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The Most Remarkable Album On This Entire Planet

The Most Remarkable Album On This Entire PlanetGanz schön ehrgeizige Pläne, die Leonard Ritter aka paniq und seine Frau haben: Das bemerkenswerteste Album auf dem runden Ball, den wir Erde nennen, wollen sie produzieren. Bemerkenswertest, weil es nicht nur gut, sondern auch so frei wie möglich werden soll. Das heißt: Release unter Creative Commons; Produktion unter Ubuntu Linux mit freier Software; Transparenz durch Videos, die den Fortschritt dokumentieren; alle Aufnahmen, auch kleinste Schnipsel, werden auf ccmixter.org und Freesound veröffentlicht; und so weiter.

Um ein solches Mammutprojekt zu können, benötigen die beiden finanzielle Unterstützung. Diese soll über eine Fundraising-Webseite durch Sponsoren aufgebracht werden und zur Deckung der Lebenshaltungskosten, der CD-Pressung und des Vertriebs dienen. Instrumente, Equipment und Software sind vorhanden, aber mindestens 4.455 € müssen in einem ersten Schritt bis zum 12. Juli aufgetrieben werden. Gespendet werden können Beträge ab 1 €, wer mehr spendet, bekommt auch mehr dafür. Momentan sind bereits knapp 3.600 € im Pott, das Ziel liegt also in greifbarer Nähe.

Paniq ist in CC- und Demoscene-Kreisen kein unbekannter, sein halbes Leben schraubt er schon an freier, oft 8-bittiger Musik, an Animation, Videos, Grafiken, Lyrics - ein echtes Multitalent. Mir persönlich gefallen viele der bisherigen Releases sehr gut, andere weniger. Aber dennoch finde ich dieses Projekt unterstützenswert. Die Idee, mit Hilfe von Crowdsourcing die Produktion einer Platte zu finanzieren, ist natürlich nicht neu. Die Offenheit des Enstehungsprozesses damit zu kombinieren, ist schon spannender. Ich hoffe, die Arbeitsweise beim Komponieren und Produzieren nachvollziehen zu können und einen tiefen Einblick in Paniqs Linux-Audio-Setup zu bekommen. Und ich bin gespannt auf das Endergebnis.

Ich bin auch der Meinung, dass (nicht nur) Kreative in Zukunft neue Wege finden müssen, um ihre Werke vorfinanzieren zu können. Gerade wenn, wie im Musikbereich, die traditionellen Strukturen zu bröckeln beginnen. Das Problem ist alt, aber in der Offenheit und Transparenz könnte durchaus eine Chance liegen. Und wenn das Ziel nicht ein Plattendeal beim Major ist, sondern sich als Künstler selbst verwirklichen und einigermaßen davon leben zu können, ist eine solche Aktion doch gleich viel charmanter und menschlicher.

<a href="http://music.paniq.cc/album/last-fm-top-10">Elektronische Musik by paniq</a>
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