Skip to content

Les Pingouins Avec Attitude

Ich höre ja gern (aber viel zu selten) französischen Hip Hop, allerdings kennt sich Der Digitale Flaneur viel besser in der Materie aus. Zum Glück!

Denn so kann er uns im progolog-Adventskalender einen über einstündigen Mix mit dem schönen Titel Les Pingouins Avec Attitude schenken. Mit dabei sind Baloji, Fonky Family, Grand Corps Malade, Psy 4 de la Rime, Ben L'Oncle Soul und viele andere Helden des rap français.

Die genaue Tracklist gibt's auf Soundcloud.

Bun B’s Jumbo Coloring And Rap Activity Book

Wisst ihr noch, damals? Als ihr mit euren Buntstiften in Malbücher gekritzelt und Ausmalbilder mit den schrillsten Farben verziert habt? Tiere vom Bauernhof, Piraten und Ritter, oder Dinosaurier? Demnächst könnt ihr das Kind in euch wiederentdecken mit Bun B’s Jumbo Coloring And Rap Activity Book! Darin enthalten sind jede Menge Ausmalbilder von Hip Hop-Stars von den Achtzigern bis heute.

Vanilla Ice schwarzweiß und farbig
Vanilla Ice als Ausmalbild und in der Bearbeitung von Travis Braxton

It's like one of those coloring books that kids have, except way less boring, curated by award-winning rap legend Bun B. Illustrated by award-winning music critic Shea Serrano. For grown-ups, obvs. Not Children.

Bun B ist ein (award-winning) Rapper aus Houston und war eine Hälfte der Underground Kingz. Gemeinsam mit dem (award-winning) Illustrator Shea Serrano schafft er nicht nur dieses Printwerk, sondern bestückt auch Bun B's Jumbo Coloring And Rap Activity Tumblr mit einer Auswahl an download- und ausdruckbaren Ausmalvorlagen. Außerdem veröffentlicht er fertig ausgemalte "Kunstwerke" der Leser. So great!

[Preorder Book] [Twitter]

DAM: Rap aus Palästina

Gerade habe ich in den Kulturnachrichten auf Deutschlandradio Kultur die Meldung über einen Hip Hop-Track aus Palästina gehört, der Ehrenmorde an palästinensischen Frauen anprangert. In der Meldung hieß es:

Nach Angaben einer Frauenrechtsgruppe wurden allein seit Jahresbeginn im Westjordanland mindestens elf junge Frauen mit Verweis auf die Familienehre von nahen Verwandten umgebracht. Die männlichen Täter müssen meist nur mit symbolischen Strafen rechnen.

Also schnell die Infos ergooglet. Das zum Track "If I Could Go Back In Time" gehörige Video von DAM wurde gemeinsam mit den Vereinten Nationen in Ramallah vorgestellt. Die "palästinensischen Hip Hop-Pioniere" haben den Song zusammen mit der Sängerin Amal Murkus aufgenommen, die in ihrer Musik palästinensische und arabische Folklore in aktuelle Popmusik einfließen lässt und auch für feministische Positionen eintritt. Deswegen ist sie in Israel Anfeindungen sowohl von jüdischer als auch von islamischer Seite ausgesetzt.

Mit am Video beteiligt war auch Jackie Salloum, Regisseurin von "Slingshot Hip Hop", einer Doku über Hip Hop in den Palästinensischen Autonomiegebieten, die auch schon auf dem Sundance Film Festival gelaufen ist. Kommt auf meine To-Watch-Liste. Hier aber erst mal DAM feat. Amal Murkus - If I Could Go Back In Time (Lyrics auf Englisch hier):

"DAM: Rap aus Palästina" vollständig lesen

YouTube Movies: Status Yo!

YouTube Movies, das Video-on-Demand-Angebot von Googles Videodienst, ist jetzt ganz offiziell in Deutschland und mit Filmen in voller Länge und auf Deutsch gestartet. Zwar ist deren Anzahl derzeit noch "überschaubar" und nicht vergleichbar mit der US-Version, aber das kann sich ja noch ändern. Allerdings werden alle Filme nur mit einer geringen Auflösung von 480p (480x360 Pixel) gezeigt, was auf größeren Bildschirmen nicht sonderlich gut aussieht.

Dennoch: Die Filme auf YouTube Movies können (wahrscheinlich zum ersten Mal) ganz legal gestreamt werden. Ich freue mich besonders, dass zum Start zwei Science Fiction-Klassiker zu sehen sind: Dune - Der Wüstenplanet von David Lynch aus dem Jahr 1984 und John Carpenters Dark Star von 1973. Zugegeben, keine ganz taufrischen Streifen, aber echte Klassiker.

Wer es aktueller mag, sollte einen Blick auf Status Yo! werfen, einen Film über die Berliner Underground Hip Hop-Szene aus dem Jahr 2004. Der steht zwar schon seit einem guten Jahr auf YouTube, wurde aber jetzt recht prominent in das neue Angebot integriert.

Ebenfalls neu scheint auch YouTube Shows zu sein, wobei diesbezüglich das etablierte Angebot von Miro eine deutlich größere und bessere Auswahl liefert - zumindest noch.

Youssoupha

Ausschnitt aus dem Albumcover

Ja, ich höre gern französischen Hip Hop - nicht ständig, aber immer mal wieder. Die Lyrics stehen dabei zwangsläufig eher im Hintergrund, weil ich den Rap nicht schnell genug parsen kann und mit außerdem mittlerweile selbst der passive Wortschatz abhanden gekommen ist. Aber auch musikalisch braucht sich Hip Hop aus Frankreich ja nicht zu verstecken. Meine neueste Entdeckung: Youssoupha.

Geboren in Kinshasa (in der heutigen DR Kongo, vgl. auch Baloji), flüchtete er vor dem Bürgerkrieg nach Frankreich und wuchs in der Pariser Banlieu auf. Dort begann auch seine Karriere als Rapper, die momentan mit seinem neuen Album "Noir D****" einen (kommerziellen) Höhepunkt erreicht hat: Platz 3 in den französischen Charts.

Gut, der Track "Dreamin'" ist unerträglich, und auch an anderen Stellen wirkt die Platte etwas zu glatt, aber alles in allem ist Youssoupha da eine wirklich gute Hip Hop-Platte gelungen. Und wahrscheinlich sind die Texte auch gut ;-) Im folgenden Video gibt's zumindest "Untertitel" für diejenigen unter uns, denen Mitlesen beim Verstehen hilft:

Youssoupha - Menace de mort from Seb CHA on Vimeo.

"Youssoupha" vollständig lesen

Hip Hop verbieten! Sofort!

Hip Hop Graffiti

Während die selbsternannten "Sicherheitsexperten", allen voran der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Uhl, hierzulande die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung fordern, weil die Anschläge in Norwegen "in Wahrheit [...] im Internet geboren" wurden, während diese Leute also allergröbsten Unsinn verzapfen, wird der wahre Hintergrund der Tat leider völlig ignoriert. Dabei wäre es ein Einfaches, die wichtigen Informationen aus dem Manifest "2083 - A European Declaration Of Independence" zu extrahieren, das der Attentäter Anders Behring Breivik selbst verfasst, teilweise aber auch plagiiert hat.

Wie das Philadelphia City Paper dankenswerterweise recherchiert hat, ist nämlich der Hip Hop an allem Schuld! Schließlich sei Breivik, wie er selbst schreibt, als Jugendlicher selbst dem Hip Hop zugetan gewesen und habe als Folge dessen Straftaten begangen. Er habe beispielsweise durch Taggen und Graffiti einen Sachschaden von selbst geschätzten 700.000 Euro verursacht. Außerdem hätten viele seiner damaligen Freunde wegen Hip Hop angefangen, Haschisch und Marihuana zu konsumieren. Überhaupt stammten etwa ein Drittel aller norwegischen Drogensüchtigen aus der Hip Hop-Szene. Ich zitiere im Folgenden die beiden wichtigsten Originalpassagen:

"Hip Hop verbieten! Sofort!" vollständig lesen
tweetbackcheck