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JazzNotJazz Festival 2009

Boozoo Bajou

Was vor zwei Jahren zum ersten Mal im Frankfurter Mousonturm über die Bühne ging, wurde am vergangenen Samstag mit Erfolg wiederholt: Das JazzNotJazz-Festival, initiiert von INFRACom!s Jan Hagenkötter und DJ-Hansdampf Michael Rütten. Während sich das Programm bei der Premiere über zwei Tage streckte, standen diesmal an nur einem Abend drei Acts auf der großen Bühne der ehemaligen Seifenfabrik. Aufgelockert wurde das Festival zudem durch die phänomenalen JazzCoTech Dancers aus London und den Ausklang mit DJ-Sets der Veranstalter.

JazzCoTech

Eröffnet wurde der Abend von Boozoo Bajou, dem Nürnberger Downbeat-Produzenten-Duo, das seine Musik nun aber in großer Besetzung als vielköpfige Liveband präsentierte. Das ist gerade Trend (vgl. Jazzanova, Sonar Kollektiv Orchester usw.) und funktionierte nicht nur bei den neuen Songs vom aktuellen Album Grains ganz prächtig, weil die Arrangements auch toll auf den entspannten Sound abgestimmt waren. Der Versuch der Stuttgarter Dublex Inc., ebenfalls mit Band aufzutreten, war hingegen nur zeitweise erfolgreich. Zu rockig, mit weniger Funk als sie verdient gehabt hätten kamen die Songs teilweise rüber; möglicherweise war das genauso gewollt. Mich haben aber besonders die JazzCoTech Dancers fasziniert, vier britische Urban Street Fusion Jazz Dancer, die sich ihre Moves als Autodidakten beigebracht haben. Im Vereinigten Königreich finden regelmäßig sogar Contests statt, aber die Geschichte ist auch eine rein britische. Umso schöner, die Jungs auch mal in Deutschland zu sehen.

Alice Russell

Endlich kam ich am Samstag zudem in den Genuss, einem Konzert von Alice Russell beiwohnen zu dürfen, was mir vor zwei Jahren leider wegen Zeitmangels verwehrt geblieben war. Live ist Alice einfach sensationell gut, daher ließ das Publikum sie auch erst nach zwei Zugaben gehen. Neben vielen Songs ihres neuen Albums Pot Of Gold spielte sie auch viele ihrer älteren Hits wie "Fly In The Hand", "Hurry On Now" sowie ihre Covers von "Seven Nation Army" und "Crazy". Absolut fantastisch. Morgen Abend tritt sie übrigens in Münster auf, am Mittwoch in Berlin, nicht verpassen!

Das JazzNotJazz Festival 2009 war eine rundum gelungene Sache, auch wenn das kurzfristig anberaumte Twitterer- bzw. Last.fm-User-Treffen an der Bar nicht so recht funktioniert hat (beim nächsten Mal klappt es!). Immerhin habe ich mich nett mit dem Kollegen Jazzmadass unterhalten - ein Real Life-Treffen war schon lange überfällig ;-) Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Festival. Bis dahin werde ich sicher noch das ein oder andere Konzert im Sinkkasten besuchen, bloß Tony Allen am Donnerstag schaffe ich leider nicht ....

Latin-tinted, gleeful Breakbeats

Es gilt, ein junges Label aus einem kleinen pfälzischen Dorf ins Scheinwerferlicht zu zerren: Galopp-Records aus Kaiserslautern nämlich haben ihre zweite Single herausgebracht. Unter dem Titel Circus bringen uns die beiden Frohlocker, die mir schon häufiger durch ihre exzellenten Mixe den Tag versüßt haben, eine funky Breakbeat-Nummer mit hörbar lateinamerikanischem Einschlag, überraschenden Samples und einer hartnäckigen Hookline.

Die Originalversion ist für sich allein ein schon ein fetter Sommerhit, und auch die beiden Remixe vom Münchner Dusty und vor allem von den Stuttgartern Dublex Inc. (war bei euch nicht mal von einer neuen Platte die Rede?) haben den Groove mit Silberlöffeln gefressen.

Mehr über die Frohlocker und das (Schweins-)Galopp-Label könnt ihr in deren Blog erfahren. Circus gibt es als 12″ im gut sortierten Scheibenhandel oder in digitaler Form bei den einschlägigen Online-Dealern. Ich selbst bin auch erst über den Newsletter von juno.co.uk darauf aufmerksam geworden, dabei liegt das Gute hier mal wieder so nah. Damn!

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