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Brit Jazz Funk Mix

Ich poste hier nur selten Mixe, auch wenn sie es viel öfter verdient hätten. Heute mache ich eine Ausnahme, aber vielleicht kommen solche Ausnahmen demnächst öfter vor, mal sehen. Gilles Peterson hat einen Brit Jazz Funk Mix für die Solid Steel Radio Show von Ninja Tune produziert. In einem kleinen Filmchen gewährt er uns einen Einblick in sein Plattenarchiv und stellt einige der raren Vinyls vor, die er in seinem Mix spielt:

Gilles spielt Titel von Incognito, Level 42, Hi Tension und auch jede Menge raren Stuff. Dazu passt der Aufruf vom Evolver.fm-Chefevangelisten Eliot Van Buskirk, "Please Find Rare Music and Put It on the Internet". Die komplette Tracklist findet ihr bei Soundcloud. Und hier ist der 77-minütige Mix. Enjoy!

May We Like To Funk (Again)?

Der Johannes hat es wieder getan: Für sein Progolog hat er einen knackig-funkigen Mix komplett aus Musik unter Creative Commons-Lizenzen erstellt. Er schreibt:

Ein Sequel zu einem Mix hatte ich noch nicht gemacht, fand es aber nach den letzten, eher ruhigeren Mixen mal schön, wieder etwas funkigeres in die Soundcloud zu werfen. “May We Like To Funk (Again)?” ist wieder komplett aus CC-Tracks

Die Bandbreite der Titel reicht von Electro Funk, Disco Funk über Funk Rock bis zu funky Hip Hop - also ist für alle Funkliebhaber etwas dabei.

Die Tracklist:

  1. Zap Mama – Wadidyusay?
  2. The Blackman – Get Up
  3. Bombay Laughing Club – Space Machine
  4. Dokkerman and the Turkeying Fellaz – J’s Ruff
  5. Lee Rosevere – Do What You Can
  6. Ate One – The Revolution
  7. Hansi – Hot Pants Funk
  8. T Bird – Goin’ Down To The Bus Stop
  9. Suonho – Last Bongo In Funkland
  10. Cuebism – Run Quick
  11. Jason Forrest – Goldbluff
  12. Cuebism – Get`Em
  13. Jesterman vs James DB – Too Hot To Funky

May We Like To Funk - CC Mixtape

Mixtape-Cover

Johannes aka cptpudding, der sich drüben im Progolog die Finger für euch wund tippt, haut nicht nur jeden Tag eine Unmenge aktueller Posts raus, sondern findet zwischendurch auch noch Zeit für den einen oder anderen Mix. Das Ergebnis seines jüngsten Kreativitätsschubs hat er May We Like To Funk getauft. Sein Mixtape umfasst 15 knusprige Tracks, die allesamt unter einer Creative Commons-Lizenz stehen - genau wie der Mix selbst (by-nc-nd). Er darf und soll also höchstoffiziell heruntergeladen, weiterkopiert, scharf angebraten und mit einer gut gewürzten Chili-Salsa verzehrt werden!

Hier noch die Tracklist. Wem ein Titel besonders gefällt, der kann sich ja einfach mal das Original googlen. Wo es das gibt, findet sich bestimmt auch noch mehr gutes Zoich ;-)

  • Cloudfactory Soundsy - Ray's Swing
  • Dub One! - Soundbwoys Shot (Right In The Face)
  • Spinnaface - Spinna 4 a Face
  • Pierlo - Barbarian
  • Juanitos - Soul Walking
  • Funky Ferret - I Gotta Funky Thing
  • Juanitos - Black Samba
  • Simon Stalenhag - Ripple Boogie
  • Peter Sharp - Runtime Error
  • Juanitos - Do The Kangaroo
  • Faroff - House Of Klezmer
  • Giggs - Caminata (Original Mix)
  • Sleepy Town Manufacture - Komnata
  • Pierlo - Xor
  • Juanitos - Brasilian Reggae

Das Comeback von Dennis Coffey

Album-Cover-Ausschnitt

Dennis Coffey stand mit seiner Gitarre eher im Hintergrund. Doch ohne ihn hätte es viele Soul- und Funk-Hits so nicht gegeben. Als Gitarrist der Funk Brothers, der legendären Motown-Studioband, spielte er für The Temptations, Diana Ross & The Supremes und The Isley Brothers. Sein signature sound zeichnet sich durch viel Distortion, Delay und Wah-Wah-Effekte aus. Manchmal klingt das Spiel auf seiner Gibson Firebird eher nach Hardrock denn nach Soul.

Das Jahr 1971 markierte einen Höhepunkt in Coffeys Karriere, den mit "Scorpio" gelang ihm ein eigener Millionenhit, weitere Soloaufnahmen folgten. "Scorpio" wurde später oft gesamplet von The Fugees, Public Enemy, Roni Size and Reprazent und auch Rage Against The Machine. Ansonsten blieb es in den letzten Jahren weitgehend still um Dennis Coffey.

Jetzt kommt er aber mit Macht zurück. Auf Strut erscheint am 21. April sein neues Album, schlicht Dennis Coffey betitelt. Darauf spielt er alte Songs neu ein und brilliert mit Kollaborationen wie der mit Mayer Hawthorne bei "All Your Goodies Are Gone" oder Titeln wie das hervorragende "Knockabout:

Zur weiteren Einstimmung gibt es hier noch einen Mix mit vielen Klassikern vor allem aus den Siebzigern von und mit Dennis Coffey. 45 Minuten Funk-Goodness:

Mehr gibt's auch bei Testspiel ...

Trombone Shorty beim Enjoy Jazz in Heidelberg

Trombone Shorty und seine Orleans Avenue Band brachten gestern Abend im Rahmen des Enjoy Jazz-Festivals den ausverkauften Heidelberger Karlstorbahnhof nah an den Siedepunkt.

Trombone ShortySeinen Namen Trombone Shorty bekam Troy Andrews schon als kleines Kind, das kaum die Posaune halten konnte. Mittlerweile 24 Jahre alt, ist er Star einer neuen Generation von Musikern aus New Orleans, die nach der Flutkatastrophe vor fünf Jahren mit frischer Energie und ohne Berührungsängste zeigen, dass Soul, Funk und Rhyhtm & Blues eine Zukunft haben. Mit seinen eigenständigen Interpretationen von schweißtreibendem Soul à la James Brown, bluesrockig bratzenden Gitarrenriffs und einer tighten Orleans Avenue Band hinter sich begeisterte er gestern Abend in Heidelberg das Publikum restlos.

Der Hype um Trombone Shorty ist momentan offenbar größer als ich und auch als die Veranstalter erwartet hatten. Parkplätze waren rar, und die Zuhörer drängten sich wie selten zuvor in die zum Konzertsaal umgebaute ehemalige Bahnhofshalle. Mit entsprechender Verspätung legten die Musiker los, vergeudeten jedoch keine Minute mit Aufwärmübungen. Trombone Shorty hat den Entertainer im Blut, wechselte fliegend zwischen Posaune und Trompete - und während der Zugabe sogar ans Schlagzeug - und trieb seine Band zu sportlichen wie musikalischen Höchstleistungen an.

Höhepunkte der dynamischen Show waren (überraschenderweise) das Stück Something Beautiful, das er auf seiner aktuellen Platte Backatown mit Lenny Kravitz eingespielt hat, der Funkrock-Kracher Suburbia, und die Vorführung seiner Zirkularatmungs-Künste: Weit über eine Minute lang lässt "T-Bone Shawty" durchgehend einen einzelnen brillanten Ton im Raum schweben, bis die Band wieder einsetzt, dass die Wände wackeln. Zwischendurch scheut er sich auch nicht, Shakira zu interpretieren oder sich wagemutig ins Publikum zu stürzen.

Vergleiche oder Wortspiele mit Katrina verbieten sich eigentlich, drängen sich aber auf: Trombone Shorty kam über Heidelberg wie ein Hurricane. Das Enjoy Jazz hat wieder einmal Geschick bei der Auswahl der Künstler bewiesen (und ich freue mich schon auf KRS-One am Samstag!). Wer kann, sollte heute Abend die Möglichkeit nutzen, das Konzert im Münchener Ampere zu besuchen. Am Samstag ist Trombone Shorty nämlich schon wieder daheim in Louisiana und tourt anschließend durch die Staaten und Japan. Fazit: Das Album Backatown ist schon sehr gut, aber live ist Trombone Shorty einfach grandios.

Update: Auf Facebook gibt's ein paar tolle Fotos vom Konzert, die der kanadische Fotograf Gary Crallé gemacht hat. 

Melvin Jackson

Plattencover Funky skullMein Plattendealer hat mir vor kurzem eine Scheibe in die Hand gedrückt, die ich mir unbedingt anhören müsse: Funky Skull von Melvin Jackson. Das Cover hat mich schonmal angesprochen: Ein Bassist mit Ampeg-Verstärker und Vintage-Effektgerät, alles in Siebziger-Jahre-Farben. Allerdings ist auf der Plattenhülle keine Jahresangabe zu finden, und auch sonst bekam ich kaum Infos zu Melvin Jackson. Also reingehört: Space-funkiger Bass, mit diversen Echo- und Filtereffekten behandelt, fette Bläsersätze, groovende Drums, und dazu das Zitat: "I heard it! I dug it! I did it!" Meine Entscheidung war klar: Gekauft.

Zu Hause dann mal im Internetz nach Melvin Jackson gefischt, aber der Mann hat nichtmal einen Wikipedia-Eintrag. Auf der Seite soundslope war immerhin herauszufinden, dass es sich bei Melvin Jackson um den Bassisten von Eddie Harris handelt. Der Chigagoer Recordshop Dusty Groove hat die 1969 auf Limelight erschiene Platte offenbar neu aufgelegt. Bei Dusty Groove kann ich sowieso stundenlang online stöbern, ohne dass ich merke, wie die Zeit vergeht. In diesem Fall haben sie die Platte schön auf 180 Gramm Vinyl re-issued und damit eine echte Perle vor der Versenkung bewahrt.

Jacksons Experimentierfreude offenbart sich vor allem in seinen durch allerlei Effekte gejagten Bass-Sound. Der Titeltrack "Funky Skull" beweist das eindrucksvoll und hält auch sonst, was er verspricht. Das swingende "Say What", das locker groovende "Bold & Black" und das schräge "Dance of the Dervish" zeigen die Vielseitigkeit dieses Albums, auf dem Jackson abwechselnd mit zwei verschiedenen Lineups von Begleitmusikern spielt. Eine echte Entdeckung für alle, die mit psychedelisch angehauchten Funk etwas anfangen können!

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