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Amazon verkauft DRM-freie MP3s (beta)

Amazon hat in den USA einen MP3-Downloadshop gestartet, wie im hauseigenen Earworm's Amazon Blog bekannt gegeben wurde. Momentan befinde man sich in der Public Beta-Phase - offenbar ein Muss für jedes neue Angebot seufz. Angeboten werden mit 256 kbit/s kodierte, DRM-freie MP3-Dateien, die sich (nur?) mit einem Amazon-eigenen Downloadprogramm herunterladen lassen. Die Preise liegen laut Blogeintrag bei 89 US-Cent pro Lied bzw. zwischen 5 und 10 US-Dollar pro Album, was ich nach einer ersten Kurzüberprüfung bestätigen kann. Beim derzeitigen Wechselkurs ist das deutlich preiswerter als die meisten Angeobte hierzulande. Allerdings vermute ich, dass vorerst nur US-Kunden dort einkaufen können, zumindest habe ich noch nichts Gegenteiliges gelesen.

Amazon MP3 Logo

In den Kommentaren wurden schon die üblichen Forderungen laut: Freie, am besten verlustfreie Formate werden gefordert (Ogg Vorbis, FLAC), Downloads ohne Downloadmanager, Erweiterung des Angebots auf weitere Länder, Einbindung ins Amazon-Partnerprogramm. Einige dieser Wünsche wird Amazon sicher bald erfüllen, für andere sehe ich eher weniger Chancen. Der Umfang des Angebots kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn wegen des fehlenden Kopierschutzes natürlich einige Majors nicht mitmachen wollen. Amazon als Major-Player kann es durchaus gelingen, eine Konkurrenz zu iTunes auf gleicher Augenhöhe aufzubauen, wovon am Ende die Kunden profitieren würden. Ich bin gespannt, wie Amazon den Shop weiter vorantreibt und wie die Preisgestaltung aussehen wird, wenn der Shop auch in Deutschland verfügbar ist.

Eine Zukunft ohne DRM (und ohne A&R)?

Die Spatzen pfiffen es von den Dächern, und nun ist es soweit: Mit EMI verzichtet der erste Major auf DRM und verkauft seine unverkrüppelten Musikdateien zunächst auf iTunes. Auf heise sind die Ankündigung von EMIs CEO Nicoli und deren mögliche Ursachen und Folgen schön zusammengefasst. Auch die Blogosphäre brummt mächtig. EMI und iTunes sind den anderen Großen jetzt also einen Schritt voraus und folgen damit vielen Indies und kleineren Online-Shops. Jetzt bitte noch eine größere Auswahl an Dateiformaten (sprich: Ogg, FLAC) und bessere Preise. Geht doch.

Neue Töne kommen währenddessen auch von einem anderen Major, nämlich Sony. Dort will man in Zukunft keine Demo-CDs mehr sehen, sondern ermutigt Bands, ein eigenes Blog bei Sony einzurichten und dort Songs und Videos hochzuladen. Die klassische A&R-Jobbeschreibung ändert sich also radikal, bis 2010 will Sony auch die Beziehung zu den gesignten Künstlern auf eine neue Basis stellen. Künstler sollen Partner in einem Joint Venture mit Sony werden, die Erträge werden dann 50:50 aufgeteilt. Offenbar wurde bereits jetzt schon der erste 50-50 on everything-Deal abgeschlossen. Wie netzonfire schreibt, gilt das aber bisher nur für UK. Trotzdem ein bemerkenswerter Strategiewechsel, sofern es sich dabei nicht um einen Aprilscherz gehandelt hat.

C.R.A.P.

C.R.A.P.
MP3-Player sind ja etwas Feines, aber wenn man nicht aufpasst, erwirbt man ganz schnell einen Haufen CRAP. Mit diesem Begriff versucht zumindest David Berlind, Executive Editor von ZDNet USA, den Euphemismus DRM zu ersetzen. Sehr amüsant. Das Video gibt es hier als .rm, oder wenn das nicht direkt klappt, dann auf dieser Seite hier. [via Anything But iPod, wo ebenfalls Vorschläge zum Umgang mit DRM gemacht werden] Passend wäre die Überschrift natürlich auch für das Gezerre rund um das neue deutsche Urheberrecht. In der Freakshow und im Deutschlandradio Kultur macht man sich so seine Gedanken, aber man muss das bei aller Aufregung auch man in Relation setzen. Beispielsweise zu Haarshampoo.

Downhill Battle und RIAA Radar

RIAA Radar

Die Debatte um die Rechtslage bezüglich künstlerischer Werke im Internet tobt seit Jahren unvermindert. Positionen gibt es so viele wie unterschiedliche Teilnehmer an der Auseinandersetzung. Zwar scheinen die Anhänger von extremen Ansichten allmählich leiser zu werden, aber von einem goldenen Mittelweg ist man noch weit entfernt.


An Verlautbarungen und Kampagnen mangelt es nicht: Die Musikindustrie in Deutschland und den USA wollen Hart aber gerecht ihre Pfründe schützen, während andere ihr Ende prognostizieren, eine ganze Generation als verloren betrachten oder zum Boykott aufrufen. Die Europäische Kommission will schlichten und gibt eine Empfehlung heraus, die GEMA will europaweit kooperieren, die Indies setzen sich mit der Urheberrechtsnovelle auseinander, und nicht nur in Frankreich liebäugelt man mit einer so genannten Kulturflatrate.

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Verbraucherschutz und Sonys DRM Rootkit

SonyBMG DRM
Mittlerweile dürfte es sich bereits rumgesprochen haben, was SonyBMG unter dem Vorwand des DRM für ein Desaster angerichtet hat, und das nicht nur marketingtechnisch, sondern auch und vor allem für die Kunden: Eine ganze Zahl von Musik-CDs wurde mit einem "Kopierschutz" versehen, der heimlich, still und leise ein so genanntes Rootkit installiert, wenn man die so präparierte CD in einen Windows-PC einlegt. Dieses Stück Software ist sehr gut versteckt, schickt heimlich Daten an einen Sony-Server und ermöglicht es potentiell, unbemerkt von außen über das Internet auf diesen Rechner zuzugreifen. Findige Online-Gamer ihrerseits versteckten Schummelcode innerhalb dieses Bereichs, der dort nicht aufgefunden werden konnte. Alles in allem keine gute Sache, so dass SonyBMG auf Druck der Öffentlichkeit hin einen Patch veröffentlichen musste, der das Problem beheben sollte.

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