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Popkritik in der Krise?

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 10. März 2007

Der Umzug der Spex nach Berlin hat zusammen mit dem Verkauf der Zeitschrift und der Auswechslung der Redaktion für ein mittelschweres Erdbeben in der deutschen Musikzeitschriften-Landschaft gesorgt. Mittlerweile ist das erste Heft unter der neuen Besetzung raus und wohl nicht so schlecht wie von manchem befürchtet. Da streut nun Thomas Gross in der Zeit Salz in die noch nicht ganz verheilten Wunden der Popkritik und behauptet, in Zeiten des Internets und der ubiquitären Information habe der Musikjournalismus seinen Informationsvorsprung, auf dem seine Besserwisserei gegründet habe, verloren und müsse sich wieder neu erfinden, wolle er seine Daseinsberechtigung nicht verlieren. Und wir Musikblogger sind an allem Schuld ;-) Die Antwort des Poptheorie-Papstes in der taz ließ allerdings nicht lange auf sich warten: In seiner verschwurbelten Art weist Diedrich Diederichsen darauf hin, dass (argumentierende) Popkritiker ihre Kritik eben begründen und ihre politisch-kulturellen Kriterien offenlegen. Anders als die konsensualistische Pop-Kritik und, implizit, auch die Blogger, die ja immer nur "Zeigende" sind, indem sie alles Mögliche verlinken. Immerhin wünscht er sich einen Diskurs, und der setzt ja auch ein. In der Blogosphäre. Ich für meinen Teil lese ja so gut wie keine deutsche Musikzeitschrift mehr, weil mir die oberflächliche Selbstbeweihräucherung einfach nur noch anödet. Und weil ich mir im Internet einen einen bunten Quellenstrauß zusammengebunden habe, der mir mehr Informationen, bessere Kritik und weniger konsensualistisches Abnicken liefert. Für mich ist das Netz die bessere Popkritik.

Popmedienschelte

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 13. März 2006

Jetzt ist mir Roland zuvorgekommen mit dem Hinweis auf Klaus Walters Begutachtung des Hypes um Blogs und Bands und zweier aktueller Bücher zum Thema "Popkultur und Medien". Es handelt sich bei diesen um "Popjournalismus" aus dem Mainzer Ventil-Verlag und Diedrich Diederichsens neue Aufsatzsammlung "Musikzimmer - Avantgarde und Alltag". Klaus Walter ist übrigens das popmusikalische Gewissen des Hessischen Rundfunks und schreibt eben auch mal in der Zeit. Ihr Fett weg bekommen neben den Arctic Monkeys und Clap Your Hands Say Yeah auch Ulf Poschardt, die Feuilletons der Mainstream-Presse, Bono und - naja, Blogs eben. Ein Muss!

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