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Donald Byrd live in Montreux 1973

Dass ich noch nicht über Donald Byrd, der bekanntlich vor gut drei Wochen von uns gegangen ist, gebloggt habe, sagt einiges aus über die Post-Frequenz hier. Aber es gibt momentan eben Wichtigeres zu tun, sorry. Donaldson Toussaint L'Ouverture Byrd II jedenfalls weilt nicht mehr unter uns, aber sein Werk wird uns alle überdauern. Allein seine beiden epochalen Alben aus den Mittsiebzigern des letzten Jahrhunderts, „Stepping Into Tomorrow“ und „Places And Spaces“ (um nur zwei herauszugreifen), dürfte jede und jeder schon zigmal gehört haben - im Original oder gesamplet.

Um so mehr freut mich die Meldung, dass Blue Note Records jetzt auf Nachfrage von Gilles Peterson Byrds Konzert in Montreux 1973 ausgegraben und online gestellt hat.

As a special tribute to this Jazz Immortal and as a gift to the legions of aficionados who, like all of us at Blue Note Records, treasure the music he's left behind, we are honored to present - for the first time - Donald Byrd, Live at Montreux from July 5, 1973.

[via bklyn]

Truffaz, Singh, Murcof bei Enjoy Jazz 2009

Nun habe ich es also doch noch hinbekommen und war bei einem Konzert des diesjährigen Enjoy Jazz-Festivals im Heidelberger Karlstorbahnhof. Der französische Trompeter Erik Truffaz war wieder einmal zu Gast und hatte mit Talvin Singh an den Tablas und Murcof am Laptop zwei kongeniale Mitmusiker dabei. Was nach einer etwas gewagten Besetzung aussieht, funktionierte auf der Bühne allerdings sehr gut. Hintergrund dieses französisch-indisch-mexikanischen Trios sind die drei EPs, die Truffaz im letzten Jahr auf Blue Note Records (das übrigens gerade auf dem Jazzfest Berlin gebührend gefeiert wird) veröffentlicht hat: Benares, entstanden unter dem Eindruck von Kalkuttas Geräuschkulisse, Mexico, damals schon zusammen mit Murcof aufgenommen, und schließlich Paris. Das indische und das mexikanische Projekt hat Truffaz nun verschmolzen und damit einen musikalischen Bogen um die halbe Weltkugel gespannt.

Ein wenig skeptisch war ich schon, sind mir die Soundflächen von Truffaz' Trompetenspiel mitunter zu sphärisch und daher schnell langweilig. Meine Zweifel waren aber spätestens zerstreut, als Talvin Singh seinen Platz einnahm und die dringend benötigten perkussiven Elemente beisteuerte. Ein Fan seiner vielfältigen Experimente bin ich schon seit langem, und er ließ auch gestern nichts an Spielfreude vermissen. Die Fusion der unterschiedlichen musikalischen Einflüsse funktionierte prächtig, Musiker und Publikum hatten sichtlich Spaß und groovten spätestens beim Eintauchen in dubbig blubbernde Rhythmen gut mit. Ein schöner Abend, die Fahrt in die Kurpfalz hatte sich mal wieder gelohnt. Vor der Heimfahrt stärkte ich mich übrigens noch - in guter Tradition - mit einem Heidelburger ;-)

PS: Den Jazzblogger hab ich leider nicht getroffen, aber ich weiß, dass er sich ausgiebig mit Erik Truffaz unterhalten hat und demnächst auch drüber bloggen wird. Da gibt's dann bestimmt auch das eine oder andere leckere Foto. Augen offen halten!

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