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KonFerenz - In Flagranti

Die KonFerenz: Joachim Krohn und Marc Bornée

An einem heißen Sommertag vor sechs Jahren, dieses Blog war gerade einmal ein paar Wochen alt, fand ich in meinem Briefkasten mein erstes Rezensionsexemplar einer brandneuen CD. War also doch keine schlechte Idee mit diesem Blog, dachte ich mir, schob das Album in den Player und setzte mich an die Tastatur. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Das neue, mittlerweile dritte KonFerenz-Album "In Flagranti" hat mir Marc Bornée, der Bassist der Band, gleich persönlich überreicht, auf die Post sind wir nicht mehr angewiesen ;-) In den letzten Jahren habe ich Marc und Joachim Krohn, der für die Tasteninstrumente und die Drumprogrammierung verantwortlich zeichnet, regelmäßig und immer wieder gern persönlich getroffen.

Der KonFerenz-Sound hat sich auf dem dritten Album weiterentwickelt, ist kantiger, prägnanter geworden, dabei aber ausgesprochen groovig geblieben. Gleich der erste Track "Kadenz" mit seinen Vocal-Samples macht klar, dass diese Produktion einer gesunden Mischung aus intelligentem Songwriting und Experimentierfreude fußt. Deshalb und dank des Gesangs von Liza da Costa fügt sich etwa der Ausflug in brasilianische Gefilde ("Consideração") völlig harmonisch ins Ganze ein.

Die Wahl-Berlinerin Chinaza leiht dem Gros der Stücke ihre Stimme, so sie denn nicht rein instrumental daherkommen, und brilliert unter anderem im Titelstück "In Flagranti". Ab morgen könnt ihr das Album "In Flagranti" bei CDeal in physischer Form (als CD) bestellen - auch darum kümmert sich die Band höchstpersönlich. In zwei Wochen gibt's dann die Download-Version in den üblichen Online-Shops. In welchem Format auch immer: Der Kauf lohnt sich!

Chinaza - Home

Cover Chinaza - Home

Chinaza ist hier im Blog keine Unbekannte, denn sie war schon mehrfach Gastsängerin auf den KonFerenz-Alben. Ihr eigenständiger Stil umfasst Spoken Word-Passagen genauso wie klassischen Jazzgesang. Wer sie einmal gehört hat, wird sie immer wiedererkennen. Jetzt hat Chinaza ihr zweites Album, "Home", auf nagel heyer records veröffentlicht.

Die elf Songs auf "Home" sind zum großen Teil Eigenkompositionen, sanfte Jazzstücke mit Einflüssen aus Nigeria, dem Land ihrer Eltern und der Heimat des Afrobeat. Denn nach dem Release ihres Albums "Changes" 2006 hat die Wahl-Berlinerin Chinaza längere Zeit in Westafrika gelebt und dort jede Menge musikalische Inspiration gesammelt. Dieser Einfluss verleiht "Home" noch zusätzliche Originalität.

Exzellent ausgewählt und interpretiert hat Chinaza übrigens auch die Coverversionen von Live ("They Stood Up For Love"), Nik Kershaw ("Wouldn't It Be Good"), Talk Talk ("Life's What You Make It"), und ganz besonders die hervorragende Interpretation von Nina Simones Klassiker "Four Women".

Die souveräne Band um Pianist Sebastian Weiss trägt ihren Teil zur entspannt groovenden Musik bei. "Home" ist ein sehr homogenes Album geworden, das man nicht nur im Hintergrund, sondern durchaus auch bewusst und mit offenen Ohren hören kann. Im Frühjar geht Chinaza auf eine kleine Deutschland-Tournee, alle Daten gibt es hier.

Wer sich beeilt, kann noch bis zum 24. Februar ein Interview mit Chinaza in der Sendung Lokalmatador des rbb anhören.

Alles InTakt!

Ein gleichwertiges zweites Album aufzunehmen, ist oft schwieriger als ein gutes Debut hinzulegen. Einerseits soll das Niveau gehalten, wenn nicht sogar nach oben geschraubt werden, andererseits möchte man bei aller Kontinuität auch Neues ausprobieren und in die Musik einfließen lassen. Die drei Jungs von der KonFerenz meistern dies alles mit bewundernswerter Leichtigkeit und haben vor gut zwei Wochen mit InTakt einen würdigen Nachfolger ihres Erstlings KonTakt veröffentlicht. Der spannende Weg dorthin konnte begleitend im regelmäßig aktualisierten KonFerenz-Blog nachvollzogen werden, wo vor allem Bassist Marc ebenso charmant wie Neugikeiten aus dem Bandalltag präsentiert - sei es vom musikalischen Probeausflug ins dänische Strandhaus, aus dem Studio, oder über musikalische Inspirationsquellen (die legendäre GuteNachtMusik!).

Wer nun eine detaillierte Rezension von InTakt erwartet, den muss ich enttäuschen; eine nachdrückliche Kaufempfehlung muss reichen. Ich bin befangen, weil seit meiner Besprechung des Erstlings KonTakt immer in selbigem mit der Band, sei es auf den vielen Wegen des Internet, sei es im real life. Gerade gestern musste ich auf die offizielle Release-Party verzichten, weil ich es zeitlich einfach nicht geschafft habe - dabei hätte ich alle so gerne wiedergesehen. Ich gehe davon aus, dass ihr richtig schön gefeiert habt?!

So viel sei immerhin gesagt: Der loungige, smoothe, jazzig-groovende Sound hebt sich musikalisch, kompositorisch und klanglich klar vom Einheitsbrei herkömmlicher Chillout-Compilations ab, nicht zuletzt auch wegen der eindrucksvollen Stimme der Sängerin Chinaza. Wer auch mal die Stimmen der anderen Bandmitglieder hören möchte, kann dies etwa im Normcast 132 tun oder in der 515ten Ausgabe von Annik Rubens' Schlaflos in München. Über das Video zur ersten Single habe ich bereits früher gebloggt, es kann hier angesehen werden. Und dann nicht vergessen, das Album zu kaufen: Hier, hier, hier, hier oder überall, wo es gute Musik zu erwerben gibt.

KonFerenz - Kontakt

Konferenz - Kontakt

Im Lateinischen bedeutet conferre zusammentragen, etwas an einem Punkt zusammenbringen, sich austauschen. Das Projekt KonFerenz von Klaus Jatho, Joachim Krohn und Marc Bornée wird durch seinen Namen also ziemlich gut beschrieben, denn die drei Musiker tragen jazziges Gebläse, groovende Computerbeats, einen mal treibenden, mal lässig groovenden Bass und die souligen Stimmen von vier verschiedenen Gastsängerinnen zusammen und bringen diese Mischung sehr lässig auf den Punkt. Und zwar auf einen jazzigen, loungigen, triphoppigen Punkt.

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