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José James bei Fabchannel

Eigentlich bin ich kein großer Freund von aufgezeichneten Livekonzerten, sei es im Fernsehen oder auf DVD. Es ist mir auch ein Rätsel, warum so viele Livemitschnitte über den Ladentisch gehen. Nun habe ich mir aber gerade das komplette Konzert von José James im Amsterdamer Paradiso vom 11. Januar 2008 angesehen (und nebenher Wäsche aufgehängt). Denn ursprünglich wollte ich mir seinen Auftritt in Frankfurt ansehen, was aber leider doch nicht geklappt hat. José James ist wohl einer der interessantesten Talente auf Gilles Petersons noch relativ jungem Brownswood-Label. Das Konzert, das von Fabchannel.com aufgezeichnet wurde, unterstreicht das ganz deutlich:

Fabchannel habe ich schon sehr lange auf dem Radar, allerdings aus den oben genannten Gründen immer nur am Rande. Das Unternehmen besteht bereits seit dem Jahr 2000 und wurde mit dem Ziel gegründet, unbekannteren Künstlern eine Plattform für Konzertvideos zu geben. Mittlerweile hat sich sogar die Stadt Amsterdam an Fabchannel beteiligt, und es stehen Hunderte Videos zur Verfügung. Stöbern lohnt sich also in jedem Fall, zumal die Qualität der Mitschnitte erstaunlich gut ist. Offenbar investiert man in hochqualitative Aufnahmetechnik, weil Konzerte auch als Live-Alben "zweitverwertet" werden sollen. Spricht ja auch nichts dagegen.

Brownswood Loves Jazz

Aus Berlin erreichen mich in letzter Zeit so viele Hinweise auf gute Konzerte, dass ich endlich mal auf einen Termin hinweisen muss. Ganz besonders die Agentur Best Works tut sich immer wieder mit hervorragend zusammengestellten Line-Ups hervor. So auch diesmal, denn morgen Abend stehen unter dem Titel Brownswood Loves Jazz ausgewählte Künstler von Gilles Petersons Brownswood-Label im Bohannon auf der Bühne: Soil & "Pimp" Sessions, José James, Elan Mehler und natürlich der Meister selbst als DJ. Manchmal wünsche ich mir wirklich, in Berlin zu leben. Aber nur manchmal.

Gilles Peterson feels so good today

Gilles Peterson, der Godfather des Acid Jazz, will nun endlich die Meriten seiner unermüdlichen Arbeit in Form von baren £ einheimsen. Zu diesem Zweck haut er seit einigen Monaten regelmäßig umfangreiche Compilations raus (mit den Schwerpunkten Live-Sessions, Afrika, US-Amerika und demnächst schon wieder Brasilien ... welches Land ist als nächstes dran?) und releast die ersten Scheiben (z.B. Ben Westbeech) auf dem neu gegründeten eigenen Label Brownswood Recordings - natürlich erst, nachdem er sie vorab erfolgreich in seiner Radioshow getestet hat. Vorwerfen kann man ihm seine Geschäftstüchtigkeit nicht, ist ja alles qualitativ hochwertiges Zeug, was dabei rumkommt. Nur geht es mir so, dass ich seit seiner Omnipräsenz auf dem Plattenmarkt kaum noch in seine Radioshow reinhöre. Vielleicht ein Fehler, weil der Meister immer noch ein feines Gespür für gute Musik hat, auch wenn er sich mittlerweile gerne öfter aus seinem über die Jahre aufgebauten Artist-Netzwerk bedient. Jeder, der schonmal in seiner Show war, wird gespielt, eine Hand wäscht die andere. Auch wenn Nicole Willis vermutlich zum erstenmal da war. Ich habe aber den Eindruck, dass die vielen anderen Internet-Radioshows, die nicht mit der Unterstützung durch die BBC produziert werden, eine bessere Möglichkeit darstellen, Neues zu entdecken und den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Trotz allem bleibt Gilles natürlich ... ähmtja ... der Pate. Zum Beweis hier ein Liveset zum Anhören und auch -sehen (zugegebenermaßen erkennt man nicht viel, aber der Wille zählt, oder?).

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