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Melvin Jackson

Plattencover Funky skullMein Plattendealer hat mir vor kurzem eine Scheibe in die Hand gedrückt, die ich mir unbedingt anhören müsse: Funky Skull von Melvin Jackson. Das Cover hat mich schonmal angesprochen: Ein Bassist mit Ampeg-Verstärker und Vintage-Effektgerät, alles in Siebziger-Jahre-Farben. Allerdings ist auf der Plattenhülle keine Jahresangabe zu finden, und auch sonst bekam ich kaum Infos zu Melvin Jackson. Also reingehört: Space-funkiger Bass, mit diversen Echo- und Filtereffekten behandelt, fette Bläsersätze, groovende Drums, und dazu das Zitat: "I heard it! I dug it! I did it!" Meine Entscheidung war klar: Gekauft.

Zu Hause dann mal im Internetz nach Melvin Jackson gefischt, aber der Mann hat nichtmal einen Wikipedia-Eintrag. Auf der Seite soundslope war immerhin herauszufinden, dass es sich bei Melvin Jackson um den Bassisten von Eddie Harris handelt. Der Chigagoer Recordshop Dusty Groove hat die 1969 auf Limelight erschiene Platte offenbar neu aufgelegt. Bei Dusty Groove kann ich sowieso stundenlang online stöbern, ohne dass ich merke, wie die Zeit vergeht. In diesem Fall haben sie die Platte schön auf 180 Gramm Vinyl re-issued und damit eine echte Perle vor der Versenkung bewahrt.

Jacksons Experimentierfreude offenbart sich vor allem in seinen durch allerlei Effekte gejagten Bass-Sound. Der Titeltrack "Funky Skull" beweist das eindrucksvoll und hält auch sonst, was er verspricht. Das swingende "Say What", das locker groovende "Bold & Black" und das schräge "Dance of the Dervish" zeigen die Vielseitigkeit dieses Albums, auf dem Jackson abwechselnd mit zwei verschiedenen Lineups von Begleitmusikern spielt. Eine echte Entdeckung für alle, die mit psychedelisch angehauchten Funk etwas anfangen können!

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