Für mich die Mutter aller Jazz-Festivals, das North Sea Jazz Festival, ist nach über 30 Jahren von Den Haag nach Rotterdam umgezogen. Ausschlaggebend dafür war wohl der Umbau des Den Haager Kongresszentrums; eine Verkleinerung des Festivals und der Besucherschar und damit sowohl quantitative als auch qualitative Einbußen wollten die Ausrichter aber nicht hinnehmen. So trifft man sich vom 14. bis 17. Juli 2006 nun in der zweitgrößten Stadt der Niederlande.
Es heißt also hoffen, dass die Lekkerbekjes in Rotterdam genauso gut schmecken und die Atmosphäre nicht unter dem Wechsel der Location leidet. Das traditionell im Mai präsentierte Programm lässt indes kaum Wünsche offen. Ich betreibe der Einfachheit halber mal Namedropping (in zufälliger Reihenfolge):
Silje Nergaard, Torun Eriksen, Till Brönner, Roy Hargrove, Eddie Palmieri, Gnarls Barkley, Tin Hat Quartet, Influence Belmondo & Yusef Lateef, Alice Russell, Eska Mtungwazi, Soil & Pimp Session, Five Corners Quintet, Bilal, Omar, Marcus Miller, Kanye West, Dr. John, Joe Zawinul, Cheikh Lô, Jhelisa, Sa-Ra Creative Partners! (Freitag, Samstag, Sonntag)
Normal ist das jedenfalls nicht! Ganz billig jedoch auch nicht, aber die 155 € für ein Drei-Tages-Ticket sind sicher gut angelegt. Und anders als beispielsweise 1994, als während des Festivals noch die Fußball-WM in den USA lief und Spielergebnisse unter den Besuchern als Raritäten gehandelt wurden, wird in diesem Jahr der Weltmeister schon feststehen.


