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Collective Improvisation #6

Beginnen wir heute mit zwei Artikeln aus der De:Bug. Zum einen ist Musik-Streaming nun Teil der deutschen Single-Charts, und gesonderte Streaming-Charts gibt es nun auch. Während mir die Charts relativ egal sind, verdeutlicht diese Entscheidung der Musikindustrie, wie bedeutend Musik-Streaming mittlerweile geworden ist. Der Download von gekauften Musiktiteln geht hingegen wieder zurück.

Diese Verschiebung wird auch als ein Grund dafür angesehen, dass alle Indie-Labels zusammen im letzten Jahr (in den USA?) mehr umgesetzt haben als jeder einzelne Major. Was "Indie" allerdings über die Labels hinaus für eine Bedeutung hat, darüber kann nur spekuliert oder auf eine Erklärung von Diedrich Diederichsen gehofft werden ;-)

Der folgende Mix geht mir gerade ganz gut rein. Matt Earp erzählt im Blogpost New Leaves: A Mix of 2013 Artists and Music to Inspire Your 2014 auch, warum er genau diese Tracks dieser Künstler ausgesucht hat.

Shigeto‘s the man. Do we really need to write any more than that? I think not.

Oh, und Vimeo stellt einen neuen, überarbeiteten Player vor. Die wichtigsten neuen Features listet das Netzfilmblog auf.

Nachtrag: Das will und kann ich euch einfach nicht vorenthalten, auch wenn's schon etwas älter ist. Einfach nur feiern :-)

last.fm Normalisr

Screenshot von Normalisr

Normalisr ist mal wieder eine nette Anwendung, die mit den Daten von last.fm arbeitet. Sie zieht die Charts eines Users, also meistgehörte Künstler, meistgehörte Alben, und rechnet die Länge aller Stücke zusammen. Dadurch ergeben sich neue Charts, die auf der realen Hördauer fußen, und sehr ansehnlich visualisiert werden.

Eine wirklich nette, wenn auch nicht weltbewegende Idee. Und ein weiteres Beispiel dafür, was mit offenen Daten schönes gemacht werden kann. Hier meine Stats nach Hördauer sortiert, und hier könnt ihr euren last.fm-Usernamen eingeben und eure "normalisierten" Charts berechnen lassen.

Normalisr ist ein Projekt von Associative Trails und nutzt neben last.fm auch die Schnittstellen von MusicBrainz. Simpel, aber effektiv! [via Paul Lamere]

Best Of 2010-Alben visualisiert

Philip Hodges stellt in seinem Blog Zoho:Lab die End of Year Top Albums 2010 vor. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine interaktive Flash-Animation, die einen visuellen Überblick über die erfolgreichsten Musikalben 2010 gibt. Die Datenbasis stammt von knapp 40 Musikzeitschriften und -blogs (aus dem angloamerikanischen Raum). Entsprechend fallen natürlich auch die Platzierungen aus. Aber hey, trotzdem ein verdammt beeindruckendes Flash-Tool!

Screenshot der Flash-Applikation
So sieht die interaktive Visualisierung der Charts aus - Klick für mehr.

In einem Kreis angeordnet finden sich zig verschiedene Genres und Subgenres, die angegklickt werden können, woraufhin sich sämtliche Anzeigen auf dem Bildschirm neu justieren. Für Tabellenfans gibt's auch eine entsprechende Datenversion. Muss eine ganz schöne Arbeit gewesen sein, die Platzierungen zusammenzutragen. [via information aesthetics]

Hustling In The Name Of

Rage Against The Machine (cc) by one_schism

Nachdem der offizielle Weihnachtssong 2009 in Großbritannien zur Überraschung aller und entegegen der Vermarktungspläne der Musikindustrie - die wollte nämlich einen Talentshow-Gewinner dort platzieren - von Rage Against The Machine kam, "Killing In The Name Of", sollen die Musikcharts jetzt schon wieder gehackt werden. Heute wie damals organisiert sich der Widerstand über Facebook. Diesmal ist der Song noch älter, stammt von Simon & Garfunkel und heißt "Ms. Robinson". Anlass ist die Affäre der Frau des nordirischen Ministerpräsidenten mit einem 19-Jährigen. Die Parallelen zum Film "Die Reifeprüfung", welcher den Song bekannt machte, sind offensichtlich.

An einer anderen Front, aber wiederum auf Facebook, ringen Fans von The Smiths und Girls Aloud um die Vormachtstellung in den Charts. Hoffentlich setzen sich hier wenigstens die alten Recken um Morrissey durch. All diese Aktionen verdeutlichen die Manipulationsanfälligkeit der Musikcharts. Während bisher vermutlich nur hinter den Kulissen die Strippen gezogen wurden, üben nun die Konsumenten ihre Marktmacht gezielt aus, um die Institution Chartsplatzierung der Lächerlichkeit preiszugeben.

Nur befürchte ich, dass sich die Musikindustrie bei der ganzen Sache ins Fäustchen lachen dürfte. Denn ob die Plattenfirmen Hunderttausende Kopien des aktuellen Girl-Band-Hits verkloppt oder eine jahrzehntealte Single aus dem Backkatalog: Verdient wird so oder so. Sowohl die Talentshow-Gewinner als auch RATM stehen nämlich bei Sony Music unter Vertrag. Es gibt sogar Spekulationen, dass das alles ein ziemlich brillanter Marketing-Stunt von Sony sein könnte. So ist es natürlich auch kein Wunder, dass die Musikindustrie lieber vierzig Jahre alte Aufnahmen von Jimi Hendrix aus dem Keller holt als neue Talente zu fördern.

Versagt haben also auf jeden Fall die vielen Tausend Facebook-User, welche die Kampagne unterstützt und die Musik gekauft haben. Denn diese hätten die Chance gehabt, aktiv dafür einzutreten, dass ein weniger populärer Musiker auf diese Weise worden wäre. Alternativ sind sie auf eine clevere PR-Idee reingefallen. Versagt haben aber auch die Medien (offline wie online), die die Geschichte einfach aufgegriffen, geglaubt und ungeprüft verbreitet haben - so es denn wirklich eine geplante Aktion war. Ich jedenfalls bin froh, mich nicht beteiligt zu haben, und pfeife auch weiterhin auf die Charts ;-)

last.fm Best Of 2008

Jetzt ist die Zeit der Jahresrückblicke, heute Abend können wir in der Jahresrückblicks-Konferenzschaltung zwischen ZDF und RTL hin- und herzappen, und ist eigentlich der neue Google Zeitgeist schon da (Antwort: nein, noch nicht)? Bei last.fm wollte man noch schneller sein und hat jetzt ein Best Of 2008 der Künstler, Alben und Tracks anhand der scrobbles aller Benutzer veröffentlicht. Berücksichtigt wurde dabei nur Musik, die auch 2008 erschienen ist.

Allzu groß ist die Schnittmenge mit meinen Favorites nun wirklich nicht, außer Santogold besitze ich nichts von der Musik, die laut last.fm den 2008er-Mainstream-Jahrgang ausmacht. Ist vielleicht auch ganz gut so, wenn ich mir ansehe, dass Coldplay bei den Songs ganz schön abgeräumt hat - eine Band, bei der ich jedes Mal im Stehen einschlafe, wenn ich sie höre.

Aber ich kann mir ja in meinem persönlichen Charts-Bereich bei last.fm eigene Jahrescharts ausgeben lassen, und die lesen sich bei den Top 5-Alben so:

last.fm zeigt auch zusätzliche Statistiken an

  1. Rising Down - The Roots
  2. Carried To Dust - Calexico
  3. Of All The Things - Jazzanova
  4. Time To Rearrange - Aaron Jerome
  5. The Renaissance - Q-Tip

und bei den einzelnen Tracks so:

  1. Birthday Girl - The Roots
  2. Rej - Christian Prommer's Drumlesson
  3. Family Tree - TV On The Radio
  4. Hit Me With Medication - Kissey Asplund
  5. Dancing Girl - Aaron Jerome feat. Mozez

Wie gesagt, es sind nur die Scrobblecharts, alles andere fließt da nicht mit ein. Aber, mal ehrlich, ist es nicht sowieso noch ein wenig zu früh für einen Jahresrückblick?

Rap Charts und Song Charts

3 MCs and 1 DJ

Eins gleich vorweg: Hier geht es nicht um die Hitparade. Hier geht es um trockene Statistik, um Diagramme, die auf einen Blick den Inhalt eines ganzen Songs erklären. Glaubt ihr nicht? Dann schaut doch mal, was ich schon vor Monaten entdeckt, aber nie gebloggt habe: rap represented in mathematical charts and graphs. Hab mich wirklich weggeschmissen vor Lachen damals, zumal alle Schaubilder mit den entsprechenden YouTube-Videos verlinkt sind.

Etwas später bloggte ich über Wu-Tang Clan auf einen Blick, also Schaubilder, die den Wu-Tang Clan erklären. Nun kommt es aber noch besser: Ein ganzer Flickr-Pool voller song charts. Ist gar nicht so einfach, immer hinter den Song zu kommen, der sich hinter dem Diagramm verbirgt. Leider bin ich zu faul, mir gerade selbst was zu überlegen, daher hier nur ein paar Beispiele. Welche Titel werden von den folgenden Charts dargestellt (ist nicht wirklich schwer)? Habt ihr bessere?

"Rap Charts und Song Charts" vollständig lesen
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