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Slouse. Fishing In Slower Territories

Vom Münchener Compost-Label konnte ich früher™ ohne Zögern so ziemlich alles hören und gut finden, was die Leute um Michael Reinboth rausbrachten. Mittlerweile ist das alles nicht mehr ganz so mein Fall, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Compilation "Slouse. Fishing In Slower Territories", die Rainer Trüby zusammengestellt hat, ist so eine Ausnahme.

Zwölf Tracks aus dem Genre des (nennen wir es) Zeitlupen-House, von Moonstarr, Christian Prommer, Laid Back (da ist der Name Programm), ein Maurice Fulton-Remix undundund. Mich hat das sklavische Festhalten an BPM-Zahlen nie sonderlich interessiert, weil das nicht zwingend etwas über den Track dahinter aussagt, aber sei's drum: Hier spiel sich alles unterhalb von 116 Schlägen pro Minute ab. Supergut zum Bei-der-Arbeit-Hören! Veröffentlichungsdatum ist der 5. September.

"Slouse. Fishing In Slower Territories" vollständig lesen

Sammel-Alben 50/12

Auch diese Woche gibt es wieder drei Albumvorstellungen hier im Blog. Ansonsten geht es hier etwas ruhiger zu, weil ich viel mit anderen mehr oder weniger sinnvollen Projekten zu tun habe. Eins der möglicherweise weniger sinnvollen, aber spaßigeren Projekte ist übrigens der Calendar of Meaningful Dates, über den ich schon drüben im Sperrobjekt Weblog geschrieben habe. Inspiriert von einem xkcd-Comic habe ich den Kalendar mithilfe der neuen Zeit API nachprogrammiert. Wie gesagt, hat Spaß gemacht, aber fragt nicht nach dem Sinn ;-) Weiter geht's jetzt mit den Alben:

Sinkane - Mars

Sinkane heißt eigentlich Ahmed Gallab und stammt aus dem Sudan, von wo er mit seiner Familie in die USA floh. Dass Sikane Sohn zweier Intellektueller ist, dass er zunächst Punk machte, dass er afrikanische und sufistische Wurzeln hat - all das mag in Sinkanes Musik einfließen. Aber im Prinzip ist sein zweites Album einfach ein gelungenes Stück Musik mit aktuellem Sound, dessen Songs zwischen Indie-Geschrammel, Seventies-Funk, Krautrock, Free Jazz und kontemporärem Pop oszilliert. Dass Sinkane als Drummer mit Caribou und Of Montreal unterwegs war, spannt einen ganz brauchbaren Bezugsrahmen auf. Manchmal sind die Melodien vielleicht sogar etwas zu eingängig, oder, positiver ausgedrückt: Sie sind der passende Soundtrack für eine chillige Sommer-Afterhour. Eingängig und gut. [Thx, Moritz]

Nabowa - Sen

Ich weiß nicht mehr, wie und wo ich zum ersten Mal von Nabowa hörte, aber seit geraumer Zeit verfolge ich die Facebook-Updates der Japaner. Meistens verstehe ich dann wegen fehlender Japanisch-Kenntnisse nichts, aber umso besser fühle ich die Musik des 2004 gegründeten Quartetts. In der Besetzung Violine, Gitarre, Bass, Drums/Percussion produzieren sie eine eigentümliche Mischung aus Funk, Post-Rock und Chillout, manchmal voller Pathos, manchmal einfach nur poppig oder groovend. Auf "Sen" steht oft die von der Geige getragene Melodie im Vordergrund, aber ohne die anderen Instrumente in den Hintergrund zu drängen. Anspieltipp: Track 2 "続く轍と懐かしき扉" ;-)

VA - Compost Downbeat Selection Vol. 3

Große Musik aus dem über 400 Veröffentlichungen starken Katalog von Compost Records. Darauf zu finden sind echte Klassiker des Genres, die ich vor zehn Jahren rauf und runter gehört habe: Fauna Flash, A Forest Mighty Black, Beanfield, Robert Owens, Atjazz, Richard Dorfmeister. Die Compilation perfekt zusammengestellt haben Rupert & Mennert, die sich seit einiger Zeit ausführlich durch sämtliche Compost-Releases graben. Denn der vorliegende ist bereits der 15. Teil der Compost Selection Series. In Planung befinden sich bereits weitere Compilations zu Themen wie Tech House, Drum & Bass, Broken Beat. Nostalgische Gefühle für alle, die damals schon dabei waren!

Music helps you to give yourself your much needed Zen-moment on the lazy sunday-afternoon. Rupert & Mennert created the perfect atmosphere for that, in their newest selection.

Sorry, dafür habe ich keinen Player gefunden :-(

FSOJ 12

Cover von FSOJ12

Seit knapp 17(!) Jahren lässt das Kürzel FSOJ die Herzen von NuJazz-Liebhabern höher schlagen. 1995 erschien [der erste Teil](http://www.discogs.com/Various-The-Future-Sound-Of-Jazz/master/226110 Release-Info bei discogs.com) der Future Sound Of Jazz-Reihe beim damals noch recht jungen Münchener Label Compost Records. Michael Reinboth hatte dafür 13 Tracks u.a. von Wagon Christ, Jimi Tenor oder Shantel und Produzenten wie Rockers Hi-Fi oder Coldcut zusammengestellt.

Fast Forward nach 2012. Ende März erscheint die mittlerweile zwölfte Ausgabe der Serie. Es ist immer noch Michael Reinboth, der diesmal sogar 24 Tracks ausgesucht hat. Und wie immer dürften die meisten Künstler nur Spezialisten bekannt sein, soll heißen, es gibt jede Menge Neues zu entdecken.

Traditionell weit gefasst ist der Jazz-Begriff auf dieser Compilation und fühlt sich nach bald zwei Jahrzehnten nicht mehr ganz so nach "Zukunft" an wie früher. Denn was damals "Zukunft" war, ist heute schon wieder vorbei. Was nicht heißen soll, dass diese Musik an Qualität verloren hätte. Letztere ist nach wie vor hoch. Auf FSOJ12 werden keine Retro-Sounds für Nostalgiker aufgewärmt, der Sound ist aktuell, und doch lassen sich Parallelen zu den ersten Ausgaben ziehen: Die gebrochenen Beats, die Jazz-Samples, das teilweise dubbig Verschleppte. Und damit meine ich nicht Dubstep!

Es ist halt ganz einfach und glücklicherweise so, wie Stefan in seiner Scheibenwelt schreibt, nämlich

dass FSOJ Vol. 12 vor allem auch Erinnerungen an die ersten Ausgaben hervorruft, inklusive der damals spürbaren Euphorie für die Frischheit eines Sounds, dessen Einflüsse inzwischen omnipräsent sind.

Am 23. März erscheint Future Sound Of Jazz Vol. 12 für Vinyl-Liebhaber, eine Woche später gibt's dann die anderen Formate. Wer erkennen kann, was auf dem Album-Cover abgebildet ist, hat bis zum 24. Februar die Möglichkeit, ein FSOJ-Bundle zu gewinnen. Rupert and Mennert haben zu Promo-Zwecken einen einstündigen Mix für FSOJ-Nostalgiker gezimmert, den ich hier schon mal verlinke:

Futureboogie-Mix von Eddy Ramich

Eddy Ramich ist DJ und eine Hälfte von Eddy meets Yannah. Das Duo aus Zagreb hat auf Compost gerade seine erste eigene Platte Once In A While veröffentlicht, mit so illustren Gästen wie Earl Zinger und Capitol A. Bei Futureboogie gibt's jetzt passend ein feines Mixtape von Eddy Ramich zum Download. Leider steht dort nicht, welche Songs Eddy da zusammengemischt hat, deshalb hier:

die Tracklist:
  1. Sygaire – Boogie Sketch
  2. Right Direction – Midnite Rhythm (Simbad Edit)1
  3. Kutiman – Fallin (DJ Day Mix)2
  4. Part Time Heroes - ?
  5. Amadeo Tomassi – Brasilia (Yosaku Edit)
  6. Anthony Nicholson – Ahh Sabu
  7. Blackjoy – Metal Bossa (Restless Soul Mix)
  8. Clarisse Muvemba – Roses (Bangana Mix)3
  9. ISoul8 – How I Feel (Just One Mix)
  10. Eddy Meets Yannah feat. Capitol A – Losing Wings (Koolade Mix)
  11. Nicola Kramer – All These Times4

Feine Auswahl, die sich sehr gut in einem Rutsch durchhören lässt. Zu einigen der Titel habe ich Fußnoten angehängt … kurze Infos, die für einen eigenen Blogeintrag nicht genug hergeben; wollte das einfach mal ausprobieren.

  1. Watch out for Simbad album "Supersonic Revelation" on Raw Fusion (kommt im November)
  2. Kutiman-Album kommt am 26. Oktober auf Meltin Pot Music, auch das wird bestimmt gut
  3. Auf dem kleinen schwedischen Label Heya Hifi erschienen. Mal im Auge behalten.
  4. Digital only-Release auf Domus Label TrebleO. Mehr dazu hoffentlich demnächst.

Soil & 'Pimp' Sessions auf Deutschland-Tour!?

Endlich, endlich ist es soweit. Die japanischen "Jazz-Punks" von Soil & 'Pimp' Sessions geben sich die Ehre, für mehr als ein einzelnes Konzert nach Deutschland zu kommen. Ihrem deutschen Label Compost Records sei Dank! Unten die Termine im Überblick, wobei ich dazu sagen muss, dass auf keiner der jeweiligen Seiten der Events bzw. Venues bisher etwas von Soil & 'Pimp' zu lesen ist ... kann jemand die Gigs bestätigen? Wenn die Info bei Compost stimmt, dann würde ich versuchen, am 4. November (evtl. via Köln) nach Leverkusen zu tingeln. Denn Berlin werde ich leider ein paar Tage zu früh wieder verlassen müssen. Der Herbst ist sowieso mit tollen Gigs vollgestopft, kein Mensch kann da überall hin. Leider.

Mehr Musik zur Fußball-WM

In den letzten Monaten haben es sich nicht wenige Blogger zur Aufgabe gemacht, auf so genannte "WM-Trittbrettfahrer" aufmerksam zu machen, also auf Produkte und Produktwerbung, die explizit auf die WM oder aber zumindest auf Fußball generell Bezug nahm. Mittlerweile haben aber die meisten Blogger vor der Übermacht der Werbetreibenden kapituliert. Wirklich alles und jedes soll mithilfe des Königs Fußball an den Konsumenten gebracht werden. Die Musikindustrie, kleine Labels hier ausdrücklich nicht ausgenommen, geht genau denselben Weg, und auch hier scheiden sich die Geister an der Qualität der Kreationen.

Über eine meiner Meinung nach bessere Compilation habe ich bereits berichtet, auf einige weitere möchte ich an dieser Stelle hinweisen. Da wäre zunächst die "Football EP" auf Compost Records, auf die ich schon vor einigen Wochen durch einen Bericht über das ausgefallene Coverdesign von Bora/Herke aufmerksam wurde: Ursprünglich als Kunstprojekt gestartet, entwarfen die Designer 32 Fußball aus landestypischen Materialien der WM-Teilnehmerländer. Auf eine weitere Compilation names "Copa Mundial 01" wird im KonFerenz-WebLog hingewiesen. Ob man das als Hörer unbedingt alles braucht, ist eine andere Frage; aber besser als die diversen Goleo-Songs ist es allemal.

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