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Loudness Wars Revisited

Über den Mangel an Dynamik in aktuellen Musikproduktionen hatte ich vor knapp zwei Jahren schon geschrieben. Toningenieure nutzen die digitalen Möglichkeiten der Kompression bei Aufnahme und Abmischen, um die Musik immer noch lauter klingen zu lassen, was letztlich auf Kosten der Nuancen und damit auch eines Teils der Ausdrucksmöglichkeiten geht. In den vergangenen Jahren hat sich erst zaghaft, dann immer entschiedener Widerstand gegen diese Entwicklung geregt. Nun treten gleich mehrere (Friedens-)Bewegungen an, den Loudness War zu beenden.

Logo zu Turn Me Up!Turn Me Up! will sich dafür einsetzen, dass Musiker zumindest die Wahl haben, ob ihre Platte dynamisch klingt oder einfach nur laut. Fleißig werden Artikel und Pressestimmen zusammengetragen, außerdem kann man sich gemäß den Richtlinien der Organisation zertifizieren lassen und darf dann das Turn Me Up!-Logo auf die Platte usw. kleben.

Die Pleasurize Music Foundation verfolgt ähnliche Ziele. Ein besseres Klangerlebnis für den Kunden soll auch gleichzeitig dessen Bereitschaft erhöhen, für die Musik Geld auszugeben statt sie sich über Tauschbörsen herunterzuladen. Neben diesem Zusammenhang geht diese Kampagne auch darauf ein, dass [n]eun von zehn mit Surround ausgezeichnete Veröffentlichungen … schlechter als der originale Stereomix klängen und somit die Verwendung von Blu-Ray-Discs nicht rechtfertigten. Eine digitale Unterschriftenliste wird ebenso angeboten wie das obligatorische Logo und sogar eine Windows-Applikation zum Messen des Dynamikumfangs.

Das ist alles sehr zu befürworten, denn mir tut es in den Ohren weh, wenn Musik einfach nur undifferenziert laut ist. Aber ich wollte es genauer wissen und hab bei ein paar Stücken aus meiner Sammlung nachgeprüft.

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