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YouTube Movies: Status Yo!

YouTube Movies, das Video-on-Demand-Angebot von Googles Videodienst, ist jetzt ganz offiziell in Deutschland und mit Filmen in voller Länge und auf Deutsch gestartet. Zwar ist deren Anzahl derzeit noch "überschaubar" und nicht vergleichbar mit der US-Version, aber das kann sich ja noch ändern. Allerdings werden alle Filme nur mit einer geringen Auflösung von 480p (480x360 Pixel) gezeigt, was auf größeren Bildschirmen nicht sonderlich gut aussieht.

Dennoch: Die Filme auf YouTube Movies können (wahrscheinlich zum ersten Mal) ganz legal gestreamt werden. Ich freue mich besonders, dass zum Start zwei Science Fiction-Klassiker zu sehen sind: Dune - Der Wüstenplanet von David Lynch aus dem Jahr 1984 und John Carpenters Dark Star von 1973. Zugegeben, keine ganz taufrischen Streifen, aber echte Klassiker.

Wer es aktueller mag, sollte einen Blick auf Status Yo! werfen, einen Film über die Berliner Underground Hip Hop-Szene aus dem Jahr 2004. Der steht zwar schon seit einem guten Jahr auf YouTube, wurde aber jetzt recht prominent in das neue Angebot integriert.

Ebenfalls neu scheint auch YouTube Shows zu sein, wobei diesbezüglich das etablierte Angebot von Miro eine deutlich größere und bessere Auswahl liefert - zumindest noch.

Sing! Inge, Sing!

Inge Brandenburg

Inge Brandenburg war eine deutsche Jazzsängerin, die bis heute nur wenigen Fans und Fachleuten bekannt ist. In den Fünfziger und Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts galt sie als eine der besten, wenn nicht sogar die beste westdeutsche Jazzsängerin. Leider wurde ihr großes Talent als Jazz singende Frau zu dieser Zeit kaum gewürdigt.

Ende der 1950er Jahre als beste europäische Jazzsängerin gefeiert, vom Time Magazin mit Billie Holiday verglichen, auf Händen getragen von den Musikern – und ignoriert und (erfolglos) auf Schlager reduziert von der deutschen Plattenindustrie.

Ihr Lebensweg verlief von Kindheit an ähnlich schwierig und tragisch wie der anderer großer Sängerinnen zur gleichen Zeit. Inge Brandenburg starb 1999 verarmt und weitgehend in Vergessenheit geraten - doch jetzt erinnert ein Film an diese außergewöhnliche Frau: Sing! Inge, Sing! von Marc Boettcher ist ein knapp zweistündiges Porträt und ein Hommage an eine der besten deutschen Jazzsängerinnen.

Der Soundtrack zum Film enthält 22 ihrer besten Jazz-Aufnahmen, von "The Man I Love" bis "Non, Je Ne Regrette Rien". Der Film läuft zurzeit in ganz Deutschland in kleinen Programmkinos, unter anderem dieses Wochenende in Heidelberg im Karlstorkino und am 13.04. und 18.04.2012 im Murnau-Filmtheater in Wiesbaden. Save the date!

Danke an Metropoljazz für die Erinnerung. Ich wollte nämlich schon seit längerem auf diesen Film hinweisen ;-)

Jazzanova like a band

Crowdfunding-Flyer

Seit 15 Jahren prägen Jazzanova wie kaum andere den Sound des NuJazz, auch wenn es in die letzten Jahren eher ruhig um die Berliner geworden ist. Zuletzt gab es aber auch wieder [Lebenszeichen](http://www.sonarkollektiv.com/releases/SK232CD/ Jazzanova - Upside Down) von ihrem Sonar Kollektiv-Label. Und im Mai sollen dann die Funkhaus Studio Sessions als Platte erscheinen.

Als wenn das noch nicht genug wäre, wird nun außerdem der Film Jazzanova like a band produziert. Die Aufnahmen haben freier.eckert in den letzten drei Jahren auf der ganzen Welt gedreht, die sind im Kasten. Aber für die Fertigstellung des Film (geplant für Anfang 2013) und den Soundtrack werden noch 70.000 €(!) benötigt. Weil das kein ganz kleiner Betrag ist, haben die Filmemacher eine Crowdfunding-Aktion bei Inkubato gestartet.

Ich habe hier im Numblog schon öfter über Crowdfunding-Projekte geschrieben und bin gespannt, ob dieses ebenso erfolgreich verlaufen wird wie die anderen. Sehen würde ich diesen Film nämlich schon ganz gern ;-) [via nutriot]

Take Me Away Fast

Fertige DVD des Films "Take Me Away Fast"
Take Me Away Fast. A DJ's quest to find rare vinyl recordings before they are lost forever

Im Februar hatte ich über das erfolgreiche Crowdfunding des Dokumentarfilms Take Me Away Fast gebloggt. Regisseurin Leigh Iacobucci konnte mithilfe dieser Finanzierung die Postproduktion fortsetzen und den Film fertigstellen.

Vergangene Woche ist, praktischerweise kurz vor Weihnachten, die fertige DVD, die ich ja mitfinanziert habe, bei mir eingetroffen. Noch hatte ich keine Gelegenheit, mir den knapp einstündigen Film anzusehen. Über die Feiertage werde ich mir aber die Zeit nehmen und mich auf die Fersen von Frank "Voodoo Funk" Gossner heften. Der bereist ja, wie ihr vielleicht mitbekommen habt, auch die entlegensten Ecken Westafrikas auf der Suche nach altem, aber gut erhaltenem Vinyl aus den vergangenen Jahrzehnten.

Ich werde versuchen, die weitere Entwicklung des Film zu verfolgen. Kann ja sein, dass er den Weg auf Filmfestivals, in Programmkinos oder ins Fernsehen findet. Was mich natürlich freuen würde, und vermutlich auch die 327 weiteren Personen, die das Projekt finanziell unterstützt haben.

"Take Me Away Fast" ist finanziert!

Leigh Iacobucci
Leigh Iacobucci

Vor einigen Tagen hatte ich geschrieben, dass der "Voodoo Funk-Film" in der Postproduktion feststeckt, weil die finanziellen Mittel (genauer: 10.000 US-Dollar) fehlen und es einen "Hilferuf" über die Plattform Kickstarter gibt. Bereits Ende letzer Woche wurde dieses Ziel erreicht, 328 Unterstützer sagten über 13.000 Dollar zu. Die Produzentin des Films, Leigh Iacobucci, war völlig überwältig:

This morning I woke up to the most unexpected surprise! I had reached my funding goal for "Take Me Away Fast". How unbelievably cool is that???

Noch in diesem Frühjahr soll der Film fertig werden. Ich halte euch auf dem Laufenden! Ist es nicht der Wahnsinn, dass so etwas so gut funktioniert?

Rocksteady - The Roots Of Reggae

Stranger Cole

Gestern mal wieder im ganz wunderbaren Wiesbadener Kino Caligari gewesen und "Rocksteady - The Roots Of Reggae" gesehen, eine musikalische Reise ins Jamaica der Sechziger Jahre, als Rocksteady seine große Zeit hatte zwischen Ska und Reggae und einen kurzen, aber weltweiten und nachhaltigen Siegeszug antrat. Vierzig Jahre später trafen sich Rocksteady-Größen wie Stranger Cole, Dawn Penn, Derrick Morgan, Ernest Ranglin, Hopetown Lewis, Judy Mowatt, Sly Dunbar und viele mehr zu einem Rocksteady-Revival nach dem offensichtlichen Vorbild Buena Vista Social Club. Nur dass Hits wie "You Don't Love Me (No, No, No)", "By The Rivers Of Babylon", "Tide Is High" oder "Tougher Than Tough" die Popmusik bis heute deutlich stärker prägten als die kubanischen Songs.

1962 erlangte Jamaica die Unabhängigkeit von Großbritannien, und Rocksteady wurde in einer euphorischen Atmosphäre groß. Die Probleme auf der Insel zeigten sich aber in den Shantytowns und den Rudeboys, die auch in den Rocksteady-Songs immer wieder thematisiert wurden. Wer popmusikalisch interessiert ist, etwas über die Geschichte Jamaicas erfahren möchte oder sich ganz einfach einen guten Musikfilm ansehen möchte, sollte Augen und Ohren offenhalten, ob der Film vielleicht in einem (Programm-)Kino in der Nähe läuft. Oder sich CD bzw. DVD zulegen. Mehr Infos gibt's auch auf Facebook.

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