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Baloji

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 20. Mai 2010

Die Zukunft des Hip Hop liegt in Afrika. Hab ich gestern irgendwohier gelesen. Man muss aber nach ihr suchen. 

In Plattenläden nach Vinyl zu diggen ist immer etwas Besonderes und in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden. Ich finde, es ist lange überfällig, den Begriff des "Digging" auf das Internet auszuweiten - und damit meine ich nicht das gemütliche Platten-Shoppen auf Ebay. So manch einer kämpft sich stundenlang durch obskure Blogs, schwerfällige MySpace-Profile, ellenlange Soundcloud-Listen, automatisierte Last.fm-Empfehlungen und spezialisierte Musik-Nerdforen, um den neuesten heißen Scheiß zu entdecken und aus den Unmengen neuer Musik das Gute und Rare herauszufiltern. Die Jagd nach dem Neuen stellt somit auch den wesentlichen Gegensatz zum Diggen der alten Schule dar. Nicht mehr verstaubte Scheiben aus vergangenen Jahrzehnten sind gefragt, sondern brandneue, am besten noch unreleaste Tracks blaßgesichtiger, Beats bastelnder Teenager aus der walisischen Provinz. Aber das wäre ein Thema für einen eigenen Blogartikel.

An dieser Stelle soll es um Baloji gehen, einen belgischen Rapper kongolesischer Herkunft, der in Deutschland noch relativ unbekannt ist. Und nach dessen Musik man schon eine Weile diggen muss, wenn einem die Song-Beispiele auf seiner Webseite nicht mehr genügen. Als ich den Namen Baloji auf Gilles Petersons Top 10 Breakout Artists of the Year (So Far)-Liste gelesen hatte, fingen ein paar Synapsen in meinem Langzeit-Musikgedächtnis an zu glühen. Eine kurze Suche brachte mich auf sein Twitter, einen französischen Wikipedia-Eintrag, sein Blog und sein 2007er Album "Hotel Impala". Aber die neue Platte "Kinshasa Succursale" war fast nirgends aufzutreiben, verrückt. Schließlich konnte ich die 13 Tracks, die mit Konono Nº 1 als Backing-Band aufgenommen wurden, doch aus einer virtuellen Plattenkiste ziehen (jaja, ich weiß, gibt's bei iTunes, aber ihr wisst ja ...). Und was soll ich sagen: Ich bin begeistert! Der elektrifizierte Likembé-Sound der Kongolesen ist auf Dauer anstrengend, sorgt aber dafür, dass die Songs deutlich direkter zur Sache kommen als auf "Hotel Impala".

Zwei Videos von Baloji zeigen, wo es langgeht

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The Stalker

Geschrieben von Matthias GutjahrFreitag, 13. November 2009

Ich komme mir verfolgt vor. Dieser Typ, dieser Stalker vom Hip Hop Culture-Blog aus Wiesbaden, dieser Boris Mayer eben, der taucht überall dort im Internet auf, wo ich kurz vorher auch war. Bei jedem Service, sei es Twitter, laut.fm, Soundcloud, meldet er sich auch an. Nicht, dass ich das an sich schlecht finden würde, das sind ja alles tolle Dienste. Aber er scheint sich immer genau die rauszusuchen, wo ich schon bin. Ich finde, er sollte sich lieber auf das konzentrieren, was er kann. Nämlich freshe Hip Hop-Tunes zu präsentieren, am besten im Radio. Seine Sendung Hip Hop Culture läuft schon seit über 11 - in Worten: elf! - Jahren auf Radio Rheinwelle in Wiesbaden und Mainz. Sogar im Internet kann man den Stream anhören. Und es gibt noch die Station bei laut.fm:

Ach, noch was: Ich könnte wetten, demnächst ist Boris auch noch auf Facebook unterwegs. Ich sage, dann nur: "War ja klar …" ;-)

Kamaal The Abstract

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 13. September 2009

Neues PlattencoverDas legendäre dritte Studioalbum von Q-Tip, Kamaal The Abstract, ist nie veröffentlicht worden, weil Arista der Platte mangelnden kommerziellen Erfolg prophezeite. Daher wurde der für 2001/2002 vorgesehene Release des damals Abstractions betitelten Albums schlichtweg gecancelt, obwohl doch bereits Promo-Kopien an die Presse rausgegangen waren. Fans und Kritiker waren darüber gleichermaßen enttäuscht, war Q-Tip ihrer Meinungs damals seiner Zeit schon um einiges voraus; so richtig nachvollziehen konnte die Entscheidung des Labels niemand. Kopien von Kamaal The Abstract kursierten in den letzten Jahren allerdings hartnäckig in Fankreisen und im Internet. Schließlich wurde auf MySpace eine Initiative gestartet, die sich für die Veröffentlichung des Albums einsetzte.

Endlich, nach über sieben Jahren, kann nun der Erfolg vermeldet werden: Kamaal the Abstract wird offiziell morgen auf RCA veröffentlicht. Bei Spotify war die Platte bereits gestern gelistet und komplett durchzuhören; ich bin durch Zufall beim Herumstöbern darauf gestoßen [Danke an @miggedimo für die sachdienlichen Hinweise]. Manchmal geschehen eben doch noch Zeichen und Wunder, und Qualität setzt sich durch.

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Pharoahe Monch & Black Milk

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 13. April 2009

Spät am Samstag Abend, nach dem Geburtstagskegeln, noch durch Köln gezogen und spontan im Luxor hängengeblieben. Dort live: Pharoahe Monch und Black Milk, wobei zur vorgerückten Stunde hauptsächlich Monch am Start war, Black Milk war wohl schon zuvor dran. Trotzdem war das eins der mitreißendsten Konzerte in letzter Zeit, der Mann ist einfach nur brillant. Und auch das DJ-Set von Boogieblind im Anschluss war top, jede Menge Klassiker der alten Schule, dazu freestylte immer wieder jemand auf der Bühne. Interessant auch, dass nicht nur im Publikum die Handys filmten und fotografierten, sondern dass auch auf der Bühne ständig eine Cam lief und offenbar einige der Beteiligten absolute Twitter-Addicts sind (und ihren Spaß hatten!) ;-)

Französischer-Hip-Hop-Hörer

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 18. September 2008

Als "Französischer-Hip-Hop-Hörer" hat mich die Kollegin heute bezeichnet. Nur weil ich Hybride, die neue Platte von Nouvel R, im Player hatte. Dabei habe ich seit langem keinen französischen Hip-Hop mehr gehört, wenn man mal von TTC absieht. Die großen Zeiten von MC Solaar oder Alliance Ethnik sind schon lange vorbei, und selbst von der Saïan Supa Crew gab es lange nichts Neues mehr. Auf das Album von Nouvel R, dem Septett (vier MCs, ein DJ, Beatbox und Bassist) aus Angers, bin ich erst durch eine Promomail aufmerksam geworden, die beinahe in den Tiefen meiner Inbox verschwunden wäre. Ich hab sie dann aber doch rausgefischt und bereue es nicht. Die stilistische Vielfalt, gute Beats, einfallsreiche Samples und die - soweit ich das verstehe - nötige Prise Humor haben mich sofort überzeugt.

Dabei haben Nouvel R den Hip-Hop mit Sicherheit nicht neu erfunden. Dennoch hat die französische Sprache im Rap einen ganz besonderen Flow, den die Jungs hier wirklich gut rüberbringen. Aber letztendlich hat den Ausschlag für mich gegeben, dass Hybride über die französische Plattform Yozik zum selbst festzulegenden Preis zu erwerben ist. Also flugs per Paypal ein paar Euro überwiesen, und zack: "Französischer-Hip-Hop-Hörer"

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Hip Hop Samplefaq

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 25. März 2008

Heute was Kleines für Samplespotter, Cratedigger und alle, die es noch werden wollen. Die Quizfrage: Was haben die Beastie Boys, Eminem, Kanye West und Busta Rhymes gemeinsam? Antwort: Sie alle haben laut Hip Hop Samplefaq Curtis Mayfield gesamplet. Vor beinahe drei Jahren hatte ich schon einmal über eine ähnliche Sample-Sammlung gebloggt.

Das Besondere an samplefaq.net ist nun aber, dass angemeldete User selbst gespottete Samples eintragen können, die user also den content generieren (um mal ein paar buzzwords einzustreuen). Dazu kommt, dass von den meisten eingetragenen Liedern ein YouTube-Video existiert, das auch gleich angezeigt wird und abgespielt werden kann. Somit lassen sich relativ einfach Vergleiche zwischen Original und Sample nachhören, was ich ziemlich praktisch finde, cooles Feature. Ansonsten bringt es die Tagline der Seite prägnant auf den Punkt: Can I Digg It? Yes You Can!

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