and don't smoke, aber eine kleine Unachtsamkeit hat mich der Quelllinks beraubt, und darüber hinaus habe ich das Bild nicht korrekt gespeichert, so dass ich nun einen zweiten Versuch starten musste. Worum geht es überhaupt? Um ein Blog-Mem, dass sich zurzeit in der Blogosphäre ausbreitet. Zuerst gesehen bei Gerrit, dann per Stöckchen zugeworfen bekommen von der KonFerenz.

Bahama Village-Plattencover

In Zeiten von Musikdownloads sind Plattencover nach wie vor etwas Besonderes, und dieses hier ist ganz besonders zufällig:

Ach ja, die Schriftart nennt sich Sloe Gin Rickey und befindet sich für Ubuntu im multiverse-Repository ttf-larabie-uncommon.

tweetbackcheck