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Sing! Inge, Sing!

Inge Brandenburg

Inge Brandenburg war eine deutsche Jazzsängerin, die bis heute nur wenigen Fans und Fachleuten bekannt ist. In den Fünfziger und Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts galt sie als eine der besten, wenn nicht sogar die beste westdeutsche Jazzsängerin. Leider wurde ihr großes Talent als Jazz singende Frau zu dieser Zeit kaum gewürdigt.

Ende der 1950er Jahre als beste europäische Jazzsängerin gefeiert, vom Time Magazin mit Billie Holiday verglichen, auf Händen getragen von den Musikern – und ignoriert und (erfolglos) auf Schlager reduziert von der deutschen Plattenindustrie.

Ihr Lebensweg verlief von Kindheit an ähnlich schwierig und tragisch wie der anderer großer Sängerinnen zur gleichen Zeit. Inge Brandenburg starb 1999 verarmt und weitgehend in Vergessenheit geraten - doch jetzt erinnert ein Film an diese außergewöhnliche Frau: Sing! Inge, Sing! von Marc Boettcher ist ein knapp zweistündiges Porträt und ein Hommage an eine der besten deutschen Jazzsängerinnen.

Der Soundtrack zum Film enthält 22 ihrer besten Jazz-Aufnahmen, von "The Man I Love" bis "Non, Je Ne Regrette Rien". Der Film läuft zurzeit in ganz Deutschland in kleinen Programmkinos, unter anderem dieses Wochenende in Heidelberg im Karlstorkino und am 13.04. und 18.04.2012 im Murnau-Filmtheater in Wiesbaden. Save the date!

Danke an Metropoljazz für die Erinnerung. Ich wollte nämlich schon seit längerem auf diesen Film hinweisen ;-)

40 Jahre Torch

Torch

Frederik Hahn, besser bekannt als Torch, ist einer der Ur-Väter des deutschen Hip Hop-Undergrounds. Der "Overlord of Sound & Culture" (Afrika Bambaata) gründete 1987 zusammen mit Toni-L, Linguist, Gee-One und DJ Mike MD in Heidelberg Advanced Chemistry. Am 29. September 2011 feiert Torch seinen 40. Geburtstag.

Heidelberg nimmt das ab morgen zum Anlass für eine Woche Feierlichkeiten im Zeichen des Hip Hop. Vom 26.09. bis 02.10. finden in diversen Plattenläden, Kinos (Gloria & Gloriette, natürlich) und weiteren Veranstaltungslocations fette Events - passend zum Thema - statt. Am Dienstag und am Sonntag wird es außerdem eine Hip Hop-Stadtführung durch die Heidelberger Altstadt geben. Erinnert mich daran, dass wir damals nachts nach dem Feiern häufig den gleichen Döner-Laden aufsuchten wie die AC-Jungs (und nein: ich bin noch keine 40 ;-)).

Highlights der Jubiläums-Woche dürften das Torch-Konzert in der halle02 (bereits ausverkauft) und die Geburtstagsparty im Ziegler werden, auf der u.a. auch Denyo, Marteria, Tony-L und DJ Dynamite anwesend sein werden. Hört sich nach einer sehr exklusiven und intimen Birthday-Party an!

Das komplette Programm findet ihr hier. Allen Heidelberger Homies eine schöne Party!

Update: DASDING.tv war vor Ort bei der Hip Hop-Stadtführung in Heidelberg:

Vorschau: Enjoy Jazz 2011

Logo des Festivals 2011

Einen Blick voraus auf das Enjoy Jazz-Festival 2011 werfe ich hier und jetzt in guter Tradition, während meine Vorfreude langsam steigt. Das nunmehr "13. Internationale Festival für Jazz und Anderes" hat sich vor einer Woche eine neue Webseite verpasst, außerdem postet das Festival-Team Neuigkeiten im zugehörigen tumblr-Blog. Vom 2. Oktober bis zum 18. November stehen die Festival-Bühnen in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen für knapp 60 Konzerte bereit.

Traditionsgemäßg ist das musikalische Progamm wieder äußerst farbenfroh und, wie der Jazzblogger meint, auch gelegentlich leicht wahnwitzig. Genau das macht einen großen Teil des besonderes Reizes des Enjoy Jazz aus, auch wenn Jazz-Puristen darüber die Nase rümpfen mögen. Der Erfolg gibt den Festivalmachern recht: Das Enjoy Jazz ist etabliert und verhalf jüngst der Stadt Mannheim dazu, den zweiten Platz unter den deutschen Jazzmetropolen einzunehmen.

Wie immer möchte ich an dieser Stelle meine persönlichen Highlights (in no particular order) vorstellen, ohne den Rest des Programms abwerten zu wollen. Auch 2011 sind wieder viele Künstler am Start, die ich (noch) gar nicht kenne. Und nur wenige habe ich bereits live gesehen. Daher sind meine Highlights auch gleichzeitig eine Liste der Konzerte, die ich mir schon in den Kalender eingetragen habe:

Das komplette Programm gibt's auf dieser Seite, da ist noch einiges mehr geboten. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass auch einige Local Heroes ihren Auftritt haben werden, z.B. Sind sie außer Gefahr. Eine kunterbunte Mischung, wie gesagt, aber hochaktuell und hochqualitativ. Allein über Chase & Status müssen wir noch mal reden ;-)

Was sind eure Highlights? 

Souljazz Orchestra auf Tour

Cover-Ausschnitt Rising Sun

The Souljazz Orchestra aus Ottawa, haben nicht nur eins meiner Lieblingsalben 2010, Rising Sun, eingespielt, sondern beglücken uns auch mit einer recht ausführlichen Tour durch Deutschland. Dank ihrem sehr tanzbaren und partytauglichen Mix aus Afrobeat und Souljazz(!), werden sie auf allen Bühnen weltweit gefeiert.

Nach dem Konzert im Frankfurter Nachtleben steigt am Sonntagabend (10.04.) der Abschluss der Deutschlandtour im Karlstorbahnhof in Heidelberg. Tickets sind noch erhältlich und empfohlen für alle, die vor dem Start in die neue Woche noch einmal Energie tanken (oder loswerden) müssen. Ich jedenfalls freue mich schon wie blöd drauf!

Mehr dazu gibt's im Popkontext, bei regioactive, und vom Veranstaltungsort auf last.fm solltet ihr euch nicht verwirren lassen: Das Konzert findet definitiv im Karlstorbahnhof statt! Reinhören:

Trombone Shorty beim Enjoy Jazz in Heidelberg

Trombone Shorty und seine Orleans Avenue Band brachten gestern Abend im Rahmen des Enjoy Jazz-Festivals den ausverkauften Heidelberger Karlstorbahnhof nah an den Siedepunkt.

Trombone ShortySeinen Namen Trombone Shorty bekam Troy Andrews schon als kleines Kind, das kaum die Posaune halten konnte. Mittlerweile 24 Jahre alt, ist er Star einer neuen Generation von Musikern aus New Orleans, die nach der Flutkatastrophe vor fünf Jahren mit frischer Energie und ohne Berührungsängste zeigen, dass Soul, Funk und Rhyhtm & Blues eine Zukunft haben. Mit seinen eigenständigen Interpretationen von schweißtreibendem Soul à la James Brown, bluesrockig bratzenden Gitarrenriffs und einer tighten Orleans Avenue Band hinter sich begeisterte er gestern Abend in Heidelberg das Publikum restlos.

Der Hype um Trombone Shorty ist momentan offenbar größer als ich und auch als die Veranstalter erwartet hatten. Parkplätze waren rar, und die Zuhörer drängten sich wie selten zuvor in die zum Konzertsaal umgebaute ehemalige Bahnhofshalle. Mit entsprechender Verspätung legten die Musiker los, vergeudeten jedoch keine Minute mit Aufwärmübungen. Trombone Shorty hat den Entertainer im Blut, wechselte fliegend zwischen Posaune und Trompete - und während der Zugabe sogar ans Schlagzeug - und trieb seine Band zu sportlichen wie musikalischen Höchstleistungen an.

Höhepunkte der dynamischen Show waren (überraschenderweise) das Stück Something Beautiful, das er auf seiner aktuellen Platte Backatown mit Lenny Kravitz eingespielt hat, der Funkrock-Kracher Suburbia, und die Vorführung seiner Zirkularatmungs-Künste: Weit über eine Minute lang lässt "T-Bone Shawty" durchgehend einen einzelnen brillanten Ton im Raum schweben, bis die Band wieder einsetzt, dass die Wände wackeln. Zwischendurch scheut er sich auch nicht, Shakira zu interpretieren oder sich wagemutig ins Publikum zu stürzen.

Vergleiche oder Wortspiele mit Katrina verbieten sich eigentlich, drängen sich aber auf: Trombone Shorty kam über Heidelberg wie ein Hurricane. Das Enjoy Jazz hat wieder einmal Geschick bei der Auswahl der Künstler bewiesen (und ich freue mich schon auf KRS-One am Samstag!). Wer kann, sollte heute Abend die Möglichkeit nutzen, das Konzert im Münchener Ampere zu besuchen. Am Samstag ist Trombone Shorty nämlich schon wieder daheim in Louisiana und tourt anschließend durch die Staaten und Japan. Fazit: Das Album Backatown ist schon sehr gut, aber live ist Trombone Shorty einfach grandios.

Update: Auf Facebook gibt's ein paar tolle Fotos vom Konzert, die der kanadische Fotograf Gary Crallé gemacht hat. 

Enjoy Jazz 2010 Vorschau

Plakat Enjoy Jazz 2010Mein obligatorisches jährliches Vorschau-Posting zum Enjoy Jazz-Festival, das in diesem Jahr vom 2. Oktober bis zum 19. November stattfindet, ist langsam überfällig. Bleiben gerade noch sechs Wochen, bis es losgeht, und das Programm steht mittlerweile ziemlich komplett. Nachdem ich letztes Jahr ein wenig underwhelmed von der Auswahl der eingeladenen Musiker war, sieht es 2010 wieder besser aus.

Im folgenden zähle ich neun höchst subjektive Highlights des diesjährigen Enjoy Jazz auf. Da ich nicht jeden einzelnen Künstler kenne, dürft ihr mich in den Kommentaren gern zurecht- und auf Geheimtipps hinweisen! Außerdem lasse ich bewusst einige der ganz großen Namen weg; die müssen nun wirklich nicht mehr vorgestellt werden.

Jazz, Pop und Elektronik

Nik Bärtsch, der am 9.10. in der Alten Feuerwache in Mannheim auftritt, habe ich vor zwei Jahren an selber Stellte schon gesehen. Wie ihr hier nachlesen könnt, kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

The Bad Plus sind nicht zum ersten Mal zu Gast, aber immer wieder lohnend. Pophits treffen auf virtuosen Jazz, ganz großer Sport am 10.10 im Heidelberger Karlstorbahnhof.

Morcheeba sind nach ihrer Reunion mit neuem Album Blood Like Lemonade wieder da und auf Tour. Am 20.10. können sie in der Alten Feuerwache zeigen, ob sie es noch drauf haben. Vor Jahren habe ich die mal beim Mainzer Zeltfestival gesehen - das war sogar noch vor Zeiten dieses Blogs.

Esperanza Spalding. Mit Band. bzw. kammermusikalischer Begleitung. Das verspricht ein Hochgenuss zu werden am 22.10. in der Alten Feuerwache. Das kann die KonFerenz sicher bestätigen!?

Das Konzert von Oval könnte eins der spannendsten des Festivals werden. Markus Popp hat sein Projekt lange Jahre ruhen lassen, ist jetzt aber mit zwei EPs zurück, die ich leider immer noch nicht gehört habe. Man sagt mir aber, die seien unglaublich gut. Zu überprüfen am 29.10. im Karlstorbahnhof.

Hip Hop-Legenden und Power-Jazz

Jo, Kinners, und dann kommt am 30.10. KRS-One. Legenden wollte ich eigentlich nicht vorstellen, aber der große Teacher des Conscious Hip Hop darf hier einfach nicht fehlen. Zusammen mit MUSO im Karlstorbahnhof.

Anthony Joseph & The Spasm Band aus London machen Spoken Word unterlegt mit Afro-Funk, Calypso und Jazz. Wenn im Veranstaltungstext Fela Kuti und Gil-Scott Heron zitiert werden, geht das schon in Ordnung. Noch besser als die neueste Platte "Bird Head Son" gefällt mir aber das Debut "Leggo De Leon" von 2007 (auf Kindred Spirits). Am 6.11. im SRH Science Tower.

Am 7.11. brennt dann die Luft in der Alten Feuerwache! Soil & "Pimp" Sessions aus Japan habe ich letztes Jahr auf dem Worldwide Festival gesehen, und ich glaube, da ist tatsächlich niemand sitzen geblieben. Außerdem werden sie ein neues Album voller Power-Jazz im Gepäck haben. Don't miss!

Caribou hat im Frühjahr für eine der Platten des Jahres gesorgt. Electronica-Freaks und Indie-Hörer, alle können sich auf diese Musik einigen. Wer am 16.11. nicht in den Karlstorbahnhof kommen kann, hat am 5.12. noch einmal die Chance im Frankfurter Mousonturm.

Und sonst?

Herbie Hancock, McCoy Tyner, Brad Mehldau, Silje Neergard, Charlie Haden, Thomas Siffling, Tomasz Stanko, Manu Katché, Jan Garbarek, und und und ... hier ist das vollständige Programm zu finden. Wo geht ihr hin?

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