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Nach dem FMC2012 ist vor dem FMC2013

what shall i do, X. Naidoo? for: i love u true!!!
Graffito gegenüber der Popakademie Mannheim, in der das Future Music Camp stattfand

Ich bin noch einen Nachbericht vom diesjährigen Future Music Camp in Mannheim schuldig, und es liegt bereits über eine Woche zurück! Ich versuche dennoch, meine Eindrücke und Gedanken zusammenzukratzen und euch einen kurzen Überblick darüber zu geben, wie ich das Camp erlebte.

Freitag

Los ging es ja am Freitag Vormittag mit viel Kaffee, den ich während der Keynote schlürfte - weshalb ich von deren Inhalt weniger mitbekam. Der Kaffee musste seine Wirkung erst noch tun. Es folgten vier Showcases: Vorgestellt wurden wahwah.fm (location based music, gibt's bisher nur fürs iPhone, daher kann ich's nicht ausprobieren), Sellaround (Reichweite in Sozialen Netzwerken monetarisieren), CrowdUp (Group Deals auf Facebook) und Pretty Digits (Mobiles Fanmanagement). Fand ich alles nicht so extrem aufregend, daher verbrachte ich die Zeit bis zum Lunch draußen im Hof.

Die Sonne schien, und ich konnte mich mit vielen alten Bekannten und neuen Bekanntschaften unterhalten. Vor allem mit Matthias vom altegedienten tonAtom-Netlabel tauschte ich mich sehr ausführlich über den Stand der Netaudio-Szene aus. Demnächst werde ich auch mal etwas Musik des Labels hier vorstellen - das ist längst überfällig.

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Future Music Camp 2012

Future Music Camp Logo

Und jährlich grüßt die Popakademie: Wie schon in den beiden vergangenen Jahren fahre ich morgen und übermorgen wieder auf das Future Music Camp nach Mannheim. Die Veranstaltung, halb Konferenz, halb Barcamp, bietet Teilnehmern aus den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Organismus' "Musik" die Möglichkeit, angeregt zu diskutieren, sich über die Musik(wirtschaft) von Morgen auszutauschen, neue Ideen zu präsentieren oder sich auch mal herzhaft zu streiten, nur um hinterher wieder friedlich einen Kaffee miteinander zu trinken.

Auch bei der diesjährigen Ausgabe wird es wieder einige Showcases geben, in denen neue Apps, Projekte oder Geschäftsmodelle vorgestellt werden. Der Bundesverband Musikindustrie stellt außerdem seine Streaming-Studie vor. Ganz besonders freue ich mich auf den Talk von Johan Uhle aka @freenerd, "Warum jeder Musiker einen Hacker braucht". Meine Rede ;-)

Noch größer ist meine Vorfreude, weil die beiden Nachmittage für Barcamp-Sessions reserviert sind. Ich selbst werde diesmal wohl keine Session halten, aber die Teilnehmer haben im Vorfeld schon einige spannende Themenvorschläge gesammelt. Unter anderem soll über die Bedeutung von Musikvideos, über das Urheberrecht (mit Beteiligung der Piraten), über die Cultural Commons Collecting Society und über Musik in Sozialen Netzwerken diskutiert werden.

Außerdem ist ja einer der schönsten Aspekte einer solchen Veranstaltung, zwischendurch mit netten Leuten zu quatschen, alte Bekannte wiederzusehen oder neue Bekanntschaften zu schließen. Genau genommen freue ich mich darauf am meisten ;-)

Die Teilnahme am Future Music Camp ist übrigens kostenlos, und soweit ich weiß gibt es noch Tickets für Kurzentschlossene.

Was Musiker verdienen - und wie

Sven Regener

Vor ein paar Tagen, kurz bevor ich anfing dies zu schreiben, veröffentlichte der Musikpirat Christan Hufgard eine Studie über das Einkommen von Künstlern (auch als PDF) auf Basis von Zahlen der Künstlersozialkasse (KSK) und der GEMA. Diese zog einige recht kritische Reaktionen nach sich, insbesondere von Tobias Schwarz und Matthias Spielkamp auf irights.info und auf golem.de.

Das Durchschnittseinkommen von Künstlern liegt demnach etwas unter 14.000 Euro/Jahr, bei Musikern ist das Einkommen noch etwas geringer. Kernaussage der Studie war aber, dass der von interessierter Seite vermittelte Eindruck, durch die neuen Möglichkeiten des Internet habe sich die Einkommenssituation der betroffenen Künstler verschlechtert, so nicht zu halten sei. Vielmehr sei es sogar zu einer Zunahme der Einkommen gekommen.

Nun ist die Datenlage an einigen Stellen etwas wackelig, der Kausalzusammenhang zum Internet nicht unbedingt gegeben und die geäußerte Kritik ebenso interessant wie die Studie selbst. Festzuhalten bleibt meiner Ansicht nach, dass die finanzielle Situation der Künstler heute sich nicht dramatisch von der Situation vor 15 Jahren unterscheidet. Allerdings dürften sich die Einkommensquellen teilweise verschoben haben. So erzielen Indie Rock Composer-Performer nach Angaben der US-amerikanischen Future of Music Coalition fast ¾ ihrer Einnahmen im Rahmen von Live-Auftritten.

Wenigstens war das ein Versuch, die Debatte ums Urheberrecht mit ein paar Zahlen zu unterfüttern. Aber dann kam Sven Regeners Wutrede im Zündfunk auf BR2. Und jede Menge lesenswerte Repliken: hier, hier, hier oder hier, um nur einige zu nennen. Und wenn eins deutlich wurde: Die Debatte ist noch lange nicht beendet, vielleicht hat sie noch immer nicht richtig angefangen; und von einer Lösung sind wir auch noch weit entfernt.

Die Parteien beider Seiten stehen sich größtenteils mit ihren Maximalforderungen gegenüber, und noch ist wenig Bewegung auszumachen. Ich freue mich daher schon aufs Mannheimer Future Music Camp im JuniMai, wo das Thema sicher auch ausgiebig diskutiert werden wird. Und vielleicht werden auch konstruktive und kreative Versuche präsentiert werden, aus der aktuell eher festgefahrenen Situation herauszukommen.

Foto: cc-by-nc Thomas Regniet

Update 26.03.2012: Das Future Music Camp findet natürlich schon am 11./12. Mai 2012 in Mannheim statt, nicht erst im Juni (Danke, ubernoise).

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